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  • Do., 20. August 2020, 19:11 Uhr
    „KLIMARETTER GESUCHT“: Vortragsreihe und Tag der Nachhaltigkeit

    „Klima retten beginnt vor Ort“ – jeder kann etwas tun

    Auf Lampertheimer Gemarkung grünt und blüht es, gut für die Insekten und die Menschen. In der Kernstadt und den Ortsteilen soll es zukünftig mehr begrünte Flächen geben. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Das Thema Klima ist auch in der Coronazeit höchst aktuell, wie der heiße Sommer und die Veranstaltungen in der Vortragsreihe „Klima retten beginnt vor Ort“ zeigen. Zum Motto des Jahres 2020 „Klimaretter gesucht“ hatten Volkshochschule Lampertheim (vhs) und städtischer Arbeitskreis „Energie und Nachhaltigkeit“ Veranstaltungen für den März geplant, aber dann kam die Coronakrise. Nun ist es im September soweit – mit fünf Vorträgen, Filmabenden, einer Bürgerwerkstatt und einem „Tag der Nachhaltigkeit“. Beim Pressegespräch in den Räumen von ENERGIERIED in der Industriestraße stellte der Arbeitskreisvorsitzende Marius Schmidt gemeinsam mit mehreren Mitgliedern das vielfältige Programm vor, das eine Anregung für alle sein soll, selbst etwas für den Klimaschutz zu tun. Die Vorträge sollen informieren, zum Nachdenken anregen und zum Mitmachen animieren. Wegen der Coronaregeln und Platzverhältnisse im Sitzungssaal des Alten Rathauses ist die Teilnehmerzahl auf 17 Personen begrenzt. Schmidt erinnerte an den fraktionsübergreifenden Antrag und den Beschluss der Stadtverordneten im Jahr 2019, der mit dem Stadtradeln und der Ausstellung im Schillercafé im Juli zum Thema „Klimawandel begreifbar“ bereits teilweise umgesetzt wurde. Mit der Vortragsreihe und dem Nachhaltigkeitstag geht das Projekt weiter. „Ein Angebot an die Bevölkerung“, betonte Schmidt, „nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, die Bürger sind eingeladen mit dem Arbeitskreis zu diskutieren“. Stefan Fella von ENERGIERIED, ebenfalls im Arbeitskreis aktiv, erklärte, dass sich das Geschäft des Energieversorgers, der zukünftig in Lampertheim neben Gas und Wasser auch Strom anbieten möchte, Richtung Energieeffizienz entwickle. Daher habe man nicht gezögert, einen Vortrag zur nachhaltigen Energieversorgung mit einem eigenen Referenten zu besetzen. Stadtverordneter Franz Korb (CDU) meinte, dass diese Idee „viral gehen muss“. „Vielleicht sind es nur kleine Schritte, aber es wird keine Alternative geben“. Es gehe ums Verinnerlichen, Berücksichtigen, Bewusstsein schaffen, um die Umwelt und den Geldbeutel.  Fachbereichsleiter Rolf Hecher, zuständig auch für die vhs, sieht in Lampertheim mit Impulsen aus Politik und Arbeitskreis eine gute Zusammenarbeit, wie immer, wenn es um große Themen gehe. Eine sehr gute Idee sei, dass lokale Menschen wie Frank Hurrle oder Sabine Vilgis die Themen in ihren Vorträgen transportieren, Menschen, die man anrufen und ansprechen könne. Das lokale „Wir-Gefühl“ sieht Hecher gestärkt. „Je mehr gute Taten wir zusammenbringen, umso besser ist es für die Welt“, hatte die AWO-Gründerin Marie Juchacz einst gesagt. Schmidt bedauerte, dass die ursprünglich geplante Messe am 9. Mai mit 19 Ausstellern auf dem Europaplatz wegen der Coronakrise nicht stattfinden konnte. In Planung ist dieser „Lampertheimer Klimatag“ für Frühjahr 2021 mit Vereinen, Institutionen, Gruppierungen und Unternehmen, die in Lampertheim Ansprechpartner für „Klima, Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ sind. Nach längerer Pause wegen der Coronakrise traf sich der AK Energie und Nachhaltigkeit am Mittwochabend im Sitzungssaal des Stadthauses unter Vorsitz von Marius Schmidt (SPD) bei größtmöglichem Abstand, um über die Zukunft des städtischen Förderprogramms „Energetische Gebäudesanierung“ zu beraten, das zugunsten eines neuen, breiter aufgestellten  Förderprogramms, das über technische Lösungen hinaus wirken soll. Die zehn Teilnehmer, unter ihnen die Vertreter der politischen Parteien im Stadtparlament Franz Korb (CDU), Helmut Hummel (FDP) und Frank Hege (Grüne), diskutierten den ersten Entwurf des Förderprogramms „klimafreundliches Lampertheim“, eine Verwaltungsvorlage des Fachbereichs Bauen und Umwelt, vertreten durch die Leiterin Anne Wicke.

