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  • Do., 23. Mai 2019, 14:35 Uhr
    Bürgermeisterkandidaten im TIP auf dem Prüfstand / Keine Antworten von Lothar Pfeiffer bis Redaktionsschluss

    Lampertheim wählt – 10 Fragen an Gottfried Störmer und Marco Steffan

    LAMPERTHEIM – Am Sonntag, 26. Mai, findet in Lampertheim die Bürgermeisterwahl statt. Zur Wahl stehen der amtierende Bürgermeister Gottfried Störmer sowie die beiden Herausforderer Marco Steffan und Lothar Pfeiffer. Der TIP hat im Vorfeld der Wahl allen drei Kandidaten Fragen gestellt, um unsere Leser über deren Ziele und Beweggründe, bei der Wahl anzutreten, zu informieren. Nachfolgend finden Sie die Antworten der beiden Kandidaten Gottfried Störmer und Marco Steffan. Von Lothar Pfeiffer lagen bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe leider keine Antworten vor, wobei die entsprechende Frist mit der Bitte um die Antworten bereits am 13. Mai abgelaufen ist.

     

    1. Am 26. Mai wählen die Lampertheimer Bürgerinnen und Bürger den Bürgermeister. Sie kandidieren für dieses wichtige Amt. Würden Sie sich bitte kurz vorstellen?

    Gottfried Störmer: Mein Name ist Gottfried Störmer. Ich bin verheiratet, 60 Jahre alt und seit sechs Jahren Bürgermeister der Stadt Lampertheim. Zuvor war ich im Hessischen Innenministerium in leitender Position tätig.

    Marco Steffan: Mein Name ist Marco Steffan. Ich bin 43 Jahre, in Lampertheim aufgewachsen und habe hier meinen Lebensmittelpunkt. Mein Beruf ist Jurist. Ich bin Inhaber einer Kanzlei für Kreditmanagement und der Immoblienagentur Steffan, außerdem Gründer einer gemeinnützigen Stiftung zugunsten benachteiligter Kinder.

    2. Warum wollen Sie Bürgermeister werden?

    Gottfried Störmer: Während meiner ersten Amtszeit wurden zahlreiche Projekte für die positive Entwicklung Lampertheims auf den Weg gebracht. Diese Projekte will ich gemeinsam mit den kommunalpolitischen Gremien in der zweiten Amtszeit erfolgreich abschließen.

    Marco Steffan: Ich trage sehr viel Energie in mir, was man neben meiner beruflichen Tätigkeit leicht an meinen vielfältigen ehrenamtlichen Aktivitäten erkennen kann. Diese Energie möchte ich konzentriert dafür einsetzen, Lampertheim voranzubringen. Unsere Stadt hat ein enormes Potenzial, das es gilt, zur Entfaltung zu bringen. Wir gestalten Lampertheim nicht nur für uns, sondern auch für die kommenden Generationen. Daher können wir es uns nicht erlauben, weniger zu leisten als wir zu leisten imstande sind, denn wir tragen Verantwortung für die künftigen Generationen.

    3. Vor welchen Herausforderungen steht Lampertheim?

    Gottfried Störmer: Lampertheim muss mit den vorhandenen finanziellen Möglichkeiten die facettenreichen Ansprüche und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger an eine funktionierende und zukunftsorientierte Stadt erfüllen.

    Marco Steffan: Die hiesige Kommunalpolitik steht vor großen Herausforderungen. Wirtschaftlicher und sozialer Strukturwandel, die demographische Entwicklung und knappe Kassen sind nur einige davon. Diese Herausforderungen lassen sich am ehesten bewältigen, wenn sich möglichst viele an der politischen Willensbildung beteiligen und die Fraktionen bereit sind, zum Wohle der Bürger zusammenzuarbeiten und neue Wege zu gehen. Generell halte ich es für unverzichtbar, dass die Bürger klar informiert werden, da nur auf diese Weise eine effektive Bürgerbeteiligung, die ich anstrebe, möglich ist.

    4. Welche Ziele wollen Sie konkret für Lampertheim in den folgenden Bereichen umsetzen:

    -  Wirtschaft?

