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Fr., 28. Februar 2014, 13:25 Uhr
Beim Rathaussturm mit „Bärbel im Wunderland“ erringen die Narren den goldenen Schlüssel
Königin Barbara kapituliert – Prinzessin Teresa I. hatte die besseren Karten
Eine fröhliche Teegesellschaft hatte sich da in Bärbels Wunderland versammelt. Königin Barbara hatte eine starke Mannschaft an ihrer Seite. Doch bald hatte die Stunde der närrischen Kapitulation geschlagen und ihre liebliche Tollität Prinzessin Teresa I. erhielt den goldenen Schlüssel zum Rathaus. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – „Bärbel im Wunderland“ hatte zur Teegesellschaft eingeladen, dann aber kam es zum Rathaussturm. Der Tisch war mit edlem Porzellan gedeckt, auch leckere Törtchen fehlten nicht. Reichlich war auch die Zuschauermenge, Bürger aus dem Wunderland, die sich frühzeitig die guten Plätze mit Blick auf den fröhlichen, aber dennoch mit Lust am Spiel ausgetragenen Machtkampf zwischen Königin Barbara und Prinzessin Teresa I. gesichert hatten. Von weit her war beim Anmarsch des Narrenzuges der Musikzug der Feuerwehr Bürstadt/Hofheim zu hören, ihm folgten Abordnungen und Garden der Fastnachtsvereine SKK 50 und HCV und Prinzessin Teresa I. mit ihrem Hofstaat aus der Vereins-AG. Der Erzähler aus dem Rathaus klärte das Publikum über die Geschichte auf: „Bäschdat ist die Hauptstadt des Wunderlandes – König Alfonso war anno 2013 nach langer Regentschaft zurückgetreten. Erstmals regiert eine Königin im Wunderland“. Eitel Sonnenschein war nur auf den ersten Blick, die Königin sieht ein klaffendes Finanzloch und auch noch das: Ein hochrangiger Offizier ist „in dem unbedeutenden Spargelkaff Lambbade untergetaucht“. Eingeweihte erkannten, das konnte nur einer sein, der dort sein Glück sucht. Aber die Königin kann sich auf ihr Team verlassen, zum Beispiel der verrückte Hutmacher, die herzige Herzogin, Katze und Hase – eine verrückte Teegesellschaft.
Auch die Fastnachter der Gegenseite mit Feldmarschall Sandra am Mikrofon waren nicht auf den Mund gefallen. Beim heißen Wortgefecht mit dem verrückten Hutmacher der Königin hatten beide Seite gute Karten. Foto: Hannelore Nowacki
Kennern der Angelegenheit kam es so vor, als hätte sich Hauptamtsleiter Michael Molitor in den verrückten Hutmacher verwandelt, der auch schon in der Erzählung von Lewis Caroll eine tragende Rolle spielte. Damals spazierte die kleine, große Alice im Wunderland. Unerschrocken und wortmächtig nahm er für seine Königin Barbara den Kampf auf. „Wann ihr net vunn unserm Hof dutt verschwinde, donn tue ich eich drehe in eiern Hals eh Gewinde“. Doch Feldmarschall Sandra von der Vereins-AG gab ordentlich Zunder: „Statt Märchen zu spielen un debei zu chille, deet ihr besser was schaffe und die Stadtkass wier fülle“. Dann kam es, wie es kommen musste, angesichts der närrischen Übermacht hatte es die „Bärbel im Wunderland“ nicht leicht. Beim Machtkampf schlug sie sich tapfer, denn zu bewältigen war ein sportlicher Parcours nach Art des britischen Croquet, dann stand sie im Wettkampf mit Prinzessin Teresa beim Erkennen von Teesorten. Aber was wurde da wohl in die Tassen gefüllt? Auf jeden war erkannte die Königin auch Früchtetee. Diese Runde ging an sie. Doch dann stellte sich heraus, die Prinzessin hatte die besseren Karten, die beim Kartenhausbau schön stehen blieben. So kam es wie es kommen musste, Prinzessin Teresa I., die närrische Tollität der Stadt im Wunderland, erhielt von Königin Barbara den goldenen Schlüssel zum Rathaus. Schnell waren die Unterschriften unter die Kapitulationsurkunde gesetzt, damit man im Bürgerhaus gemeinsam feiern konnte. Dort stand schon der gekühlte Sekt bereit und auch Bier war zu haben. Hannelore Nowacki