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  • So., 25. September 2016, 13:59 Uhr
    Stadtverordnetenversammlung stimmt aus wirtschaftlichen Gründen für Beitritt zum 1. Januar 2018

    Lampertheim sagt „Ja“ zum ZAKB

    Ab dem 1. Januar 2018 wird auch Lampertheim Mitglied des ZAKB sein – dafür sprachen sich die Stadtverordneten am Freitag aus. Archivfoto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM – Mit großer Mehrheit stimmte die Stadtverordnetenversammlung am Freitag für einen Beitritt zum ZAKB zum 1. Januar 2018 und beauftragte die Stadtverwaltung im Zuge dieses Beitrittes mit der Systemumstellung auf ein Abfall-Identsymstem. Dabei spielten in erster Linie wirtschaftliche Gründe eine Rolle für die Entscheidung, eine frühzeitige und vor allem ausführliche Informationen der Öffentlichkeit sei dabei ausdrücklich zu gewährleisten.

    „Die Firma Schüllermann und Partner hat für Lampertheim in einem Gutachten sehr ausführlich beleuchtet, welcher Handlungsbedarf für die Neuordnung der Abfallwirtschaft in Lampertheim besteht. Wir haben uns über viele Jahre die Unabhängigkeit in Lampertheim bewahrt – das Gutachten zeigt jedoch auf, dass die Abfallvermeidung einen höheren Stellenwert erhalten hat und das vorhandene System auf jeden Fall modifiziert werden muss“, äußerte sich Thomas Bittner von der FDP. Dazu heißt es in der Vorlage: „Bei einer Systemumstellung in Eigenregie entstehen im Vergleich zu einem Beitritt zum ZAKB jährlich Mehrkosten in Höhe von circa 188.000 Euro, die der Gebührenzahler in Form einer höheren Gebühr tragen muss.“ Somit sei der Beitritt zum ZAKB die wirtschaftlichste Variante für die Lampertheimer Bürger, führte Thomas Bittner weiter aus. „Das neue System bietet Anreize, bei weniger Leistungsbezug auch weniger zu bezahlen. Diejenigen, deren Tonnen heute schon immer voll sind, wertem aber auch Mehrkosten verkraften müssen. Das ist aber Verursachergerechter äks bisher.“ Gleichzeitig sei der ZAKB ein ausgezeichnetes Beispiel interkommunaler Zusammenarbeit, eine Gefahr der Zunahme wilder Müllablagerungen sieht die FDP aufgrund der Erfahrungen in Lorsch und Bürstadt nicht. Daher stimme die sozial-liberale Koalition unter Abwägung aller Argumente für den Beitritt.

    „Wir sind dazu verpflichtet, das Abfallentsorgungssytem zu verändern, auch mit der klaren Zielvorgabe, die Abfallmenge zu verringern. Die hierzu nötige Umstellung ist in Eigenregie nicht wirtschaftlich, deshalb stimmen wir dem Beitritt zum ZAKB zu“, erläuterte Alexander Scholl für die CDU. „Denn dadurch erreichen wir mehr Flexibilität, teilweise niedrigere Gebühren und weniger Müll.“ Aber es sei nicht alles nur positiv: Denn gerade auf Besitzer von Einfamilienhäusern mit Garten sieht Alexander Scholl eventuell steigenden Gebühren zukommen. „Deshalb ist es entscheidend, eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit zu gewährleisten. Und auch in den Stadtteilen wie in Hofheim besteht im Bereich der Sammelstellen bei der Neustrukturierung der Abfallentsorgung dringender Handlungsbedarf.“

    Ebenfalls positiv auf den Beitritt zum ZAKB reagierte die SPD: „Mit dem ZAKB-Beitritt können wir als Mitglied endlich mitbestimmen, wo der Weg hinführt. Wir müssen aber die Bürger umfassend informieren, damit diese auch wirklich möglichst viel Geld sparen können“, betonte Bärbel Kronauer.

    Bei den Grünen gab es neben Zustimmung zum Beitritt auch eine Enthaltung und eine ablehnende Stimme. „Wir müssen uns auch bewusst machen, dass wir mit dem Beitritt zum ZAKB als Gesamtschuldner für die Risiken einer Deponie haften, die von einigen als tickende Zeitbombe gesehen wird. Wenn hier etwas schief läuft, es zum Beispiel zu einer Vergiftung des Grundwassers kommt, wie einige befürchten, dann haben wir einen Kostenblock am Hals, der sich sicherlich mit der Sanierung von Neuschloss vergleichen lässt“, gab Gregor Simon zu bedenken. Letztlich gab es aber einen klaren Konsens in Bezug auf den Beitritt, so dass Lampertheim künftig Mitglied des in Hüttenfeld ansässigen ZAKB sein wird. Benjamin Kloos

     

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