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Mo., 11. April 2016, 22:36 Uhr
Tag der offenen Tür des NABU Lampertheim e.V. an der Sandgrube Feuerstein mit naturkundlich geführten Rundgängen für Groß und Klein
Kröten, Frösche und Feuersalamander zum Anfassen
Amphibienexperte Gerd Will erklärte den Besuchern die Tiere in den Schaukästen, darunter den Feuersalamander aus dem benachbarten Odenwald. Foto: Sigrid Samson
LAMPERTHEIM – Die ehemalige Sandgrube, die seit 1983 brach liegt und seit 2002 vom NABU betreut wird, hat sich zu einem Paradies für Vögel, Frösche und weitere Tiere entwickelt. Für große und kleine Besucher gab es am vergangenen Sonntag auf den 17.000 Quadratmetern der Grube Feuerstein in der Nähe des Kegelzentrums Heide in Lampertheim einiges zu entdecken.
Erdkröten, die unter Artenschutz stehenden Kreuz- und Wechselkröten, Grasfrösche, Teich- und Bergmolche waren in verschiedenen Schau-Aquarien zu beobachten. Wer wollte, konnte die Tiere gerne auch mal selbst in die Hand nehmen – nicht nur die Kinder hatten ihre Freude daran. „Lediglich die Feuersalamander stammen aus dem benachbarten Odenwald, da fließendes Gewässer ihre Lebensgrundlage bildet“, erklärte Amphibienexperte Gerd Will den Kindern.
In dem wertvollen Amphibienbiotop, das als Rückzugsgebiet für viele Tierarten gilt, sind bereits Eisvögel, Grau- und Seidenreiher sowie die seltenen Rohrweihe gesichtet worden. Auch Blässrallen, Zwergtaucher, Stockenten und Teichrohrsänger fühlen sich hier wohl. Auch für eine Vielzahl von hoch spezialisierten Pflanzen ist die Grube Feuerstein, die lediglich am Tag der offenen Tür für die Bevölkerung zugänglich ist, der ideale Lebensraum. Borstige unscheinbare Gräser, die der Hitze und dem mageren Sandboden trotzen, sind auf dem Gelände genauso heimisch wie die wärmeliebenden und auffallend gelb blühenden Nacht- und Königskerzen.
Experten standen den Besuchern von 10 bis 14 Uhr für Fragen und Rundgänge zur Verfügung. Während Amphibien- und Vogelschutz-Fachmann Gerd Will über die einzelnen Tiere in den Ausstellungsbecken informierte, übernahm der Zweite Vereinsvorsitzende und Botaniker Klaus Feldhinkel mehrere Gruppen von Interessenten nacheinander mit auf den Weg durch das Gelände und erklärte einige Besonderheiten. Bei seinem interaktiven Spaziergang durch die Botanik stellte er unter anderem Kreuzkraut und Misteln vor, die vorhandenen Baumarten wie Pappel, Eiche, Kiefer und Traubenkirschen, und reichte Gräser, verschiedene Kräuter und Farne in der Gruppe weiter. Vogelexperte Dieter Melchior begleitete die Gruppe und erzählte beispielsweise über Kohlmeise oder Grünfink, deren Stimmen zu hören waren. Seine Anekdoten trugen zur Unterhaltung der Besucher bei. Feldhinkel ging auch kurz auf die Problematik der massiven Ausbreitung des Schilfs im vorderen Bereich des Geländes ein – da dieser auch über die Wasserfläche hinweg wächst und stark wuchert, ist in diesem Jahr vorgesehen, große Teile des Schilfs weiter zurück zu mähen und kleine Teiche auszubaggern, um den Lebensraum für andere Pflanzen und vielfältige Tierarten zu erhalten, darunter auch exotische Schildkröten.
Botaniker Klaus Felhinkel vom NABU führte mit den Gästen Rundgänge durch das Gelände der Sandgrube Feuerstein durch. Foto: Sigrid Samson
„Der Tag der offenen Tür kommt vor allem bei Kindern immer wieder unglaublich gut an“, berichtete Feldhinkel, da sie die Kröten auch mal anfassen können und Unterschiede erkennen können. Die Sensibilisierung der gesamten Bevölkerung für die Arbeit des NABU steht dabei im Vordergrund. Die erste Vorsitzende Andrea Hartkorn freute sich über die Fortführung dieser guten Tradition auch in diesem Jahr – das schöne sonnige Wetter trug dazu bei, dass viele Besucher den Weg zur Sandgrube fanden.
Der NABU bietet vielfältige Angebote für Erwachsene und Kinder wie beispielsweise die beliebten Kräuterführungen oder Fledermausbeobachtungen. Nähere Informationen finden Sie unter www.nabu-lampertheim.de Sigrid Samson