Kururlaub mit erwünschten Nebenwirkungen, so geht richtige Erholung, wie die Krautstorze mit ihrem Schwank in zwei Akten beweisen. Foto: Hannelore Nowacki
HOFHEIM – So eine Kurzkur am Abend mit der Theatergruppe „Die Krautstorze“ macht Spaß. Eine angenehme Massage der Lachmuskulatur ist inklusive und auch das Ambiente stimmt heiter. Der Aufenthalt im Kurhotel „Frohndhofblick“ ist also uneingeschränkt empfehlenswert – der Empfang ist freundlich, das Personal kompetent und treffsichere Pointen gibt es reichlich. Welten stoßen im Kurhotel aufeinander und auch die Kraft der Liebe wirkt eindrucksvoll. In nur zwei Stunden Behandlungszeit, die zusätzlich mit einer halbstündigen Pause zur Einnahme von Sekt und Saft kombiniert wird, entfaltet sich die wunderbare Wirkung des Kururlaubs. Die Anfahrt zum Bürgerhaus ist bequem, Parkplätze stehen zahlreich zur Verfügung und für sieben Euro Eintritt ist die Lachkur mit ihrem nachhaltigen Erholungseffekt denkbar günstig. Die gut besuchte Premiere wurde am Samstag gefeiert, am Sonntag folgte die zweite Vorstellung mit rund zweihundert Zuschauern, unter ihnen Bürgermeister Gottfried Störmer mit Ehefrau Sabine. Den Schwank in zwei Akten von Christiane Cavazzini haben die Krautstorze sprachlich lokal angepasst, Handlungen und Personen sind jedoch frei erfunden. Martina Vock als Krankenschwester Tina am Empfang hat mit einigen neuen Gästen ihre liebe Not, versteht sich aber gut mit Frau Dr. Apfel, gespielt von Jennifer Noldes. Die leitende Ärztin, ganz neu im Krautstorze-Team, weiß wie sie mit eigensinnigen Patienten klarkommt und überzeugt mit ihrem professionellen Auftreten. Fritz, der lockere Zivi, gespielt von Marc Ofenloch, ist immer gut drauf, vor allem wenn das Trinkgeld stimmt. Auch er ist neu im Team. Der korrekte Pfälzer Beamte Herbert Michels, gespielt von Christian Jänchen, hält Ausschau nach der Frau fürs Leben. Jänchen, neu bei den Krautstorzen, bringt aber schon Bühnenerfahrung mit. Petra Bickelhaupt (als Bäuerin Rosalinde Linde), Ute Timme (als adlige Beamtenwitwe, anspruchsvoll und standesbewusst), Armin Tremmel (der Pastor mit Lust auf Liebe) und Julia Hertling (die Motorradbraut Petra Blumenschein mit Armbruch und dem kessen Mundwerk, das Herz aber auf dem richtigen Fleck) sind zusammen mit ihren drei neuen Kollegen ein unschlagbares Team, dem man gerne bei der Arbeit und ihren Vergnügungen bei Nacht und Tag zuschaut. „Die Krautstorze“, ein kleiner Verein mit 45 Mitgliedern, sucht weitere Mitspieler und gerne auch Helfer. Alles wird selbst gemacht, vom aufwändigen Bühnenbild bis zum Auf- und Abbau. Gleich nach der letzten Vorstellung müssen Saal und Bühne geräumt werden. Wer sich schön amüsieren will, hat zum Glück noch zwei Aufführungstermine zur Auswahl: Samstag, 1. November und Sonntag, 2. November, Beginn um 19 Uhr. Im Vorverkauf gibt es noch Karten bei der Änderungsschneiderei Martina Heuer in der Backhausstraße 3. Kurzentschlossene erhalten Karten an der Abendkasse. Die Plätze sind nummeriert, der Eintritt kostet 7 Euro. Hannelore Nowacki
Das Publikum war begeistert (hier bei der zweiten Vorstellung am vergangenen Samstag). Foto: Hannelore Nowacki