    Gottfried Störmer: Strukturen zum Austausch und Förderung schaffen zur Stärkung des vorhandenen Gewerbes, Neuansiedlung neuer Gewerbeunternehmen, Schaffung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen, 

    Marco Steffan: Es ist mir wichtig, den vorhandenen Unternehmen die Unterstützung zu geben, die sie brauchen, um weiter zu wachsen. Von daher sollten wir insbesondere darauf achten, bei der Vergabe von Aufträgen lokale Unternehmen zu berücksichtigen, die hier Gewerbesteuer zahlen. Neuen Geschäften sollten wir z.B. für einen begrenzten Zeitraum bei der Erhebung von Gebühren entgegenkommen, um ihnen Starthilfe zu geben, damit sie schneller in Lampertheim Fuß fassen können. Starthilfe kann auch darin bestehen, auf wirtschaftsfördernde Maßnahmen und Veranstaltungen für neue Geschäfte hinzuweisen.

    - Innenstadtentwicklung?

    Gottfried Störmer: Innenverdichtung betreiben (Wohnen, Handel, Belebung der Innenstadt/Unterhaltung), Attraktivierung verschiedener Bereiche (Aufenthaltsqualität)

    Marco Steffan: Die Innenstadt braucht dringend mehr Aufenthaltsqualität. Hierfür muss auch nicht der ganze Schillerplatz umgestaltet werden. Bereits kleinere Maßnahmen wie komfortablere Sitzmöglichkeiten und mehr Begrünung können hier viel Bewirken. Das Internet hat das Einkaufsverhalten der Menschen nachhaltig verändert. Vor diesem Hintergrund sehe ich zwar die Ansiedlung von neuen Geschäften als keine leichte Aufgabe an, aber als eine Herausforderung, die ich gerne anpacken möchte.

    - Kultur?

    Gottfried Störmer: Schaffung einer Kulturstätte, Förderung und Stärkung kultureller Kompetenzen  

    Marco Steffan: Lampertheim hat bereits jetzt kulturell unglaublich viel zu bieten und ich sehe viele Möglichkeiten, unser kulturelles Angebot weiter auszubauen Wir haben tolle Vereine, Künstler, Musiker und Kulturschaffende. Diese sollten wir mehr ins Stadtbild einbeziehen. Es wäre schön, wenn wir z.B. damit beginnen, einmal im Monat den Wochenmarkt mit etwas Kultur oder Musik anzureichern. Bis feststeht, was mit dem Schiller Café geschehen soll, sollten wir es nutzen, um darin z.B. Kunst zu zeigen. In der warmen Jahreszeit könnten auch mehr Theater- und Schulaufführungen in unserem Stadtpark stattfinden.

    - Bildung und Jugendförderung?

    Gottfried Störmer: Erhalt der Volkshochschule, Unterstützung der Musikschule, Förderung sozialer Arbeit karitativer Organisationen zur Stützung hilfsbedürftiger Jungedlicher, Erhalt der Jugendförderung der Stadt, Ausbau gemeinsam mit den Jugendlichen im Jugendbeirat

    Marco Steffan: Der Lampertheimer Jugendbeirat ist ein Organ, was der hiesigen Jugend eine Stimme verleiht. Nun gilt es, auf diese Stimme zu hören. Was wünscht sich die Lampertheimer Jugend und wie können wir diese Wünsche realisieren. In Gesprächen mit dem Jugendbeirat habe ich festgestellt, dass einige Wünsche nicht finanziell geprägt sind, sondern es vielmehr darum geht, den Jugendlichen mit vorhandenen Räumen und Dingen die Möglichkeit zu geben, sich in ihrer Freizeit zu entfalten und Lampertheim mitzugestalten. Diesen Willen der Jugendlichen, sich einzubringen, würde ich gerne fördern und umsetzbare Wünsche realisieren. Ich kann mir auch gut vorstellen, eine regelmäßig stattfindende Vortragsreihe für Jugendliche zur Berufsorientierung zu etablieren, wo Lampertheimer Unternehmen sich vorstellen, die Jugendlichen informieren, welche Ausbildungsmöglichkeiten sie bieten und Praktika anbieten.

    - Vereinsförderung?

    Gottfried Störmer: Bestärken der Vereinsförderung trotz knapper werdender Ressourcen, Anpassung an die jeweiligen Möglichkeiten der Stadt im Zusammenwirken mit den Vereinen (Vereinsstammtisch)

    Marco Steffan: Die Lampertheimer Vereine sind eine tragende Kraft in unserer Stadt. Sie bieten eine große Vielfalt an Freizeitangeboten für Jung und Alt. Daher ist die Vereinsförderung sehr wichtig für unsere Stadt. Insbesondere sollten keine Hallen abgerissen werden, ohne dass man für die darin beheimateten Vereine eine alternative Bleibe zur Fortführung der Vereinsaktivitäten gefunden hat. Und wenn es eine solche in Lampertheim nicht gibt, sollte man den Dialog mit Nachbargemeinden suchen, die eine geeignete Halle haben. Das ist zwar ein Kompromiss, wenn ein Verein temporär seine Aktivitäten in eine Nachbargemeinde verlegt, aber meiner Meinung nach immer noch besser als die Auflösung eines Vereins mangels geeigneter Halle.

