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  • Fr., 13. Juni 2014, 10:17 Uhr
    Arbeitskreis Dorferneuerung: Mehrheit für Wohnen und Spielen auf dem Messplatz

    Kompromiss ohne Maximum – eine Empfehlung ist kein Bebauungsplan

    Arbeitskreissprecher Volker Utz zeigte auf dem Ortsplan mit dem Kernbereich Dorferneuerung die rot markierten Leerstände und potenziellen Bauplätze auf, die sich jedoch in privatem Eigentum befinden. Nur der Messplatz ist Eigentum der Stadt Bürstadt. Foto: Hannelore Nowacki


    BOBSTADT – Der Messplatz war bei der über zweistündigen Sitzung des Arbeitskreises Dorferneuerung am Mittwochabend das Thema Nummer 1. Moderator Stefan Lösch hatte in Rücksprache und im Auftrag der Stadt Bürstadt zur Sitzung eingeladen, die diesmal bei der Freiwilligen Feuerwehr stattfand. Das nächste Treffen des Arbeitskreises ist am 14. Juli im katholischen Pfarrzentrum geplant. Auch einige Bobstädter waren gekommen, die bereits bei vergangenen Treffen des Arbeitskreises ihre Stimme gegen eine Wohnbebauung des Messplatzes erhoben hatten. Besonders einige Überlegungen und Ideen des Arbeitskreises Dorferneuerung zur Verlegung von Spielplatz und Rollschuhbahn hatten heftige Kritik ausgelöst.

    Der Spielplatz bleibt an dieser Stelle erhalten, das steht seit der turbulenten Diskussion im Rahmen der Arbeitskreissitzung im März fest. Als Ziel der aktuellen Sitzung nannte Moderator Lösch die Verabschiedung eines Kompromissvorschlages, der als Empfehlung an den Ortsbeirat gegeben wird. „Heute geht es um die Richtung, um einen Auftrag an die politischen Gremien“. Dabei machte Lösch ebenso wie Ortsvorsteher Hans-Georg Gött deutlich, dass „Kompromiss“ nicht das „Maximum“ sei: „Es wird keine Lösung geben, die jedem zu hundert Prozent entspricht – wir müssen daran denken, dass auch in zehn oder fünfzehn Jahren noch so viele Kinder da sind, um die Infrastruktur mit Schule und Kindergarten erhalten zu können“. Wie auch Arbeitskreissprecher Volker Utz wies Lösch darauf hin, dass vor allem zeitgemäßer Wohnraum gefragt sei, nur eine überschaubare Gruppe sei an alten Häusern interessiert, wie sie im Ortskern vorhanden seien. Dies zeige sich beispielhaft an den kürzlich fertiggestellten Mehrfamilienhäusern, die schnell bezogen wurden. Zum Verständnis der Ideen des Arbeitskreises rollte Utz noch einmal die Diskussionen der Vergangenheit auf und stellte Übersichtskarten des Kernbereichs der Dorferneuerung mit Leerständen und potenziell bebaubaren Privatgrundstücken vor. „Doch auf Privateigentum können wir nicht zugreifen“.

    Die Skizzen des Stadtplaners zeigten eine Wohnbebauung in Gestalt eines modernen Wohnparks. Dabei betonte Utz, dass dieses Konzept Ideen aus der Bevölkerung darstelle. „Was der Investor, der Architekt und die Stadt Bürstadt daraus machen, liegt außerhalb unseres Einflusses“. Lösch erinnerte daran, dass der  Arbeitskreis ein klares Votum für diese verdichtete Bebauung abgegeben habe. Ortsvorsteher Gött bestätigte, dass der Ortsbeirat bereits 2012 den Grundsatzbeschluss zur Bebauung gefasst habe. „Das alles ist aber noch kein Bebauungsplan“, versuchte Lösch die Kritiker im Raum zu beruhigen. Bauamtsleiter Frank Lindemann stand für weitergehende Fragen zur Verfügung und erläuterte das Verfahren. Zunächst müsse für die Messplatzfläche ein Bebauungsplan aufgestellt werden, die Bürger hätten Einspruchsmöglichkeiten. Im weiteren Verfahren müsste die Fläche ausgeschrieben werden. Großes Lob für den Arbeitskreis Dorferneuerung und Sprecher Volker Utz kam von Frank Cornelius. Der in Bobstadt geborene Architekt, der heute vorwiegend in Österreich lebt, wird seine Zukunftsvision vom Ortskern Bobstadt bei der nächsten Sitzung vorstellen. Lösch wies darauf hin, dass Cornelius einige neue Ideen präsentieren werde. Andere Bobstädter machten ihre Vorbehalte deutlich.

    So sprach sich eine Mutter vehement für den Erhalt von Spielplatz und Rollschuhbahn in der derzeitigen Ausstattung und Lage aus. Ein Kritiker meinte, es sei gelogen worden, denn es habe sich nicht um Ideen, sondern bereits um fertige Pläne gehandelt. Ortsbeiratsmitglied Daniel Ludwig sprach sich gegen eine Bebauung aus, da der Messplatz bei Ereignissen wie der Kerwe als Besucherparkplatz benötigt werde. Ein anderer Bobstädter wollte lieber eine Grünanlage haben. Da bereits die Chausseeallee mit hohen Investitionen als Naherholungsgebiet zur Verfügung stehe, sei dies nicht realisierbar entgegnete Lösch. Bei der Abstimmung votierten von 19 Teilnehmern 11 für eine Messplatzbebauung mit Erhalt von Spielplatz und Rollschuhbahn, 5 stimmten mit Nein, 3 enthielten sich der Stimme. Die mehrheitlich anwesenden Ortsbeiräte hatten entschieden, an der Abstimmung nicht teilzunehmen. Im folgenden Sachstandsbericht ging es um den Umbau des Alten Rathauses, der sich im Zeit- und Kostenrahmen befinde, wie Lösch mitteilte, veranschlagt seien 150.000 Euro. Außenputz und weitere neue Fenster müssen nach Kostenschätzung der Planer neu beantragt werden. Mit der Sanierung des katholischen Pfarrzentrums als Begegnungsstätte für die Bobstädter Bevölkerung könne erst nach Vertragsunterzeichnung der Stadt Bürstadt begonnen werden. Mit der Betreiberin des von Schimmel befallenen Kiosks in der Bergstraße werde die Stadt Bürstadt über zwei Varianten sprechen.

    Hannelore Nowacki

    Diese Ansicht zeigt den Messplatz. Arbeitskreismoderator Stefan Lösch erläuterte die mögliche Bebauung und möglicher Verschiebung von Spielplatz und Rollschuhbahn. Foto: Hannelore Nowacki

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