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Do., 12. Februar 2015, 22:20 Uhr
Jugendrat will bekannter werden – Fragebogenaktion an der Erich-Kästner-Schule ausgewertet
Kooperation zur Vortragsreihe für Migranten geplant
Im Jugendkulturhaus Schillers in der Magnusstraße trifft sich der Jugendrat zu seinen Sitzungen. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Wer kennt den Jugendrat? Und was wissen die Jugendlichen über die Aktivitäten ihres Jugendrates? Bei einer Fragebogenaktion des Bürstädter Jugendrates am 24. September letzten Jahres in der Erich-Kästner-Schule (EKS) ging es um diese und viele weitere Fragen. Die aufwändige Auswertung der 753 verwertbaren Stichproben stellte der Jugendrat am Montagabend im Rahmen eines Pressegesprächs vor – ein beachtlicher Rücklauf wie der Jugendratsvorsitzende Michael Pfeifer fand. 355 Schülerinnen und Schüler aus Bürstadt beteiligten sich, insgesamt waren es 351 Mädchen und 402 Jungen. Die Fragebögen enthielten keine Vorgaben, die Beantwortung erfolgte frei nach Entscheidung der Jugendlichen. Was gefällt mir an Bürstadt? Die eigene Schule erreichte in der Rangliste den 2. Platz. „Kompliment an die Schule“, kommentierte Pfeifer dieses Ergebnis. Den Spitzenplatz nahm das Schwimmbad ein. Besonders bei den männlichen Jugendlichen bekannt und beliebt ist der Dirt- und Skatepark auf dem Freizeitkickergelände. Die Befragten an der EKS im Alter von 12 bis 16 Jahren sind wichtiger Teil der Zielgruppe, an die sich die Angebote und Projekte des Jugendrates richten. Jedoch nimmt etwa ein Drittel der Bürstädter Jugendlichen den Jugendrat gar nicht wahr. Auch er habe in seiner Schulzeit gar nicht gewusst, dass es den Jugendrat gibt, gestand Pfeifer ganz offen. Fazit: „Wir gehen aus der Umfrage mit einem guten Gefühl“, erklärte Pfeifer. Durch verbesserte Öffentlichkeitsarbeit will der Jugendrat jedoch bekannter werden. Sind wir besser geworden? Das will der Jugendrat mit einer weiteren Fragebogenaktion in diesem Jahr feststellen. Auf der Wikipedia-Seite der Stadt Bürstadt ist mittlerweile ein Abschnitt dem Jugendrat gewidmet. Darum hatte sich Philipp Ofenloch gekümmert, der eigentlich einen eigenen Eintrag in Wikipedia angestrebt hatte, jedoch an den Relevanzkriterien nicht vorbeikam. Wer unter der Rubrik Politik und Gremien auf der Homepage der Stadt Bürstadt nachschaut, erfährt ebenfalls Grundsätzliches über den Jugendrat, in dem sich aktuell 15 direkt gewählte Mitglieder im Alter von 13 bis 20 Jahren engagieren. Einen Namen über Bürstadt hinaus hat sich der Jugendrat mit seinen Vorträgen über deutsche Politik und Kultur gemacht, die den Flüchtlingen in der Stadt das Verständnis und die Teilhabe erleichtern sollen. Dieses Engagement hat auch Diplom-Sozialpädagogin Monika Bauer-Herzog beeindruckt, die als WIR-Koordinatorin des Kreises Bergstraße seit Januar 2014 beim Ausländer- und Migrationsamt tätig ist. WIR bedeutet „Wegweisende Integrationsansätze Realisieren“ und ist ein vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration gefördertes Programm für die Entwicklung einer wegweisenden und erfolgreichen Integrationspolitik in Hessen. In diesem Sinne brachte sie bei der öffentlichen Sitzung des Jugendrates einen Vorschlag ein, der vom Jugendrat durch Abstimmung angenommen wurde. Die Idee, die beim Jugendrat Anklang fand: In Kooperation von Jugendrat und dem Kreis Bergstraße Flüchtlingen und anderen Zugewanderten das weltweit einzigartige deutsche Vereinswesen nahe bringen, Hemmschwellen abbauen und zum Mitmachen in den regionalen und lokalen Vereinen zu ermuntern. Als junge Nachwuchspolitiker wollen sich die Mitglieder des Jugendrates weiterbilden. Um ihre mündliche Aussagekraft zu verbessern, wollen sie beim Rhetorik-Club Bergstraße einen eintägigen Rhetorikkurs besuchen. Zu einem Besuch des Landtages in Wiesbaden hat der Landtagsabgeordnete Alexander Bauer (CDU) den Jugendrat eingeladen. Als überparteiliches Gremium nimmt der Jugendrat gerne auch Einladungen anderer Parteien an, wie Vorsitzender Pfeifer betonte. Ein besonderes Ereignis stand mit dem Drehtermin des Hessischen Rundfunks am nächsten Tag bevor. Der Filmbeitrag werde in der Hessenschau gesendet, teilte Pfeifer mit. Der Jugendrat und die Jugendpflege der Stadt Bürstadt veranstalten das erste gemeinsame Newcomerfestival für junge, aufstrebende Bands. 60 Bands aus ganz Deutschland hatten sich in Bürstadt beworben. Zehn Bands kamen in die engere Wahl. In der ersten Vorrunde am 13. März in der Ratskeller-Scheune spielen drei Bands vor Publikum und einer Fachjury aus Musikern. Das Finale findet auf dem Bürstädter Stadtfest am 5. Juni statt. Hannelore Nowacki