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Mo., 21. September 2015, 22:26 Uhr
Tage des offenen Ateliers bei Jürgen Richter mit Spendenaktion zugunsten der Lebenshilfe
Kunstausstellung, Gäste-Malworkshop und buntes Rahmenprogramm begeisterte die Besucher
Nico Baus, der für musikalische Unterhaltung sorgte, gemeinsam mit Jürgen Richter, Günter Baus von der Lebenshilfe und dessen weiterer Sohn Marvin, der sich an der Malaktion beteiligte, sowie Künstler Volker Chap-Neußer (v.l.) – sie präsentierten ein von den Gästen erstelltes Kunstwerk, das für einen wohltätigen Zweck versteigert wird. Foto: Sigrid Samson
LAMPERTHEIM – Zum Abschluss des diesjährigen Kultursommers Südhessen (KUSS) beteiligte sich auch Jürgen Richter aus Lampertheim gemeinsam mit weiteren Gastkünstlern an der Aktion „Tage des offenen Ateliers“. Der Lampertheimer Künstler versprach den Besuchern nicht zu viel, als er im Vorfeld einen wahren Kunst- und Gaumengenuss angekündigt hatte. Viele Bürger fanden an beiden Veranstaltungstagen den Weg in sein Anwesen in der Martin-Kärcher-Straße. Gastkünstler Volker Chap-Neußer aus Weinheim und Autorin Lilo Beil aus Birkenau wirkten ebenfalls mit.
Die Besucher erwartete nicht nur Kreatives und Künstlerisches, sondern auch Musik, Literatur und Kulinarisches. In Hof, Garten, Dachboden und Wintergarten des idyllischen Anwesens waren vielfältige Kunstwerke von Richter und Neuß ausgestellt. Die Gäste bestaunten diese und erhielten von den Künstlern Erklärungen, auch zur Entstehungsgeschichte der einzelnen Werke. Gerne machten die Gäste auch Gebrauch davon, selbst Hand anzulegen und gemeinsam ein Bild zu malen. Die Beteiligten hatten viel Freude bei der Gestaltung eines Bildes mit Acrylfarben unter Anwendung der Spachteltechnik. Nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder waren mit Begeisterung dabei, zusammen im Garten ein Kunstwerk zu erstellen – eifrig wurde überlegt, welche Farben wohin passen und wie man das Bild weiter verschönern kann. Die beiden entstandenen Kunstwerke werden in Kürze für einen wohltätigen Zweck zugunsten der Lebenshilfe Lampertheim versteigert. Autorin Lilio Beil gab sonntags mit ihren Vorlesungen eine kleine Kostprobe aus ihren Kriminalromanen, der die Besucher gerne lauschten. Bei einem Gläschen Wein konnte man die Kurzkrimis in gemütlicher Atmosphäre auf sich wirken lassen. Den Gästen wurden erlesene französische Weine aus der Corbière angeboten – Rainer Münch ergänzte das kulinarische Angebot mit gegrilltem Schweinekamm mit Krautsalat oder herzhaften Bratwürsten vom Holzkohlegrill. Der 15-jährige Nico Baus sorgte für musikalische Unterhaltung der Gäste am Sonntagnachmittag und trug gekonnt mehrere bekannte Stücke auf seinem Keyboard vor.
Günter Baus, Vorsitzender der Lebenshilfe Lampertheim und Ried e.V., bedankte sich in seiner Ansprache bei den Verantwortlichen für die wohlwollende Unterstützung durch die Spendenaktion an die Lebenshilfe – denn außer den zu versteigernden Bilder werden 20 Prozent der Tageseinnahmen der beiden Veranstaltungstage der Inklusiven Kindertagesstätte Schwalbennest der Lebenshilfe zugute kommen. „Was ist eigentlich Kunst“, gab Baus zu bedenken und zeigte sich begeistert von den Ideen der Künstler.
Die elfjährige Carina (l.) aus der Nachbarschaft und der neunjährige Marvin Baus (2.v.l.) gemeinsam mit seinem Vater Günter Baus und weiteren Gästen - sie hatten jede Menge Spaß bei der Gestaltung des zweiten Bildes und waren mit vollem Eifer dabei. Foto: Sigrid Samson
Er gab eine kurze Charakterisierung von Neußer und Richter und erwähnte, das Volker Chap-Neußer seine Bilder jeweils „träumt“ - von da aus startet ein kreativer Prozess, bei dem Neußer die Bilder dann verarbeitet und auch umgestaltet. Neußer trug mit seiner kleinen Anekdote zur Erheiterung der Anwesenden bei: ein aus Pastellkreide entstandenes Bild, welches er vor über 20 Jahren unter dem Titel 'Morgendämmerung' gemalt hatte, stellte er anschließend auf den Kopf, gestaltete es um – und es entstand ein völlig neues Kunstwerk unter dem Namen 'Meeresbrandung'. Grundsätzlich arbeitet Neußer mit Masken und Serien, die er von der Entstehung in schwarz-weiß-Tönen anschließend farblich koloriert – so entstehen Gefühls- und Gedankenkarikaturen mit dahinterstehenden Themen wie Freude, Wut oder Abschied. Baus ergänzte, dass die Werke von Jürgen Richter aus konkret erlebten Erfahrungen entstehen, die ihn zum Malen anregen. Die Vielfalt des Erlebten findet Ausdruck in seinen unterschiedlichen Bildern mit den verschiedensten Malstilen, wobei die Aquarellmalerei das Steckenpferd Richters darstellt. Die ausgestellten Bilder der Künstler waren und sind selbstverständlich auch käuflich zu erwerben.
Weitere Malworkshops, Ausstellungen und Vorlesungen der Künstler sind in absehbarer Zeit vorgesehen. Sigrid Samson