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  • Mi., 02. März 2022, 11:38 Uhr
    FASTNACHT UND UKRAINE: 1. Carneval-Club Rot-Weiß mit kleinem Lindwurm unterwegs

    Kulturelles Brauchtum mit Friedenswusch für die Ukraine verbunden





    Blau-Gelb, die Farben der Ukraine, waren beim kleinen Umzug des 1. Carneval-Clubs Rot-Weiß nicht zu übersehen. Am Stadthaus wurden Stadtprinzessin Steffi II. mit Gefolge und die Zweite Vorsitzende Jesina Litters (rechts) von Bürgermeister Gottfried Störmer und dem Ersten Stadtrat Marius Schmidt empfangen. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Fast ein Werktag wie jeder andere war der Faschingsdienstag in Lampertheim, wäre da nicht am Nachmittag ein kleiner Umzug des 1. Carneval-Clubs Rot-Weiß (CCRW) durch die Innenstadt gefahren, nur ein paar Autos mit den Aktiven, abgesichert von zwei Fahrzeugen der Stadtpolizei. Ein närrischer Lindwurm wie vor Corona war es nicht, auch die Route war eine andere, um wegen der Hygieneauflagen einen Zuschaueransturm zu vermeiden. Blau und Gelb, die Nationalfarben der Ukraine waren auf den Fahrzeugen zu sehen und zwischen den vielfarbigen Luftballons, die sich im frischen Wind wiegten, fielen zahlreiche blaue und gelbe auf. Als die Narrenschar in der Riesengasse angekommen war, machte sich Stadtprinzessin Steffi II. in weiß strahlender Robe mit ihrem rot-weiß gewandeten Gefolge zu Fuß auf den kurzen Weg zum Stadthaus, erwartet schon von Bürgermeister Gottfried Störmer mit einem Korb voller süßer Kraftspender, an seiner Seite Erster Stadtrat Marius Schmidt. Beide hielten ihre Mimik in Balance zwischen freundlicher Empfangsgeste und Ernst angesichts des Krieges in der Ukraine. Wer jung genug ist, wie die kleine Piratin im Auto von Ehrenpräsidentin Margit Selb, hat noch unbeschwerte Freude an der Fastnacht, auch wenn alles sehr viel anders ist als früher. Stimmungsknaller spielte DJ Rick am Stadthaus nicht, leisere Töne waren angesagt und eine Liedauswahl, die dem Friedenswunsch entspricht. Von Udo Lindenberg erklang „Wir ziehen in den Frieden“, zu hören war das deutliche „Stand up“ im Song „Caravan of Love“ und auch der Song von Michael Jackson „We are the World“ fügte sich in diese Stimmung ein. Mit einem leisen Helau begrüßte Jesina Litters, die Zweite Vorsitzende des CCRW, die kleine Versammlung, um dann in Reimen die Lage zu beschreiben, die der Fastnacht Corona bedingt schwer zusetzt, doch „schaut man in die Welt hinaus, sieht es viel schlimmer aus“. Aber machtlos sind die Narren nicht: „Wir zaubern ein Lächeln auf jedes Gesicht, das ist der Narren Pflicht“. Bürgermeister Störmer, der beim CCRW als Senator geehrt wird, sprach über den Zwiespalt, das Brauchtum als Kulturgut unter diesen Bedingungen des Krieges in der Ukraine aufrechterhalten zu können, sei dann aber zum Ergebnis gekommen „wir müssen als Fastnachter Stellung beziehen“. Er sei sicher, dass die Freiheit Deutschlands auch in der Ukraine verteidigt werde und hoffe, dass der Krieg ein baldiges Ende finde und man dort an den Verhandlungstisch zurückkehre. Dem CCRW dankte er, dass der Verein das Brauchtum der Fastnacht aufrechthalte. Erster Stadtrat Schmidt meinte, es sei ein würdiger Umzug angesichts dieser Lage. Dann machte sich der kleine Umzug auf den Weg zurück über die Römerstraße, langsam und mit Musik, hinter sich eine lange Autoschlange. Hannelore Nowacki




     







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