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  • Mo., 11. September 2017, 09:21 Uhr
    Neue Veranstaltungsreihe startete am 7. September im Römersaal

    Kiwanis im Gespräch mit Bürgermeister Gottfried Störmer

    Bürgermeister Gottfried Störmer war zu Gast beim Auftakt der Veranstaltungsreihe des Kiwanis-Club und wurde von Peter Liepolt (Präsident des Kiwanis Club Lamerpertheim) befragt. Foto: Sigrid Samson

    LAMPERTHEIM – Die neue Veranstaltungsreihe „Kiwanis im Gespräch mit ...“ startete am vergangenen Donnerstag im Lampertheimer Römersaal und stellt Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur in den Mittelpunkt. In persönlicher Gesprächsform öffnet sich der Blickwinkel aus unterschiedlichen Perspektiven - Werdegang, Ziele sowie Motivationen werden aufgezeigt und lässt uns den Menschen „hinter dem Amt“ besser verstehen.
    Kiwanis ist eine weltweite Organisation von Freiwilligen, die sich aktiv für das Wohl von Kindern und der Gemeinschaft einsetzt. Charity-Einnahmen werden hier ohne Abzüge weitergegeben. 145 deutsche Kiwanis Clubs mit rund 3.300 Mitgliedern dokumentieren mit zahlreichen Einzelprojekten ihre soziale Verantwortung und ihr gesellschaftspolitisches Engagement. Der Lampertheimer Kiwanis Club ist der regionale Club „vor Ort“. Ziel ist es, vornehmlich Kindern, die Hilfe benötigen, zu helfen und zu unterstützen.
    Zum Auftakt war am Donnerstag der Lampertheimer Bürgermeister Gottfried Störmer zu Gast, der gemeinsam mit Ehefrau Sabine und Sohn Adrian gekommen war.
    Störmer wuchs in Lampertheim auf und machte hier auch sein Abitur. Nach Aufnahme des BWL-Studiums startete er seine Karriere bei der Bereitschaftspolizei und studierte an der Verwaltungsfachhochschule der Polizei und für Verwaltung, Wiesbaden, wodurch er sich für den gehobenen Polizeidienst qualifizierte. Durch sein ergänzendes Studium an der Polizeiführungsakademie qualifizierte er sich zudem für den höheren Polizeivollzugsdienst. Vor seinem Amtsantritt als Bürgermeister war Störmer in der Funktion als leitender Kriminaldirektor und stellvertretender Leiter im Personalreferat der hessischen Polizei im Hessischen Innenministerium tätig, bevor er 2013 zum Bürgermeister der Stadt Lampertheim gewählt wurde.
    Peter Liepolt, Präsident des Lampertheimer Kiwanis Clubs stellte zunächst das neue Kiwanis-Mitglied, Pfarrer Patrick Fleckenstein, vor.
    Auf die Frage von Liepolt, wie Störmer seine Jugendzeit verbracht hatte, antworte er, dass es einen geregelten Tagesablauf gab. Nach der Schule und dem gemeinsamen Mittagessen mit der Familie wurden zunächst Hausaufgaben gemacht, bevor anschließend musiziert oder Sport betrieben wurde. Störmer merkte an, dass sich die Bedürfnisse der Jugendlichen heutzutage gegenüber früher stark verändert haben.
    „Ich selbst fühle mich letztendlich sauwohl hier in der Stadt“ merkte er an und wies auf die zentrale Lage, gute Wohnsituation und Freizeitmöglichkeiten in der Stadt hin.
    Er sei völlig unpolitisch erzogen worden und kam erst später überzeugt zur Politik, verstärkt vor etwa 10 Jahren durch seine Tätigkeit beim Landeskriminalamt in der Verantwortung für Gewaltprävention.
    Störmer zeigte sich stolz über seine Karriere. Sein beruflicher Werdegang bei der Polizei reichte vom Dienst im Streifenwagen bis hin zum höchsten Amt der Karriereleiter. Einsätze an der Startbahn West und zahlreiche Demonstrationen habe er im Laufe der Jahre erlebt. Ein besonders spektakuläres Ereignis ist ihm dabei allerdings in Erinnerung geblieben: Im Februar 2000 wurde er abends zu einem Einsatz berufen, bei dem 4 Amerikaner auf einer kleinen Brücke über der B3 Nähe Darmstadt aus Spaß Steine von der Brücke warfen. Durch das Werfen handballgroßer Steine waren dabei 2 Menschen zu Tode gekommen. Beachtenswert war hierbei, dass sofort das größte Aufgebot, das damals möglich war, gefahren wurde – somit konnte der Fall bereits am Folgetag geklärt und die 13- bis 15-jährigen Täter festgenommen werden.
