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  • Fr., 22. April 2022, 15:02 Uhr
    KULTUR: Mehr als 300 verkaufte DVDs / 5.550 Euro an Lampertheimer Chöre und Gesangsvereine gespendet

    „Lampertheimer Harmonien in disharmonischen Zeiten“ sorgen für vielfältige Freude

    Lampertheim zeigte sich gemeinsam stark für die Lampertheimer Kultur und hier besonders für die Chöre und Gesangsvereine. Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM –  Über 38 Musizierende hatten sich an dem besonderen Gemeinschaftsprojekt „Lampertheimer Harmonien in disharmonischen Zeiten“ beteiligt – das Ergebnis war und ist ein Genuss für Augen und Ohren, der, wie der Leiter der Musikschule Lampertheim, Joachim Sum, bei einem besonderen Pressetermin am Freitag betonte, „eine schöne Momentaufnahme dessen ist, was in Lampertheim musikalisch geboten wird“ – festgehalten auf DVD. Diese einlegen, zuhören und sich von den Lampertheimer Harmonien in schwierigen Zeiten begleiten lassen ist ein besonderes Erlebnis – von Klassik über Pop und Rock bis hin zu Eigenkompositionen hat die vielfältige Lampertheimer Musikszene viel zu bieten. Das Projekt, dessen Ideengeber und Initiator Rolf Hecher durch Bürgermeister Gottfried Störmer entsprechende gewürdigt wurde, war ein toller Erfolg: Es wurden mehr als 300 DVDs verkauft, insgesamt kam ein Erlös von 5.550 Euro zusammen. Diese stolze Summe wurde nun an die Lampertheimer Chöre und Gesangsvereine sowie an die Musikschule übergeben. Der Schlüssel zur Verteilung wurde in Absprache mit dem Sprecher der Chöre, Holger Schneibel, ausgearbeitet und hatte neben der Größe des Chores auch dessen Trägerschaft als Grundlage. 

    So erhielten die Musikschule, der MGV Sängerbund 1892 Hüttenfeld, der MGV Sängerquartett Liederkranz Lampertheim-Hofheim, der GV Cäcilia 1873 / Sängerrose 1898 Lampertheim, der Chor Ephata, der Chorisma Frauenchor, der MGV 1840 Lampertheim, die Dekanatskantorei Ried sowie die Chöre der Lukasgemeinde jeweils eine Summe in Höhe zwischen 500 und 1.000 Euro.

    Für und mit den Kulturschaffenden hatte „cultur communal“ der Stadt Lampertheim diese disharmonischen Zeiten mit dem Internet-Videoprojekt „Thirty Minutes for Culture“ zu überbrücken versucht – ein besonderes Engagement zugunsten der lokalen Kultur. Auch diese Musik-DVD mit Lehrern und Lehrerinnen der Musikschule und Mitgliedern der Musiker-Initiative Lampertheim (MIL) sowie Auszügen aus dem „cultur communal“-Projekt Crossover … der Dom rockt“ wurde in diesem Sinne produziert. Wegen der geltenden Coronaverordnungen konnten sich die Chöre jedoch selbst nicht an den Aufnahmen beteiligen.Der Schwanensaal wurde zum Tonstudio und zur Konzertbühne, Profimusiker übernahmen auch die technischen Aufgaben. 

    Bürgermeister Gottfried Störmer betonte, dass gerade die Künstler, die von ihrer Musik leben, unter den Beschränkungen seit Beginn der Coronakrise finanziell gelitten hatten, und auch die Lampertheimer Künstler, die nicht von ihrer Musik leben müssen, aber mit ihr leben wie die vielen Chöre hätten seit dem März 2020 viel verloren: Das Publikum fehlt allen, ebenso die Einnahmen, was auch die Vereine hart trifft. Und, wie Holger Schneibel im Rahmen der Spendenübergabe treffend feststellte: „Das gemeinsame Erlebnis ist das entscheidende Element beim Chorgesang. Herzlichen Dank an alle, die diese Zuwendung möglich gemacht haben, die jetzt an die Chöre und Gesangsvereine geht, an alle, die organisiert haben, an alle Künstlerinnen und Künstler und alle, die die DVD gekauft haben.”

    Der Erste Stadtrat Marius Schmidt sprach von einem „besonderen Akt der Solidarität”, der zur Entstehung der DVD und dieser besonderen Art der Unterstützung lokaler Kultur geführt habe. Und diese Solidarität wird in vielfältiger Form deutlich: Finanzielle und ideale Unterstützung leistete der Rotary-Club Lampertheim, auch bei der Mitgestaltung am Titel und dem Coverblatt der DVD, welches von Ilona Brunnengräber gezeichnet wurde. Der Service-Club blickt auf ein Jahr mit besonderen Herausforderungen zurück – insgesamt habe man 30.000 Euro gespendet, für das Ahrtal, die Flüchtlinge aus der Ukraine aber eben auch einen großen Anteil an das DVD-Projekt, wie Rotary-Präsident Frank Kaus betonte. Die Volksbühne Lampertheim, die selbst das Angebot von „Thirty Minutes for Culture“ nutzte, um der großen Leidenschaft des Theaterspielens wenigstens in einem gewissen Rahmen nachkommen zu können, erwarb gleich 50 DVDs für insgesamt 1.000 Euro, ebenso wie eine Lampertheimer Firma. Und auch die MIL bewies untereinander ihre Solidarität: So gaben Amateure einen Teil ihrer Gagen an professionelle Kollegen ab, die durch die Pandemie finanziell besonders hart getroffen sind.

    Das Musikvergnügen mit 18 Stücken und gelungener Bühnenchoreografie dauert 80 Minuten. Die DVD kann aktuell noch bei der Stadt Lampertheim per E-Mail an kultur@lampertheim.de zum Preis von 20 Euro sowie für 10 Euro für beteiligte Künstler bestellt werden. Der Erlös wird auch weiterhin den Lampertheimer Chören zugute kommen. Benjamin Kloos

     

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