    - Senioren?

    Gottfried Störmer: Die Vorstellungen unserer Senioren an eine lebenswerte Stadt zu sammeln und die gewonnenen Erkenntnisse in den Entwicklungsprozess der Stadt einzuspeisen. Ziel muss es sein, die Lebensqualität der Senioren in unserer Stadt bedarfsgerecht zu  verbessern. Themen wie Gesundheit, Sicherheit, soziale Betreuung oder Kommunikation haben dabei einen hohen Stellenwert.

    Marco Steffan: Statistisch gesehen werden wir alle immer älter. Daher müssen wir in Lampertheim Möglichkeiten ausbauen und schaffen, wie wir auch im fortgeschrittenen Alter am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Im Seniorenheim habe ich Gespräche geführt, ob man nicht deren Kursräume, die nicht permanent belegt sind, für geeignete (VHS) Kurse nutzen könnte. Die Resonanz war äußerst positiv. Hierdurch kommen zum einen die Bewohner von Seniorenheimen in den Genuss eines erweiterten Freizeitangebots und zum anderen kommt es durch Kursteilnehmer von außen zu einer schönen Abwechslung, neuen Begegnungen und Bekanntschaften. Mit Blick auf alle Stadtteile und insbesondere Rosengarten und Hüttenfeld will ich mich dafür einsetzen, die vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten für die nicht mobilen Menschen in der Bevölkerung zu erhalten.

    - Stadtentwicklung?

    Gottfried Störmer:Den begonnenen Prozess der Stadtentwicklung durch Innenverdichtung fortsetzen, konsequent umsetzen und dadurch die Attraktivität zum Wohnen, zum innerstädtischen Handel steigern. Das Wachstum der Stadt so gestalten, dass die darin lebenden Menschen sich immer noch wohl fühlen.

    Marco Steffan: Lampertheim ist keine Touristenstadt, was auch Statistiken belegen. Wir müssen aus Lampertheim nicht etwas machen, was es nicht ist, sondern sollten uns auf unsere Wurzeln und Stärken besinnen. Von daher halte ich es für wichtig, Lampertheim in erster Linie für die hier lebenden Menschen attraktiver zu machen und nicht für Touristen.

    - Entwicklung der Stadtteile?

    Gottfried Störmer:Potenziale der Stadtteile erkennen (z.B. weiterer Wohnungsbau, Gewerbeausbau, Verkehrsanbindung an die Region), attraktives Leben in den Stadtteilen ermöglichen und die Anbindung an die Kernstadt positiv gestalten.

    Marco Steffan: Jeder Stadtteil hat seinen eigenen Charakter und das ist gut so. Weiterhin hat jeder Stadtteil seine eigenen Stärken, Bedürfnisse und Nöte. Insbesondere mit Blick auf die Nöte ist es wichtig, dass man diese ernst nimmt und zwar unabhängig von der Größe des Stadtteils. Es hat mich sehr gefreut, bei der BILA Demo gegen die ICE C-Trasse viele Menschen aus anderen Stadtteilen zu treffen. Dieses Gemeinschaftsgefühl unter den Lampertheimern zu stärken, so dass man in einem Stadtteil auch mit der Unterstützung der Bürger aus anderen Stadtteilen rechnen kann, ist eine gute Sache, denn wir alle – egal aus welchem Stadtteil – sind Lampertheimer.

    5. Wie soll die Finanzlage verbessert werden, damit wichtige Projekte vor Ort umgesetzt werden können?

    Gottfried Störmer: Forderung nach einer angemessenen Finanzausstattung durch das Land, Beachtung des Konnexitätsprinzips (Wer bestellt, bezahlt) und kostenbewusste Aufstellung des Haushaltes der Kommune

    Marco Steffan: In erster Linie müssen wir uns mehr für den Erhalt von Fördermitteln einsetzen. Bürstadt macht es uns vor. Und wenn andere Gemeinden das können, dann können wir das auch. Des weiteren sehe ich Einsparpotenzial z.B. bei den Ausgaben für das Stadtmarketing allgemein und Personalberatungsunternehmen im Speziellen. Über 36.000 Euro für die Besetzung der Leitung des Stadtmarketings halte ich für schlicht übertrieben. Ebenso die Ausgaben für die Annmietung nicht barrierefreier Räume für den Infopoint am Altrhein. Wenn so etwas angemietet wird, dann bitte barrierefrei, so dass sowohl in der Mobilität eingeschränkte Menschen als auch Familien mit Kinderwägen diese Räume ohne große Hindernisse betreten können.

