Fr., 22. Mai 2015, 09:14 Uhr
Koordinierungsausschuss verteilt Arbeit auf mehr Schultern / Bürger um Mithilfe gebeten
„Lampertheim handelt für Flüchtlinge“
LAMPERTHEIM – Die Zahl der Flüchtlinge wird steigen und auch in Lampertheim werden mehr Menschen erwartet - mit bis zu 240 Flüchtlingen wird gerechnet. Zurzeit leben hier etwa 130 Flüchtlinge, fast alle werden vom Koordinierungsausschuss betreut. Am Dienstagabend trafen sich die Mitglieder dieses vorwiegend ehrenamtlichen Gremiums unter Vorsitz von Kurt Stass, um die Neustrukturierung von Zuständigkeiten zu besprechen. Ziel ist eine effizientere Gestaltung und Verteilung der Arbeit auf mehr Schultern, wie Stass im anschließenden Pressegespräch deutlich machte. Die Verwaltung der Stadt Lampertheim habe bereits ihre Zustimmung erteilt. Vor drei Monaten hatte Bürgermeister Gottfried Störmer den Koordinierungskreis ins Leben gerufen. Die Optimierung der Flüchtlingsarbeit soll auch durch mehr aktive Helfer erreicht werden, die sich bei Horst Schmitt unter der Telefonnummer 06206/935-210 melden können. Schmitt ist bei der Stadtverwaltung in der Abteilung Soziale Sicherung für die Koordination zuständig. Bislang sind 70 Helfer gemeldet, 20 seien sehr aktiv, merkte Stass an. Die Aufgaben sind vielfältig, wie Fahrdienste, Hilfe bei Behördengängen, Begleitung bei Arztbesuchen oder Sprachunterricht. Auch in der neuen Struktur steht die Stadtverwaltung mit Bürgermeister an der Spitze. Koordinator Kurt Stass sorgt für den Informationsaustausch mit der Verwaltung, steuert die Arbeitsgruppen, plant Veranstaltungen und ist für die Pressearbeit und Finanzen zuständig. Fünf Aufgabengebiete wurden festgelegt. Für Soziales übernehmen Horst Werner Schmitt, Carola Biehal und Werner Hofmann die Organisation. Flüchtlinge mit guten Sprachkenntnissen und bereits integrierte Migranten können als Integrationslotsen tätig werden. Gedacht ist an die persönliche Betreuung bei der Erstellung von Personalbögen, Besuche und die Problemerkennung sowie die Einbindung von Kirchenvertretern, um die Willkommenskultur zu fördern. Den Bereich Kultur koordiniert Horst Schmitt in Zusammenarbeit mit Volkshochschule, Diakonischem Werk, Lernmobil, Lehrern und sprachbegabten Bürgern. Dabei komme es auf einheitlich strukturierte Sprachkurse mit geeigneten Unterrichtsmaterialien an, betonte Stass. Die deutsche Sprache soll im Gespräch auch bei Kochkursen, Fahrradreparatur- und Nähkursen geübt werden können. Den Sportbereich organisieren David Westerheide, Maximilian Rühl und Marius Schmidt, die Kontakte zu Vereinsvertretern herstellen. Unter dem Stichwort Partnerschaft koordinieren Walter Kirsch, Werner Altenbach, Andrea Weidner und Rainer Brauksiepe die Aktivitäten von Bürgerinnen und Bürgern, die zum Beispiel im Rahmen einer Patenschaft die Umgebung zeigen, über Institutionen informieren und den Flüchtlingen die Gepflogenheiten näher bringen. „Wir haben keine Wirtschaftsflüchtlinge“, erklärte Koordinator Stass, vielmehr seien die eritreischen Flüchtlinge vor der lebenslänglichen Rekrutierung durch das Militär geflohen. Von 132 Flüchtlingen seien fünf anerkannt worden, bei weiteren fünf werde die Anerkennung erwartet. Vom Kreis sei bereits die gemeinnützige Beschäftigung von etwa 25 Flüchtlingen genehmigt worden, die im Bauhof und AZ-Vogelpark tätig sind. Stass legte besonderen Wert auf die Information, dass der Koordinierungsausschuss sich als parteilos verstehe und keine Politik mache oder sie diskutiere. Weiterhin werden Sachspenden wie Fahrräder, Kleidung in kleineren Größen, Mobiliar und Geldspenden benötigt. Bei der Stadt Lampertheim wurde ein Spendenkonto mit dem Kennwort „Lampertheim handelt für Flüchtlinge“ eingerichtet: Sparkasse Worms-Alzey-Ried: IBAN DE87 5535 0010 0003 101110 oder Volksbank Südhessen-Darmstadt eG: IBAN DE05 5089 0000 0014 3047 03. Wie Stass mitteilte, werden mit den Spenden die Flüchtlinge insgesamt, nicht einzeln, unterstützt. Hannelore Nowacki