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  • Mo., 30. Mai 2022, 23:40 Uhr
    GEDANKENAUSTAUSCH: Arbeitskreis „Zielvereinbarung Wald“ blickt in die Zukunft

    Klimastabiler Stadtwald mit neuer Planung als Ziel

    Leidender Wald - Ansicht im Stadtwald. Archivfoto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Der fraktionsübergreifende Arbeitskreis „Zielvereinbarung Wald“ (AK) will auch zukünftig ein Auge auf den kostbaren Stadtwald haben und den Gesamtprozess begleiten, wenngleich er seine Aufgabe mit der Erarbeitung der Zielvereinbarung abgeschlossen hat. Klima, Umwelt und Erholungswert spielen die Hauptrolle. Bei einem Gedankenaustausch mit der Presse erläuterten drei der vier AK-Mitglieder, Stadtverordnetenvorsteher Franz Korb (CDU), Helmut Rinkel (Grüne) und Dr. Gernot Diehlmann (FDP) warum sie das wichtig finden. Zum AK gehört auch Dominik Ofenloch (SPD). Vier Mal hatte sich der AK bis zur Beschlussreife getroffen. „Ich glaube, es ist uns gelungen“, meinte Korb, worauf die einstimmige Beschlussfassung hinweise. Alle zehn Jahre ist die Stadt Lampertheim als Waldbesitzerin gesetzlich zu einer neuen Zehn-Jahres-Planung verpflichtet. Diese Aufgabe als „Zielvereinbarung zur Forstbetriebsplanung“ hat die Stadtverordnetenversammlung am 29. April durch einstimmigen Beschluss an Hessen Forst übergeben. Da sich bereits der UMEA (Umwelt-, Mobilität- und Energieausschuss) mit der Beschlussvorlage befasst und die Zustimmung des Parlaments einstimmig empfohlen hatte, wurde keine weitere Beratung für notwendig gehalten. Den Schlussbericht erwartet Korb nach der Sommerpause, spätestens im Oktober. Die AK-Mitglieder haben sich nach eigenem Bekunden zu Experten in Waldfragen entwickelt, das „Megathema“ für Umwelt und Klima, das „uns alle“ betreffe. Gespräche habe der AK auch mit Revierförster Volker Harres geführt und Expertise eingeholt, mit einer steilen Lernkurve, betonte Diehlmann. Dem Stadtwald geht es nicht gut, das steht fest und ist deutlich sichtbar. Und wenn es wieder zu wenig Regen gibt, nehmen die Schäden vor allem an alten Bäumen zu, deren Wurzeln den gesunkenen Grundwasserspiegel nicht mehr erreichen. Diese Einschätzung teilen die AK-Mitglieder und sind sich einig, dass die Kommunen im Ried gegen die Grundwasserentnahme für die Region Frankfurt und Darmstadt wegen der Stimmenverhältnisse im Wasserverband machtlos seien. Zusätzlich ärgerlich sei, dass die Infiltration von Rheinwasser auf Kosten der Riedkommunen gehe. Teilweise seien die Gründe für den schlechten Waldzustand hausgemacht wie durch schwere Maschinen und die übermäßige Entforstung nach Sturmschäden. Leichte Maschinen und Rückepferde könnten zukünftig Abhilfe schaffen. Die Abgabe dieser Zielvereinbarung an Hessen Forst, mit anderen Schwerpunkten als vorher, sei der erste Schritt im Gesamtprozess, am Ende stehe das Schlussgutachten. Wichtiger als die betriebswirtschaftliche Funktion des Waldes sei zukünftig die Erhaltung von Habitaträumen für die Tier- und Pflanzenwelt sowie das Vermeiden von Rückeschäden. 20 Prozent des Stadtwaldes sollen aus der Holznutzung herausgenommen werden und sich weitgehend selbst überlassen bleiben. Noch nicht geklärt sei das Konzept. Bislang sind es ein Prozent, das Land Hessen begnügt sich mit 10 Prozent. Die Betriebsfläche des Forstamts Lampertheim erstreckt sich auf rund 1.119 Hektar. Einheimische Baumarten sollen sich standortbezogen im Zuge der Naturverjüngung ansiedeln. Ein klimastabiler Wald mit den zugehörigen Moosen und Pilzen solle entstehen. Um lange Zeiträume gehe es, um Verantwortung für kommende Generationen. Verwaltung und der AK müssen am Ball bleiben, betonte Diehlmann, wobei die AK-Mitglieder einen Förster im Rathaus als Fachansprechpartner befürworten, der die Umsetzung der Zielvereinbarung beurteilen könne. Außerdem sind die AK-Mitglieder für häufigere Zustandsberichte zu Maßnahmen und Erfolgen, die kritischer betrachtet werden sollten. Auch in der Bejagung gegen Verbissschäden gebe es Nachholbedarf. Korb stellte ausdrücklich fest, dass es um ein Miteinander gehe, kein Gegeneinander. Der Wald als Wirtschaftsfaktor habe zukünftig keine Bedeutung. Beim Waldwirtschaftsplan habe Lampertheim im Haushalt fast immer draufgelegt. Hannelore Nowacki

     

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