    6. Wie wollen Sie während einer möglichen Amtszeit den Kontakt zu den Bürgern pflegen?

    Gottfried Störmer: Ich bin mit der Stadt verwurzelt und fühle mich mit den Menschen hier eng verbunden. Der vertrauensvolle, respektvolle und ehrliche Umgang mit den Bürgern ist und bleibt ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit. Wie bisher und – wenn mir die Bürger am 26. Mai erneut das Vertrauen schenken – weiterhin bei vielen Vereinsveranstaltungen und öffentlichen Anlässen in der Kernstadt und in den Stadtteilen präsent sein und jede sich bietende Möglichkeit zum Gespräch mit den Mitbürgern gerne nutzen.

    Marco Steffan: Durch persönliche Präsenz in den Stadtteilen. Aufgrund meiner aktuellen beruflichen Situation mit meinem Büro in der Kernstadt gehe ich verständlicher Weise in der Nähe einkaufen. Sollte ich gewählt werden, werde ich Erledigungen bewusst in die Stadtteile verlegen, um den persönlichen Kontakt mit den Leuten vor Ort zu haben. Das heißt, ich werde beispielsweise Erledigungen, Einkäufe oder Treffen auch abwechselnd in den Stadtteilen machen, um auf diese Weise mehr von den Geschehnissen in den Stadtteilen und was die Menschen vor Ort bewegt, mitzubekommen.

    7. Mein Lieblingsplatz in Lampertheim ist…

    Gottfried Störmer: Der Stadtpark und der Altrhein

    Marco Steffan: In den Gärten, wo ich als Kind schon viel unterwegs war. Beim Laufen in den Gärten genieße ich die frische Luft und Natur.

    8. Beschreiben Sie einem Ortsunkundigen Lampertheim mit einem Satz.

    Gottfried Störmer: Lampertheim ist eingebettet in die wirtschaftlich und kulturell pulsierenden Regionen Rhein-Main und Rhein-Neckar und zudem umgeben von attraktiven Urlaubs- und Naherholungsgebieten. Die  Bürger wissen und schätzen, dass es sich hier gut leben lässt.

    Marco Steffan: Lampertheim kann viel mehr als es momentan zeigt und wenn Sie nicht einfach nur hindurchfahren, sondern anhalten und sich ein wenig Zeit nehmen, uns und die Stadt kennenzulernen, werden Sie freundliche Menschen treffen, schöne Plätze entdecken und sich entschließen vielleicht sogar hierzubleiben.

    9.  Wo sehen Sie Lampertheim in zehn Jahren?

    Gottfried Störmer: Als eine attraktive Stadt, die weiter gewachsen ist, deren Bewohner die kleinstädtische Struktur neben den Großstädten Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg, Darmstadt und Frakfurt/Main lieben. Durch eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur nichts entbehren müssen, was auch eine Großstadt bieten könnte und dabei ein ruhigeres und kostengünstigeres Leben führen können. 

    Marco Steffan: Als lebens- und liebenswerte Stadt zwischen Wald und Rhein. Ein Gemeinwesen mit moderner Infrastruktur, lebendiger Innenstadt und buntem Kultur- und Vereinsleben.

    10. Nennen Sie bitte drei Gründe, warum Sie der beste Kandidat für das Amt des Bürgermeisters sind?

    Gottfried Störmer: Wer der beste Kandidat ist, darüber werden die Bürger am 26. Mai entscheiden. Für mich kann sich feststellen, dass meine Bereitschaft für die Weiterentwicklung der Stadt und zum Wohle der hier lebenden Menschen hart zu arbeiten, ungebrochen ist. Meine Kompetenzen und meine Erfahrungen sind weitere Pluspunkte für meine neuerliche „Bewerbung“.

    Marco Steffan: Ich will den Menschen in Lampertheim als moderner und verlässlicher Ansprechpartner aus ihrer Mitte heraus dienen, die Verwaltung verantwortungsbewusst führen und gemeinsam mit ihnen Lampertheim voranbringen.

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