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  • Do., 26. März 2020, 14:09 Uhr
    Zahlen laut Gesundheitsdezerntin Diana Stolz nicht besorgniserregend / Landrat und Kreisbeigeordnete informieren in Video-Pressekonferenz über aktuelle Lage

    „Lampertheim ist kein Corona-Hotspot”

    Nicht nur die Spielplätze sind in Lampertheim derzeit aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen – die Spargelstadt ist aber trotz höchster Fallzahlen im Kreis kein Corona-Hotspot. Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM – Es sind Zahlen, die aufmerksam werden lassen: Während im gesamten Kreis bis Mittwoch Abend 104 Personen mit dem Coronavirus infiziert waren, so waren dies davon alleine in Lampertheim 34 Personen – und damit etwa ein Drittel aller registrierten Fälle im gesamten Kreis.

    Doch wieso sind ausgerechnet in Lampertheim und seinen Stadtteilen so starke Fallzahlen zu verzeichnen, hängen diese zusammen und was sind die Ursachen?

    Landrat Christian Engelhardt und die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz gab hierzu bei der Video-Pressekonferenz des Kreis Bergstraße auf Nachfrage des TIP Antworten. Dabei betonten beide, dass auf Wunsch und Anweisung des Hessischen Sozialministeriums keine Quarantänezahlen herausgegeben werden – gleiches gilt für Zahlten in einzelnen Ortsteilen. „Wir informieren bewusst nur auf Ebene der Städte und Gemeinden”, betonte Landrat Engelhardt. Dies diene dazu, einzelne Patienten nicht aufgrund eines zu kleinen Bereiches identifizieren zu können.

    Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz stellte mit Blick auf die relativ hohen Zahlen an mit dem Coronavirus Infizierten in Lampertheim fest: „Ich kann Sie beruhigen, es handelt sich hierbei um keine außergewöhnliche und beunruhigende Situation. Über 70 Prozent der in Lampertheim Betroffenen haben sich im Ausland infiziert. Dies ist höher als der Schnitt im Kreis, der bei 63,5 Prozent liegt. Teilweise waren Personen zusammen auf Reisen, so beispielsweise in Skiurlaub. Es ist klar, dass es auch Ansteckungen in Lampertheim selbst durch soziale Kontakte gibt, aber auch dies sind keine beunruhigenden Zahlen. Grundsätzlich haben wir für alle Fälle ein besonderes Augenmerk, in Lampertheim wie im Kreis.” Anschließend nannte Diana Stolz genaue Zahlen: So haben sich zum Stand des Redaktionsschlusses von den betroffenen Lampertheimern 24 Personen im Ausland angesteckt, 5,8 Prozent innerhalb Deutschlands und 23,6 Prozent im Landkreis selbst.

    In Lampertheim sei das Verhältnis von Infizierten zur Gesamtbevölkerung höher als im Kreis, wo der Durchschnitt bei 0,039 Prozent liege – aber mit 0,1 Prozent dennoch niedrig. 

    „Es ist uns wichtig, die Infektionsketten herstellen zu können, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Dies gelingt uns sehr gut. Dabei haben wir in Lampertheim alle Bereiche dabei, sowohl Ansteckungen in häuslicher Gemeinschaft, beispielsweise von Ehepartnern, Einzelpersonen aber auch Gruppen, die in Kleinbussen verreist sind und die sich so alle infiziert haben.”

    Wieso die Zahlen in Lampertheim im Vergleich zu anderen Gemeinden und Städten im Kreis so hoch sind, darüber entwarf Landrat Engelhardt eine Theorie: „Lampertheim und Vienheim sind am engsten mit Baden-Württemberg verbunden. Dort waren Skiferien, und eventuell haben Arbeits- und Freundesgruppen sich an den dortigen Ferien orientiert. Dies ist aber nur eine Theorie. Generell lässt sich sagen: Wir haben zwar in Lampertheim die meisten Fälle, aber im Verhältnis zur Einwohnerzahl sind sie sehr gering.”

     

    Aktuelle Statistik für den Kreis

    „Derzeit sind weit über 100 Personen im Gesundheitsamt tätig, die sich nur um Corona kümmern. Dabei sind acht Teams im Einsatz”, erläuterte Diana Stolz. Das Gesundheitsamt bekommt die Meldungen zu infizierten Personen. Eine der zentralen Aufgaben sei es, die Kontaktermittlung auszuführen, die im standardisierten Verfahren erfolgt – „rund im die Uhr”, wie die Erste Kreisbeigeordnete betonte. „Besonders am vergangenen Samstag war diese eine große Herausforderung, da es an diesem Tag 21 neue Fälle im Kreis gab.“ Die Kontaktermittlung erfolge teilweise auch unter Amtshilfe der Polizei. »Auch die Kontaktpersonen werden unter Quarantäne gestellt. Wir haben etwa ein Drittel Frauen, die positiv auf Corona getestet wurden und zwei Drittel Männer. Bezüglich des Alters der Infizierten ergänzte Diana Stolz: „Keiner der bisherigen Coronapatienten ist unter 15 Jahren und keiner über 80 Jahren. Der Durchschnitt liegt bei 44 Jahren, wobei rund 42 Prozent im Bereich der 16- bis 40-Jähringen und ebenfalls rund 42 Prozent im Bereich der 41- bis 60-Jährigen liegen. Insgesamt gibt es bisher zwölf geheilte Fälle im Kreis Bergstraße.”

    Spende von Desinfektionsmitteln

    Darüber hinaus informieren Landrat Christian Engelhardt, die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz und Kreisbeigeordneter Karsten Krug über weitere relevante aktuelle Themen. Landrat Engelhardt hob dabei den „fantastischen Schulterschluss von Städten und Gemeinden des Kreises” hervor. In der Bürgermeisterbesprechung am Mittwoch habe die Pflege im Mittelpunkt der Gespräche gestanden. Denn gerade Pflegende, Krankenhausmitarbeiter oder Rettungsdienste seien eine Risikogruppe, die es durch entsprechende Desinfektionsmittel zu schützen gelte. Erschwerend kommt in der aktuellen Situation hinzu, dass gerade ausländische Pflegekräfte teilweise nicht mehr ins Land kommen und so eine Lücke entsteht. Aber Landrat Engelhardt hatte auch eine positive Nachricht: So spendet die Firma PRISMAN 30.000 Desinfektionsmittel, die an Pflegedienste, Krankenhäuser und insbesondere Rettungsdienste verteilt werden. 

    Ferienfahrplan startet

    „Der Ferienfahrplan im Kreis Bergstraße wird ab Montag umgesetzt, das bedeutet, dass etwa 25 Prozent weniger Angebote vorgehalten werden”, erläuterte der Kreisbeigeordnete Karsten Krug. Dies geschehe vor allem darum, um in den nächsten Wochen und Monaten den Betrieb aufrecht erhalten zu können.

    Auch in den kommenden Wochen werden Landrat Engelhardt und die beiden Kreisbeigeordneten im Rahmen von Videopressekonferenzen über die aktuelle Situation informieren – der TIP wird weiterhin für Sie berichten. Benjamin Kloos

     

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