KUNSTFREUNDE BENSHEIM: Pianist Alexander Melnikov spielt am 14. Januar Werke von Schubert, Brahms und Rachmaninoff
Klavierabend zum Auftakt ins neue Jahr
Alexander Melnikov gastiert in Bensheim. Foto: Julien Mignot
BENSHEIM — Nach der Weihnachtspause starten die Kunstfreunde Bensheim mit einem Klavierabend ins neue Jahr. Zu Gast im Parktheater ist am Samstag, 14. Januar, Alexander Melnikov, der gerne als einer der spannendsten Pianisten seiner Generation beschrieben wird. In Bensheim ist er kein Unbekannter: Jeweils im Duo mit Isabelle Faust stand Melnikov bereits zweimal in der Konzertreihe des Kammermusikvereins auf der Bühne – zuletzt im Jahr 2012.
Alexander Melnikov, Jahrgang 1973, absolvierte sein Studium am Moskauer Konservatorium bei Lev Naumov. Zu seinen musikalisch prägendsten Erlebnissen zählen die Begegnungen mit Svjatoslav Richter, der ihn regelmäßig zu seinen Festivals in Russland und Frankreich einlud. Er ist Preisträger bedeutender Wettbewerbe wie dem Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerb (1989) und dem Concours Musical Reine Elisabeth in Brüssel (1991).
Seine musikalischen und programmatischen Entscheidungen sind oft ungewöhnlich. Sehr früh begann Alexander Melnikov sich mit der historischen Aufführungspraxis auseinanderzusetzen. Wesentliche Impulse erhielt er von Andreas Staier und von Alexei Lubimov, mit dem er in zahlreichen Projekten zusammengearbeitet hat. Regelmäßig steht er mit namhaften Ensembles für Alte Musik wie dem Freiburger Barockorchester, Musica Aeterna oder der Akademie für Alte Musik Berlin auf der Bühne. Unter den Orchestern, bei denen Alexander Melnikov als Solist gastierte, finden sich das Royal Concertgebouw Orchestra, das Gewandhausorchester Leipzig, Philadelphia Orchestra, das NDR Elbphilharmonie Orchester, das HR-Sinfonieorchester sowie die Münchner Philharmoniker, Rotterdam Philharmonic, und BBC Philharmonic. Er arbeitete mit Dirigenten wie Mikhail Pletnev, Teodor Currentzis, Charles Dutoit, Paavo Järvi, Thomas Dausgaard und Valery Gergiev zusammen.
Mit Andreas Staier erarbeitete er ein reines Schubert-Programm zu vier Händen, das sie gemeinsam aufgenommen haben und regelmäßig im Konzert spielen. Eine intensive Kammermusikpflege mit dem Cellisten Jean-Guihen Queyras gehört für Alexander Melnikov zu den unverzichtbaren Bestand-
teilen seiner Arbeit. Überaus wichtig sind ihm auch Kammermusikkonzerte mit seiner langjährigen festen Duopartnerin Isabelle Faust. Ihre gemeinsame Gesamteinspielung sämtlicher Beethoven-Violinsonaten, die mit dem Gramophone Award ausgezeichnet sowie für den Grammy nominiert worden ist, ist zu einer Referenzaufnahme geworden.
In der Saison 2022/23 tritt Alexander Melnikov weltweit mit zahlreichen Programmen auf. Solistisch präsentiert er unter anderem das Projekt „Many Pianos“, ein Programm auf mehreren Instrumenten, die jeweils den Stil ihrer Zeit widerspiegeln, und spielt mitunter Konzerte mit namhaften Orchestern und Dirigenten. Weitere Höhepunkte der Saison sind unter anderem Einladungen nach Paris, nach London in die Wigmore Hall, zu einer Konzerttournee nach Japan mit dem Dirigenten Maxim Emelyanychev sowie mehrere Kammermusikkonzerte in unterschiedlichsten Besetzungen mit Partnerinnen und Partnern wie Teunis van der Zwart, Sol Gabetta, Isabelle Faust und Jean-Guihen Queyras.
Solo am Klavier wird Melnikov den Konzertabend in Bensheim bestreiten. Auf dem Programm stehen drei spannende Werke: die „Wandererfantasie“ von Schubert, „Sieben Fantasien“ von Brahms und „Neun Études-Tableaux“ von Rachmaninoff. Schuberts Wandererfantasie gilt als pianistisches Prachtstück. Nach etlichen abgebrochenen Sonaten-Experimenten hatte Schubert 1822 die Idee: Angelehnt an sein sechs Jahre altes Lied „Der Wanderer“, schrieb er ein gut 20 Minuten langes Werk aus einem Guss. Brahms Fantasien entstanden in den Jahren 1892/93, gut vier Jahre vor seinem Tod. Gerahmt ist die Sammlung von drei schnellen Capriccios und vier langsamen Intermezzi von düsteren d-Moll-Sätzen. Rachmaninoff schrieb seine Études-Tableaux im Jahr 1917 – sie können als musikalischer Hochleistungssport bezeichnet werden.
Vor dem Konzert bieten die Kunstfreunde um 19 Uhr im Foyer wieder eine Einführung mit dem Musikexperten Hans Hachmann an, der auf gewohnt unterhaltsame Weise das Programm des Abends erläutern wird. Karten für das Konzert gibt es bei bekannten Vorverkaufsstellen oder online unter www.kunstfreunde-bensheim.de. Die Abendkasse öffnet um 18.45 Uhr. zg