Interview mit Wilfried Neudecker, Teilnehmer der weltweit erfolgreichste Koch-Castingshow „MasterChef” auf Sky
Lampertheimer „Kochaholic” aus Leidenschaft
Wilfried Neudecker, Lampertheimer Koch aus Leidenschaft, ist derzeit montags um 20.15 in der Koch-Castingshow „MasterChef” auf SKY zu sehen – dem TIP stand er für ein Interview zur Verfügung. Foto: SKY
LAMPERTHEIM – Ursprünglich hunderte Bewerber, die auf 40 geschrumpft, in einem Ausscheidungs-Wettbewerb im Kochen darum kämpfen, in die Masterclass der letzen 24 Teilnehmer zu kommen. Das ist die Sky1 Koch-Castingshow „MasterChef”, die seit dem 25. September immer montags um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird. Mit dabei ist Wilfried Neudecker aus Lampertheim. Von Beruf eigentlich Kfz-Meister, meistert der Hobbykoch und Kochbruder der Chuchi „Lampertheimer Spargelrunde“ und Ehrenmitglied des bekannten Wormser Männerkochclubs „Chuchi Wormatia“ eine Aufgabe nach der nächsten. Dabei blickt der derzeit an einer Lungenentzündung erkrankte Lampertheimer auf ein bewegtes Leben zurück, in dem der Koch aus Leidenschaft bereits viel erlebt hat. Er führte eine kleine Autowerkstatt, war Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins, hat eine Tochter und einen Sohn und hat – eine wahrhaft große Herausforderung – 16 Jahre lang seine vom Hals abwärts gelähmte Frau mit Liebe und Hingabe gepflegt. Nach ihrem Tod hat ihm das Kochen geholfen, den Weg zurück ins Leben zu finden – mit der Teilnahme bei „MasterChef” als vorläufigem Höhepunkt. Dem TIP stand Wilfried Neudecker für ein Interview bereit:
TIP: Herr Neudecker, vielen Dank dass Sie uns für das Interview zur Verfügung stehen. Sie sind erkrankt, zunächst einmal gute Besserung. Wie ist das Gefühl, Teilnehmer der Koch-Castingshow „MasterChef” zu sein?
Wilfried Neudecker: Es ist ein ganz tolles, erhabenes Gefühl, überhaupt ausgewählt worden zu sein. Zunächst kam ich bei weit mehr als 1.000 Bewerben in die Auswahl von 300 möglichen Kandidaten, bevor in einem Casting zunächst 80 Bewerber ausgewählt wurden, bevor diese Zahl nochmals halbiert wurde. Sie können sich nicht vorstellen, wie groß meine Freude war als ich die Nachricht erhielt, dass ich zu den 40 besten Köchen Deutschlands gehöre und Teil dieser weltweit erfolgreichen Kochshow wurde. Sieben Wochen lang waren wir im Studio und in ganz Deutschland und in Österreich unterwegs. Im berühmten Hangar in Mönchengladbach mussten nochmals 16 Kandidaten gehen, wobei die Aufgabe hier darin bestand, dass man der Jury ein Gericht servieren sollte, welches den Koch verkörpert. Ich habe „Wachtel mit Foie gras geimpft” serviert und damit für großes Erstaunen bei den Sterneköchen gesorgt – besonders Nelson Müller war begeistert und bestätigte, dass dies die beste Wachtel war, die er je gegessen habe. Bei dieser Aufgabe wurde ich Bester aller Teilnehmer und kam somit unter die letzten 24 Teilnehmer. Hier warteten Teamchallenges auf uns, so mussten wir unter anderem in einer Berliner Brauerei für Brauer ein Gericht mit drei Craftbiersorten kreieren, aus denen diese Biere geschmacklich erkannt werden konnten. Gespannt wartet Wilfried Neudecker (l.) auf die Bewertung von Sternekoch Ralf Zacherl (r.). Foto: SKY
TIP: Wie sind Sie zum Kochen gekommen?
