Zehn Schüler und zwei Schülerinnen schnupperten am Girls- und Boys Day in Berufsalltag hinein
Klassische Männer- und Frauenberufe erforscht
Noel (l.) und Dion wurden von den Kindern der Kita Saarstraße begeistert aufgenommen. „Der Boys Day war sehr lehrreich und hat viel Spaß gemacht", so die beiden Schüler. Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM - Am Donnerstag fand der bundesweite Girls- und Boys Day statt, an dem Jungen und Mädchen in Frauen- bzw. Männerberufe hinein schnuppern konnten. Auch die Stadt Lampertheim bot Schülern zum wiederholten Mal die Gelegenheit, sich für bestimmte Berufe zu interessieren - vom Kindergarten über die Biedensandbäder, das Ordnungsamt und die städtische KfZ-Werkstatt bis zur Landschaftsplanung. Zwei Schülerinnen und zehn Schüler nutzten diese Chance und gingen direkt in den Berufsalltag mit hinein. Sonja Niederhöfer, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lampertheim, hatte diesen Tag in der Spargelstadt organisiert und die Kinder von der Begrüßung bis zur Abschlussbesprechung begleitet.
In einen sogenannten typischen Frauenberuf nahmen Noel und Dion und Einblick. Die beiden 14 und 11 Jahre alten Brüder, die normalerweise das Litauische Gymnasium bzw. die Alfred-Delp-Schule besuchen, wagten den Ausflug in die Kindertagesstätte Saarstraße, um in den Beruf der Erzieherin hinein zu schnuppern. Dabei wurde er von den Kindern begeistert aufgenommen, und auch ihnen selbst war der Spaß und die Freude an diesem besonderen Vormittag anzusehen. „Eigentlich möchte ich Banker oder Architekt werden, aber dieser Tag hat sehr viel Spaß gemacht", war dann auch die positive Reaktion von Noel auf den gesamten Tag. Und auch die Kinder zeigten sich mehr als begeistert und wollten die beiden Schüler überhaupt nicht mehr gehen lassen - kein Wunder, bauten diese doch mit ihnen ein Igluzelt, eine Murmelbahn und noch viel mehr.
„Wir benötigen viel mehr junge Männer in unseren Kindertagesstätten. Denn Männer und Frauen gehen ganz anders mit den Kindern um", zeigten sich Gruppenleiterin Thea Wiedemann-Schimmel und Sonja Niederhöfer einig.
Erhielten einen spannenden Einblick in die Technik der Biedensandbäder: Mary-Sue und Nina (v.l.). Foto: Benjamin Kloos
In den Biedensand-Bädern nutzten die beiden zwölfjährigen Schülerinnen der Erich-Kästner-Schule Bürstadt, Mary-Sue und Nina, die Gelegenheit, sich eingehend über den Beruf der Fachkraft für Bäderbetriebe zu informieren. Unter fachmännischer Anleitung von Jonas Herbert durften sie den Chlorgehalt des Wassers messen und bekamen erklärt, wie die Technik hinter den Kulissen des Bäderbetriebes funktioniert. "Es macht viel Spaß, alle sind sehr nett zu uns", betonten beide Schülerinnen. „Wir wollten einfach mal etwas neues ausprobieren, auch wenn wir noch nicht wissen, was wir später beruflich machen wollen."
Und genau dies ist der Sinn des Girls und Boys Day, in Berufe schauen zu können. Insgesamt waren alle Schüler mit viel Freude und Begeisterung bei der Sache und lernten viel Wissenswertes aus den jeweils typischen Männer- und Frauenberufen. Benjamin Kloos