    „Wie kamen Sie auf die Idee, Bürgermeister zu werden?“ - diese Frage stellte Liepolt im Anschluss. Störmer erwiderte, dass er Herausforderungen liebt. Da er im Polizeidienst bereits etliche Jahre im höchsten Amt tätig war und sich dort nicht mehr weiterentwickeln konnte, kam die Idee auf, dass er etwas in Lampertheim bewegen wolle. Selbstverständlich hatte er dies mit seiner Familie abgesprochen - seine Ehefrau Sabine bestärkte in in seinem Vorhaben.
    Auf die Frage nach seiner Parteilosigkeit erwiderte Störmer, dass das neutrale Führen des Amtes die Arbeit schon in gewisser Form erleichtere. Im Übrigen seien zahlreiche Bürgermeister in Hessen parteilos. Dies sei für ihn eine Überzeugung.
    Auch den Wahlkampf habe er mit Begeisterung bestritten. Er erwähnte die vielfältigen Aktionen in dieser Zeit. Er freute sich anschließend über das klare Ergebnis der Wahl mit der angemessenen Portion Respekt vor diesem Amt. Er erinnerte sich an seine ersten Arbeitstage im Amt, an denen er sich an viele neue Dinge gewöhnen musste. „Plötzlich hatte ich auch eine Sekretärin“ schmunzelte Störmer, der dies zuvor nicht kannte aus seiner polizeilichen Tätigkeit, sich dennoch froh über die neue Arbeitsweise und Gewohnheiten zeigte. Störmer reflektiert heutzutage das lokale Geschehen durch Zeitung lesen– in diesem Zusammenhang dankte er der örtlichen Presse für die lobenswerten Berichterstattungen.
    „Was stellte zu Beginn die größte Herausforderung dar“ fragte Liepolt. Störmer antwortete, dass er zunächst kennenlernen musste, wie die Verwaltung arbeitet beziehungsweise „tickt“. Hier gab es auch den ein oder anderen Reibungspunkt, da Neuigkeiten hier zunächst abgelehnt wurden. „Es hat sich in meine Richtung bewegt“ berichtete er erfreut. Er sah sich von Anfang an als 'vom Bürger gewählt' und somit 'für den Bürger da' – er möchte er eine gewisse „Ermöglichungskultur“ weiter treiben. Auch im Umgang mit den politischen Kräften musste er das Ein oder Andere lernen. In Hinblick auf die AFD merkte er an, dass es sinnvoll und richtig sei, sich mit dieser Partei auseinanderzusetzen, da viele deren Ziele gut finden. „Das ist jedermanns Entscheidung“ teilte er mit – allerdings müsse man prüfen, welche Qualität dahinter steckt.
    Die polizeiliche Tätigkeit habe ihm viel gegeben. Er hat in vielen Lebenssituationen im Umgang mit Menschen vieles gesehen und erlebt, darüber hinaus auch gelernt, Führungsverantwortung zu übernehmen. „Das hat mir sehr viel gebracht – mitunter meine innere Ausgeglichenheit“ betonte Störmer. Auch den Umgang mit Kritik, Vorwürfen und Anfeindungen hat sich Störmer dadurch angeeignet. „Das ist ein Lernprozess“ ergänzte er.
    Liepolt stellt auch die Frage, wie wichtig die sozialen Medien für Störmer seien.
    „Ohne diese nimmt man nicht am Leben teil“ antwortete er; allerdings sollte man diese auch nicht überbewerten. Er selbst sei unter anderem in Facebook aktiv, allerdings nutze er dieses bewusst nicht, um zu diskutieren oder zu argumentieren, da dies nicht möglich sei.
    Auf die Frage, was man in Lampertheim als Besucher unbedingt sehen müsse, führte Störmer einiges auf, darunter den Innenstadtbereich mit der Domkirche, das Heimatmuseum und den Altrhein. In diesem Zusammenhang ging er auf den Förderbescheid ein, den Lampertheim erhalten hat: die Stadt solle erweitert und moderner gestaltet werden. Das Hauptziel des Stadtumbaus liegt laut Störmer darin, die nicht genutzten Flächen zu erwerben: „Unsere Idee ist es, dass Lampertheim weiter wachsen soll“.
    Liepolt dankte Störmer als offener und guter Gesprächspartner und hofft auf zahlreiche Gäste beim nächsten Termin der Veranstaltungsreihe. Sigrid Samson



    Info – Kontakt:
    Kiwanis Club Lampertheim
    Peter Liepolt, Präsident
    www.kiwanis@lampertheim.de

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