Filetstück zwischen Dom- und Emiliengasse auch weiterhin Thema
Kommunalwahl: FDP stellt Wahlprogramm vor
Thomas Bittner, Stefanie Teufel und Fritz Röhrenbeck im Gespräch mit den Lampertheimern Bürgern. Foto: Meike Paul
LAMPERTHEIM - Sie zeigten sich enthusiastisch, entschlossen und bürgernah, als sie am vergangenen Freitag im alten Rathaus ihr aktuelles Wahlprogramm vorstellten: FDP-Spitzenkandidat Thomas Bittner, der gemeinsam mit Fritz Röhrenbeck auf Listenplatz 2 die Doppelspitze stellt, sowie Betriebswirtin Stefanie Teufel (Listenplatz 4), die sich für eine attraktive Bebauung in der Nähe des Sankt Marienkrankenhauses stark macht. Ansonsten lässt sich das Programm in fünf Schlagwörter gliedern: Wirtschaftsförderung, Wohnen, Finanzen, Freizeit und Umwelt, sowie Verkehr. „Wir wollen Entscheidungen treffen, die für den Bürger gut sind. Wir alle sind Lampertheimer Bürger und wir wollen es attraktiv machen, Lampertheimer Bürger zu werden“, brachte der 24-jährige Röhrenbeck seine Haltung auf den Punkt. Als junger Vater weiß er, was dafür nötig ist, junge Familien nach Lampertheim zu holen und in der Stadt zu halten: Günstige Grundstückspreise, also, bezahlbaren Wohnraum schaffen, eine Weiterentwicklung und Vermarktung des Stadtparks und – walds, sowie der Ausbau von Sport und Touristikangeboten. Die Verpflichtung Neubauten auf städtischen Grundstücken als Passivhäuser auszubauen, würden diesen Anliegen allerdings zuwider laufen. Diese Kritik hatte der Bankkaufmann in seiner ersten Legislaturperiode bereits im Stadtenwicklungs-, Energie- und Bauausschuss geäußert und Thomas Bittner ergänzt: „generell müsste es darum gehen, Spar- und Wachstumspotenziale zu nutzen, anstatt Gebühren und Steuern weiter nach oben zu treiben.“ Der Fraktionsvorsitzende denkt dabei daran, die Subventionen beim defizitären Parkhaus abzubauen und offensiver in der gewerblichen Ansiedlungspolitik vorzugehen. Denn viele Unternehmen, die in den umliegenden Städten und Ortschaften Niederlassungen gefunden haben, hätten vorher auch in Lampertheim angefragt. „Hier wurde offenbar sehr schlecht verhandelt“, glaubt Fritz Röhrenbeck. Um Lampertheim als Standort attraktiv zu machen, hält die FDP Auch weiterhin beharrlich an ihrem Filetstück fest: Einer Markthalle zwischen Dom- und Emiliengasse, das bereits 1997 als Projektgebiet „Innenstadt Nord-West“ Diskussionsvorschlag gewesen ist. Der Vorschlag einer Halle, die als Veranstaltungsort für Märkte, Konzerte und andere Feste genutzt werden kann, ist reizvoll und sollte als Magnet zur Belebung beitragen. „Eine attraktive Innenstadt lebt immer von dem Angebot, das dort offeriert wird. Das können Einkaufsmeilen sein, aber auch Veranstaltungsorte mit entsprechendem kulturellem und gastronomischen Angebot“, sagt Stefanie Teufel. Gepaart mit einer vernünftigen Bebauung unter Einbeziehung schon vorhandener Einrichtungen, zum Beispiel dem Marienkrankenhaus oder der dortigen Geriatrie, sei dieses Areal prädestiniert für einen Projektentwickler. Die Kommune alleine könne das nicht schaffen, allenfalls begleiten. Um die Entwicklung voranzutreiben bringt Teufel einen Investorenwettbewerb ins Gespräch. Auch im Industriehafen sei Entwicklungspotenzial, das ausgeschöpft werden will. Für die Projektbebauung am Altrhein, sprechen die Liberalen den Vereinen und Ehrenamtlichen ihre volle Unterstützung zu. Der Wassersport habe eine zentrale Bedeutung in Lampertheim, weshalb der Verein gefördert, sowie das Naturschutz- Naherholungsgebiet Altrhein erhalten werden müsse. Was den Verkehr anbelangt, hält die FDP auch weiterhin an der Ortsumgehung fest. „Durch das Umsetzen der Grünzugtrasse oder eines weiteren Wegs jenseits der BASF könnte unter Umständen ein gemeinsames Gewerbegebiet mit Bürstadt erschlossen werden“, so Thomas Bittner. Außerdem möchte der Fraktionsvorsitzende einen Bürgerbus einrichten. Meike Paul