Mo., 24. Juli 2023, 12:30 Uhr
DEUTSCHER GEWERKSCHAFTSBUND: Jüngste Sitzung des Kreisvorstandes befasste sich mit Tarifabschlüssen und laufenden Tarifrunden
Kreisvorstand fordert Erhöhung der Löhne
KREIS BERGSTRASSE – Der Kreisvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im Kreis Bergstraße befasste sich auf seiner jüngsten Sitzung in Bensheim ausführlich mit den Tarifabschluss Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, dem Tarifabschluss der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) für die Beschäftigten der Süßwaren-Industrie sowie den laufenden Tarifrunden der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di für die Beschäftigten im Handel: „Die beste Antwort auf die massiv gestiegenen Preise sind deutliche Erhöhung der Löhne und der Ausbildungsvergütungen“, machten DGB-Kreisvorsitzender Sven Wingerter (Wald-Michelbach) und DGB-Regionssekretär Horst Raupp (Darmstadt) deutlich. „Gute Löhne fallen nicht vom Himmel. Sie müssen erkämpft werden. Das geht nur mit mitgliederstarken Gewerkschaften“. Beide betonen: „Durchsetzungsstark sind die Gewerkschaften nur durch ihre Mitglieder. Ohne mitgliederstarke Gewerkschaften gibt es keine Tarifverträge und keine Tariferhöhungen. Deshalb ist es für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vernünftig und wichtig, Mitglied einer DGB-Gewerkschaft zu sein. Jedes neue Mitglied stärkt die Verhandlungsposition und die Durchsetzungsmacht der Gewerkschaften und hilft mit, die eigenen Interessen und die aller Beschäftigten erfolgreich durchzusetzen“. Die Stellvertretende DGB-Kreisvorsitzende und Sprecherin der DGB-Gewerkschaftsfrauen Hilde Kille (Heppenheim), unterstreicht: „Für Frauen sind gute Tarifverträge ein doppeltes Plus. Schließlich sind Frauen besonders stark von Niedriglöhnen und Altersarmut betroffen. Von starken Gewerkschaften und guten Tarifergebnissen profitieren Frauen deshalb besonders deutlich“. Der DGB Bergstraße betont: „Gewerkschaft lohnt sich. Überall, wo die Gewerkschaften stark sind, sind die Löhne der Beschäftigten höher und die Arbeitsbedingungen nachweislich besser“.
Der DGB weist eine Einschränkung des Streikrechts, wie es von Unternehmerverbänden und Teilen der CD/CSU gefordert wird, scharf zurück: „Das Streikrecht ist ein zentraler Pfeiler der sozialen Demokratie. Es ist das fundamentalste Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, um ihre Interessen wirkungsvoll vertreten zu können. Jedes Anti-Streik-Gesetz ist ein Gesetz gegen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Ohne Streikrecht sind Tarifverhandlungen nichts anderes als kollektives Betteln. Streik ist unser gutes Recht und wir nutzen es. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften sind bereit, jeden Angriff auf das Streikrecht abzuwehren“.
Im Zusammenhang mit dem Streikrecht zitiert DGB-Regionssekretär Horst Raupp den früheren sozialdemokratischen Bundeskanzler Helmut Schmidt: „Es muss auch mal gestreikt werden. Ein Land, die dem nicht gestreikt wird, ist keine Demokratie“. Raupp erinnerte daran, dass in allen Ländern, in denen der Faschismus an die Macht kam, in Italien, Deutschland, Spanien und Chile, die Demokratie abgeschafft und Gewerkschaften und Streiks verboten wurden. Für den DGB ist klar: „Der Kampf gegen die Bedrohung von rechts ist und bleibt eine zentrale gewerkschaftliche Kernaufgabe“. zg