Wilfried Neudecker:
Mein Interesse für das Kochen wurde bereits vor mehr als 50 Jahren geweckt, als ich im Alter von 12 Jahren meiner Mutter beim Kochen über die Schulter geschaut habe. Sie hat meine Freude am Kochen erkannt und gefördert, beispielsweise in dem sie mich fragte, welche Zutaten bei den Gerichten noch fehlen. So wurde mein Geschmack sensibilisiert, was mir bei „MasterChef” sehr geholfen hat. Kochen gibt mir viel und ich koche aus Leidenschaft. Mit 67 Jahren habe ich die Herausforderung „MasterChef” in Angriff genommen. Denn auch im Alter sollte man noch das machen, was einem Spaß macht, das kann ich nur jedem raten. Dies bringt einem eine Bestätigung für sich selbst und es macht Spaß. Bei mir ist es so, dass ich für mein Leben gerne koche, es ist meine Leidenschaft, ich bin ein echter „Kochaholic”. Dabei spielen die Dekoration und das Anrichten der Gerichte für mich eine große Rolle, denn das Auge ist bekanntlich mit.
TIP: Wie ist die Zusammenarbeit mit den Sterneköchen Sterneköchen Ralf Zacherl und Sybille Schönberger sowie Sommelier Justin Leone?
Wilfried Neudecker: Es war ein sehr gutes Verhältnis. Die Sterneköche gaben immer gerne Tipps, wer allerdings einen Fehler gemacht hat, war raus. Denn täglich musste ein Kandidat gehen, wobei der Tagesbeste sicher war und die anderen Kandidaten sich schwierigen Aufgaben wie einem Pressure-Test stellen mussten. So gab es zum Beispiel die Aufgabe, aus der „Mystery Box” mit zwei oder drei Zutaten ein Gericht zu entwickeln. Dabei hatte man nicht nur bei der Ideenfindung zum passenden Gericht wenig Zeit, sondern auch bei der Umsetzung. Innerhalb kürzester Zeit mussten die entsprechenden Töpfe und Pfannen sowie eine kleine Auswahl weiterer Lebensmittel ausgewählt und anschließend in einer bestimmten Zeit zubereitet werden. Aber diese Strenge hat dem Verhältnis nicht geschadet, im Gegenteil. Vor wenigen Wochen war ich in Berlin im Restaurant von Ralf Zacherl, und dieser hat mich extra begrüßt und mir nochmals versichert, dass er von meinem Können am Herd begeistert war.
TIP: Und wie war das Verhältnis zu den anderen Kandidaten?
Wilfried Neudecker:
Die Herausforderungen bei „MasterChef” wurden von Tag zu Tag schwieriger und es war ein großer Wettbewerb unter den Kandidaten, bei dem immer mehr die Ellenbogen ausgefahren wurden – schließlich winken 100.000 Euro Preisgeld. Aufgrund der Zeitvorgaben und des wachsenden Schwierigkeitsgrades der Aufgaben waren wir immer mehr unter Druck. Es war aber immer sehr interessant, spannend und einfach ein wundervolles Erlebnis – und trotz aller Konkurrenz sind echte Freundschaften entstanden. Interessiert verfolgt Nelson Müller (r.) die Erläuterungen von Wilfried Neudecker (l.) – besonders dessen Wachtelrezept hat es dem Sternekoch angetan. Foto: SKY
TIP: Auf welche Highlights können sich die Zuschauer noch freuen?
Wilfried Neudecker: Die Sendung wird noch bis Mitte Dezember immer montags um 20.15 Uhr auf Sky ausgestrahlt, wobei die richtigen Highlights erst noch folgen. Einschalten lohnt sich, aber mehr darf ich nicht verraten – nur so viel: Es wird noch die ein oder andere kulinarische Überraschung geben.
TIP: Wann können die Leser des TIP Sie in Lampertheim vor Ort beim Kochen bewundern und in den Genuss Ihrer Gerichte zu kommen?
Wilfried Neudecker: Hierzu habe ich bereits einige Ideen. Mit der „Lampertheimer Spargelrunde“ bin ich jährlich als Koch beim Lampertheimer Spargelfest vertreten, dort kochen wir immer ausgewählte Spargelrezepte für die Besuchte. Vielleicht besteht hier im kommenden Jahr die Möglichkeit zum Showkochen auf einer Bühne. Oder wir machen eine Kampagne in Geschäften vor Ort, in deren Rahmen wir mit regionalen Produkten live kochen.
TIP: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg in der Küche!