BGLA: Öffentlicher Trinkwasserbrunnen in der Daimlerstraße 10 errichtet / Weitere Brunnen sollen folgen / Baugenossenschaft übernimmt Kosten
Kühle und kostenfreie Erfrischung für alle
Der neue Trinkwasserbrunnen in der Daimlerstraße 10 spendet frisches Nass – sehr zur Freude des Ersten Stadtrates Marius Schmidt sowie den beiden Baugenossenschaft-Vorstandsmitgliedern Martina Sotornik und Wolfgang Klee (v.l.). Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Die Temperaturen im Sommer steigen, Hitzeperioden wie in diesem Jahr werden sich in der Zukunft häufen. In diesem Zusammenhang hat die Bundesregierung beschlossen, dass allen Bürgerinnen und Bürgern im öffentlichen Raum Zugang zu qualitativ hochwertigem Trinkwasser ermöglich werden soll. Denn öffentliche Trinkbrunnen sind eine wirkungsvolle Maßnahme, um Menschen vor gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze zu schützen. Darüber hinaus ist Leitungswasser ein kontrolliertes Lebensmittel, es spart Energie und wird am Trinkbrunnen verpackungsfrei bereitgestellt – so profitiert auch die Umwelt. Die Baugenossenschaft Lampertheim (BGLA) hat dies zum Anlass genommen, ein erstes Zeichen zu setzen und hat in der Daimlerstraße 10 unter dem Motto „Wir sorgen für Erfrischung” einen öffentlichen Trinkwasserbrunnen installiert – weitere werden folgen.
Wolfgang Klee vom Vorstand der BGLA erläuterte am Montag vor Ort, dass man sich angesichts der zu erwartenden weiteren Hitzeperioden mit dem Thema Trinkwasserbrunnen beschäftigt habe. „Im Rahmen unseres 75-jährigen Jubiläums haben wir recherchiert, was man bezüglich der Installation entsprechender Brunnen beachten muss. Denn wir möchten auf jedem unserer Grundstücke einen solchen Brunnen installieren.“ Mit Blick auf die aktuellen Lieferzeiten entsprechender Brunnen von bis zu drei Monaten geriet das Vorhaben jedoch wieder ins Wanken, bis ein Gespräch mit der Partnerfirma Leonhardt geführt wurde. Der Geschäftsführer dieses Unternehmens plante einen Urlaub in Italien – und damit genau in dem Land, aus dem die meisten der Trinkwasserbrunnen stammen. Spontan brachte er einen solchen Brunnen mit und übergab ihn der BGLA.
„Wir haben diesen Brunnen umgestaltet und von einem Hebel- auf ein Druckknopfsystem umgestellt”, ergänzte Wolfgang Klee. „Nun wollen wir mit örtlichen Handwerkern fünf bis zehn solcher Brunnen in Eigenbauweise herstellen, damit wir unabhängig von Lieferzeiten sind.” Mit lokalen Schlossern sollen so über den Winter die entsprechenden Brunnen hergestellt werden, um Jahr 2023 sollen diese installiert werden – unter anderem in Neuschloß am Wacholderweg 18 am dortigen Gebäude der BGLA und dem vorbeiführenden Radweg und auch vor dem neuen Büro der BGLA.
Bezüglich des nun bereits installierten Brunnens in der Daimlerstraße hofft Wolfang Klee, dass „dieser von der Öffentlichkeit angenommen und von Vandalismus verschont wird.” Für den Trinkwasserbrunnen wurde übrigens ein separater Wasserzähler eingebaut, so dass die Mieter nicht von entsprechenden Wasserkosten betroffen sind – diese übernimmt alleine die Baugenossenschaft. Der Wasserausfluss ist auf eine Dauer von 15 Sekunden begrenzt, so dass es zu keinem dauerhaften Wasserfluss kommen kann. Und selbstverständlich wurde der Brunnen auch auf mögliche Legionellen überprüft, damit eine Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen werden kann.
Den Hinweis, dass sich die BGLA über Nachahmer freuen würde, nahm der ebenfalls anwesende Erste Stadtrat Marius Schmidt gerne auf. „Herzlichen Dank, die Baugenossenschaft Lampertheim hat einmal mehr bewiesen, dass sie ein innovatives Unternehmen ist. Auch in Hüttenfeld wäre ein solcher Trinkwasserbrunnen vor einem Gebäude der Baugenossenschaft wünschenswert. Wir haben als Stadt die Bedeutung erkannt, Zugang zu öffentlichem Trinkwasser zu ermöglichen. Daher wird im Rahmen der Neugestaltung des Alfred-Delp-Platzes in Lampertheim im Jahr 2023 auch die öffentliche Trinkwasserversorgung sichergestellt.”
Dass der Trinkwasserbrunnen funktioniert, stellten die beiden BGLA-Vorstandsmitglieder Martina Sotornik und Wolfgang Klee sowie der Erste Stadtrat Marius Schmidt direkt unter Beweis – und auch ein Mitarbeiter einer Lampertheimer Baufirma nutzte kurz nach der offiziellen Einweihung erfreut die Möglichkeit, sich Wasser in seiner Trinkflasche abzufüllen. Besonders im kommenden Jahr bei zu erwartenden hochsommerlichen Temperaturen wird die Nachfrage nach dem erfrischenden und kühlen Nass mit Sicherheit weiter steigen. Benjamin Kloos