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  • Fr., 04. Dezember 2020, 18:55 Uhr
    CULTUR COMMUNAL: Erste Videos des Angebotes „Thirty minutes for culture” online / Positive Resonanz

    Künstlerszene präsentiert sich auf vielfältige Art und Weise 

    Die ersten fünf Videos im Rahmen von „Thirty minutes for culture” sind aufgenommen – vier sind bereits online zu finden. Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM – Aufgrund der Corona-Pandemie, der vielen Veranstaltungsabsagen und der unglücklichen Lage vieler Künstler bietet cultur communal der Stadt Lampertheim mit dem neuen Angebot „Thirty minutes for culture” Künstlern Unterstützung und einen öffentlichen Auftrittsrahmen im Schwanensaal an. Ziel ist es, mit professioneller technischer Ausstattung und Filmequipment Künstlern eine Plattform für Film- und Tonaufnahmen zu ermöglichen. Die ersten fünf Aufnahmen fanden mittlerweile statt – am Freitag wurden diese im Schwanensaal vorgestellt. 

    Kulturfachbereichsleiter Rolf Hecher strahlte angesichts der positiven Resonanz aus der Künstlerszene: „Die Anmeldungen haben meine Erwartungen weit übertroffen. Wir haben bisher über 20 Nachfragen – sowohl aus den Bereichen Wort, Musik und bildende als auch der darstellenden Kunst.” Einen großen Dank richtete Rolf Hecher an Helmut Wehe und Hans-Peter Stoll. „Der Weg ergibt sich aus dem Gehen. Helmut Wehe ist bei unserem Projekt für die Tontechnik zuständig. Er kann auf jede Anforderung reagieren und hat immer eine technische Lösung bereit. Hans-Peter Stoll hat sich intensiv in die Kameratechnik eingearbeitet. Beide haben sich als Glücksfall erwiesen, so dass die Künstler optimale Rahmenbedingungen haben. Insgesamt mussten wir nur eine von 25 Anfragen absagen – einem Chor aus dem Odenwald, denn hier konnten wir die Hygienebedingungen nicht gewährleisten. Die Videos der Künstler werden am Samstag auf der städtischen Facebook-Seite veröffentlicht und sind über die Internetseite der Stadt verfügbar – hier finden Sie Links zu bereits vier der fünf Videos auf unserem neuen und eigenen YouTube-Kanal.”

    Die Videos beginnen alle gleich mit einer kurzen Vorstellung des Projektes. Dabei spielt die Regieklappe eine wichtige Rolle, denn sie dient dazu, dass mit ihrem „Fallen” die Ton- und Videospur synchronisiert werden. Auch der Abspann ist bei allen Videos ähnlich, auf jeden Fall erscheinen der Name der Künstler und der Technik. 

    Das erste Video, das aufgezeichnet wurde, stammt von Hans-Jürgen Götz und Patrick Schneller. Unter dem Titel „Ringo Starr – eine Schlagzeuger-Legende” präsentiert Hans-Jürgen Götz zahlreiche Informationen und Erläuterungen zu dem „stark unterschätzten Schlagzeuger der Beatles. Da ich immer gerne Schlagzeugvideos auf YouTube angeschaut habe, hatte ich vor ein paar Jahren die Idee, eine kleine Konzertreihe ins Leben zu rufen. Das Motto lautete ‚Schlagzeug für Nicht-Schlagzeuger‘. Hiermit wollte ich die Grundlage des Schlagzeugspielens näher bringen. Dabei spielte Ringo Starr eine große Rolle, denn es war eine große künstlerische Leistung von ihm, dass man seine Lieder nur anhand der Schlagzeugrhythmen erkennen kann. Dies hat er hervorragend hinbekommen. Gemeinsam mit Patrick Schneller, der während meiner Erläuterungen das Schlagzeug spielt, gehe ich auf diese Fähigkeiten ein.”

    Das zweite Projekt ist eine Lesung mit Schlagzeug. Helmut Orpel liest aus seinem Buch „Der Totentanz von Beram” während Hans-Jürgen Götz ihn auf dem Schlagzeug begleitet. „Die Klänge, die durch das Schlagzeug erzeugt werden, sind den früheren Hörspielen ähnlich. Das Schlagzeug ist dabei ein kreativer Prozess. Wir hatten bereits einen Auftritt dieser Art in Wormser Nibelungenmuseum, dies war ein tolles Experiment. Jetzt können wir das Projekt digital auf die Bühne bringen, dies ist eine tolle cineastische Umsetzung, auch dank Helmut Wehe und Hans-Peter Stoll”, so Helmut Orpel.

    Musikalisch ist das dritte Video, in dem das Duo „Alisa und Frank” 38 Minuten lang insgesamt neun Stücke aus den verschiedensten Genres spielen. „Alisa kann wunderschön singen und Klavier spielen. Wir präsentieren ein vielfältiges und reizvolles Programm, für jeden ist etwas dabei. Es war eine Herausforderung, in einem leeren Saal und ohne Publikum zu spielen, aber dennoch war es eine schöne Aktion”, betonte Frank Hurrle.

    Auch im vierten Video dreht sich alles um Musik: Matthias Karb & Friends, hinter denen sich Lisa Bund und Dominik Götz verbergen, haben sich überlegt, wie man die aktuelle Zeit mit Musik verbinden kann. „Die Pandemie setzt allen Künstlern zu, auch im Bereich der Kreativität. Wir spielen daher bewusst Songs von Künstlern, denen die Pandemie nichts anhaben kann, weil sie leider bereits verstorben sind”, erläuterte Matthias Karb. Und so erklingen Songs von Joe Cocker, Michael Jackson oder Bob Marley. „Es sind sehr interessante Varianten dabei herausgekommen, und es war ein schönes Feeling auf der Bühne. Die Umsetzung was Ton und Video betritt war hervorragend organisiert”, lobte Matthias Karb.

    Das fünfte und bisher letzte Video ist noch nicht ganz fertig — sein Titel wird „MIL Christmas Time” lauten, wie Helmut Wehe verkündete. „Wir sind Musiker, uns fehlt das Publikum. Aber: Wir machen das Beste daraus. Wir spielen viele englischsprachige und traditionelle Weihnachtslieder, insgesamt sind acht Musiker beteiligt. Die Band bleibt immer gleich, die Sänger wechseln. Wir haben Einzelspuren aufgenommen und mischen den Ton nach.”

    Weitere Videos aus allen Kunstbereichen folgen und werden im TIP vorgestellt. Derzeit laufen zudem Überlegungen, das Konzept für das Jahr 2021 auszuweiten, wobei nicht nur Künstler aus Lampertheim willkommen sind. Künstler, die Interesse haben, ebenfalls ein Video zu produzieren, können sich gerne per E-Mail unter kultur@communal.de melden. Benjamin Kloos

     

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