    Beim Pressegespräch stellten Mitglieder des Arbeitskreises „Energie und Nachhaltigkeit“ das die Veranstaltungen zur Aktion „Klimaretter gesucht“ vor. Im Bild (von links): Stefan Fella, Marius Schmidt, Rolf Hecher und Franz Korb. Foto: Hannelore Nowacki


    Im Detail wurden Ergänzungen und Änderungen aufgenommen und auf Widersprüche hingewiesen. Ziel der Stadt Lampertheim ist mehr begrünte Flächen zu schaffen. Das komplexe 10-seitige Werk mit Definition von Voraussetzungen für die Antragstellung, Abwicklung, Prüfung und technischen Mindestanforderungen und mehr soll vor Oktober im Arbeitskreis in „zweiter Lesung“ beraten und dann an die Gremien gegeben werden. Ein weiterer Tagesordnungspunkt waren die Termine im Rahmen der Aktion „Klimaretter gesucht“. Schmidt schloss die Sitzung mit der Einschätzung: „Wir haben heute einiges bewegt“. 

    Tag der Nachhaltigkeit

    Zum hessischen Tag der Nachhaltigkeit am 10. September bietet der Arbeitskreis „Energie und Nachhaltigkeit“ seine Radrundfahrt „Nachhaltigkeitstag on Tour“ um 15.30 Uhr auf den Spuren des nachhaltigen Handelns mit mehreren Erklärstopps an. Gemütliches Beisammensein zum Abschluss gegen 18 Uhr beim Weltladen mit Verköstigung und Informationen zum Thema „nachhaltiger Konsum in der einen Welt“. Von Stadtmarketing erhalten die Teilnehmer ein kleines Präsent. Teilnehmen können 25 Personen. Anmeldungen bei Marius Schmidt (Telefon 0176 63772475 oder mariusschmidt77@gmail.com). Hannelore Nowacki

    INFO:

    „Klimaretter gesucht“  - die Informationsveranstaltungen

    Die Veranstaltungsreihe findet im Sitzungssaal des Alten Rathauses in der Römerstraße statt, jeweils um 19 Uhr. 

    1. September:  Klimaschutz in Lampertheim. Bürgerwerkstatt mit dem Arbeitskreis Energie und Nachhaltigkeit: Was tun wir in Lampertheim schon, was können wir noch tun? Sie sind gefragt! Ideen für mehr Klimaschutz aus den Bereichen Verkehr, erneuerbare Energien, Müllvermeidung und begrünte Stadt werden gesucht. Daniel Bannasch, Metropolsolar Rhein-Neckar, hält das Einstiegsreferat „Die Energiewende auf einem Bierdeckel“. 

    3. September: Energetisch sanieren mit Zuschuss. Referent und Energieberater Peter Hensel informiert über zinsgünstige Darlehen und echte Zuschüsse. 

    10. September: Wasserstoff oder Elektro? Referent Frank Hurrle spricht über alternative Antriebe für das eigene Auto im Vergleich. 

    24. September: Nachhaltige Energieversorgung – noch bezahlbar? Thorsten Trentzsch von ENERGIERIED informiert und diskutiert über Strom, wenn er immer grüner werden soll.

    22. Oktober: Der naturnahe Garten. Referentin Sabine Vilgis, Leiterin der Technischen Betriebsdienste der Stadt Lampertheim, gibt praktische Tipps für mehr Grün in Haus und Garten getreu dem Motto „Gut für die Umwelt, heißt auch gut für den Menschen“. 

    19. November: Immer noch eine unbequeme Wahrheit. Ein Film von Al Gore über Ursachen und Wirkungen des Klimawandels mit politischem Appell. Anschließend Diskussion mit Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung: Was können wir vor Ort tun?

     

     

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