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Fr., 29. Juni 2018, 09:39 Uhr
Genießen wie zu Großmutters Zeiten mit regionalen Produkten
Landrat Engelhardt bei Sommertour zur „Vision Bergstraße“ im Ried unterwegs
Regionale Produkte auf dem Teller – das ist ein Stück Lebensqualität, waren sich Landrat Christian Engelhardt, Vizelandrätin Diana Stolz mit Heinz und Maximilian Karb einig. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Bergstraße, Odenwald und das Ried waren die Ziele, die Landrat Christian Engelhardt bei seiner diesjährigen Sommertour zum Thema „Vision Bergstraße“ ansteuerte. Am Mittwoch führte ihn der Weg nach Biblis und nach Lampertheim, im eng getakteten Besuchsplan ging es später weiter zu zwei Stationen in Viernheim, begleitet von der Ersten Kreisbeigeordneten und Vizelandrätin Diana Stolz und Johannes Bunsch, zuständig für Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation. Vor dem Besuch beim Kreuzhofbauern Heinz Karb führte Landrat Engelhardt noch ein Gespräch mit Bürgermeister Gottfried Störmer. Bei der Führung durch den Hof und Hofladen wie auch später am Tisch erläuterte Landwirt Karb die Besonderheiten der Landwirtschaft in Lampertheim. Diese Spargelsaison habe den Bauern wegen der Wetterkapriolen Verluste gebracht, auf einen Schlag seien durch die Hitzewelle große Mengen Spargel auf den Markt gekommen, zudem hätten die Anbaugebiete im Norden Deutschlands zur gleichen Zeit liefern können, früher sei der Spargel dagegen zeitversetzt gewachsen. Um das Tierwohl geht es Karb bei der Schweinehaltung, alles sei EG-zertifiziert. Beim Hofrundgang bekamen die Schweine Besuch, neugierig schauten sie sich die Gäste an oder blieben einfach müde auf ihrem weichen Strohlager liegen und hielten ihr Mittagsnickerchen. Für die Umwelt sät Karb Grünstreifen an den Feldern ein und lässt Blumenwiesen wachsen, doch brauchten die Landwirte EU-Prämien, um das alles zu finanzieren. Für Karb steht fest: „In Lampertheim ist großflächige Landwirtschaft nicht möglich“. Man müsse sich auf Produkte spezialisieren, die man direkt vermarkten könne. Diese Regionalität sei in den letzten zehn Jahren verstärkt bei den Leuten angekommen, findet Maximilian Karb, der jedoch noch nicht seinem Vater nacheifern will, sondern sich aktuell auf sein Filmstudium konzentriert. „Man lebt regional“. Diesen griffigen Satz prägte Landrat Engelhardt, der die Lebensqualität im Kreis Bergstraße mit der Vielfalt der regional erzeugten Produkte verbindet und zur Herzenssache erklärte. Die Direktvermarktungsbroschüre, nun schon in der zweiten Auflage, „wird uns aus den Händen gerissen“, teilte Engelhardt mit. „Aus Hessen das Beste“, heiße es neuerdings bei der Vermarktung. Selbst überzeugt von der Qualität, findet Engelhardt regionales Essen wichtig, was Diana Stolz als Gesundheitsdezernentin nur bestätigen konnte - deshalb gehen die Landfrauen in die Schulen. Bei vielen Menschen sei die Sehnsucht da, zu essen wie früher, meinte Vizelandrätin Stolz. Bei Heinz und Edyta Karb ist man in diesem Fall an der richtigen Adresse, denn in ihrer Hofwirtschaft werde traditionell gekocht, erklärte Karb den Besuchern. Aufgetischt wurde eine reichhaltige Metzelsuppe und Deftiges vom Schwein, denn mittwochs ist Schlachttag. Auch zwei große Fahrradgruppen von der TG Bobstadt und aus Lorsch und Einhausen waren bei ihrem Ausflug eingekehrt. Noch vergangene Woche habe Spargel auf der Speisekarte gestanden, erzählte Karb seinen Gästen, doch die Spargelzeit ist mit dem Johannistag vorbei. „Alles hat seine Zeit“, meint Engelhardt. Nach dem Spargel gebe es beispielsweise die Bohnen. Im Ried und im Besonderen in Lampertheim müssen bei hohem Siedlungsdruck und besten Böden durch den Flächenverbrauch die Themen Wohnen, Landwirtschaft und Umweltschutz diskutiert werden. Engelhardt wies auf die teilregionalen Bürgerforen zur „Vision Bergstraße“ hin, bei denen Bürger, Experten, Politik und Verwaltung Ideen zur Kreisentwicklungsstrategie diskutiert haben, um für gute Strukturen für das Leben im Kreis Bergstraße zu sorgen.
Hannelore Nowacki
Landrat Christian Engelhardt und die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz informierten sich beim Kreuzhofbauern Heinz Karb über Landwirtschaft in Lampertheim. Foto: Hannelore Nowacki