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  • Di., 02. Dezember 2014, 11:38 Uhr
    Informationsveranstaltung zur Rettung des Altrheins sehr gut besucht

    Landrat Matthias Wilkes: „Projekt Altrhein realistisch“

    Rudolf Klippel, einer der beiden Sprecher der Initiative zur Rettung des Altrheins, informierte die Veranstaltungsteilnehmer über den Sachstand und die aktuelle Entwicklung. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Die Initiative „Rettet das Naturschutzgebiet Lampertheimer Altrhein" hatte am Freitagabend die Bürger, Bürgermeister und Lokalpolitiker sowie betroffene Verbände, Vereine und die politischen Parteien zu einer Informationsveranstaltung in den Sitzungssaal des Stadthauses eingeladen. Wie sich zeigen sollte, war das Interesse groß, der Saal füllte sich zusehends und weitere Stuhlreihen mussten schnell aufgestellt werden. Nur wenige Meter weiter lockte der Weihnachtsmarkt zahlreiche Besucher an. Seit 11 Jahren ist die Initiative unter Führung von Rudolf Klippel und Karl-Heinz Barchfeld aktiv, um den Lampertheimer Altrhein vor der drohenden Verlandung zu retten. Mit ausdauerndem Elan und einem umfassenden Detailwissen haben sie sich der Problematik angenommen, die sich zunehmend zuspitzt und schon in weniger als zehn Jahren in der vollständigen Verlandung enden kann, wenn nicht jetzt gehandelt wird. Bürgermeister Gottfried Störmer stellte zu Beginn klar: „Bei Verlust des Gewässers würden wir auch mit dem Naturschutzgebiet einen Verlust erleiden“. Mit dem Altrhein verbinde Lampertheim sehr viel, die Bebauung reiche bis an den Fluss und es gehe um das schnelle Abfließen des Hochwassers. „Ich bin sehr dankbar, dass es die Altrhein-Initiative gibt“, betonte Störmer. Klippel stellte den Veranstaltungsteilnehmern seinen Sachstandsbericht vor und informierte über die aktuelle Entwicklung. Nachdem das Regierungspräsidium 2013 einer Pilot-Ausbaggerung bereits zugestimmt hatte, wurde diese durch schlechtes Wetter vereitelt, dann wurden Befürchtungen laut, im Schlamm könnten Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg liegen. Das Regierungspräsidium machte die Auflage, den Altrhein vom Kampfmittelräumdienst untersuchen zu lassen, mit Kosten von bis zu 100.000 Euro. Die Forderung der Initiative: Die Bundesregierung als Eigentümerin der Bundeswasserstraße Altrhein müsse für die gesamte Sanierung aufkommen. Barchfeld erläuterte dem Publikum die technischen Daten zum Sachstand. Sein Fazit: Der Altrhein und der Neurhein sind in ihrer Wasserdynamik verbunden. Unterstützung hat Landrat Matthias Wilkes bereits zugesagt, der auch Brüssel finanziell mit ins Boot holen will. In seinem Vortrag kam Wilkes zum Ergebnis: „Ich halte das Projekt Altrhein für realistisch“. Geld sei der Knackpunkt, aber in Deutschland gebe es Geld. Um das Ziel erreichen zu können, seien ein Masterplan und eine fachlich gestützte Strategie erforderlich – neben dem gemeinsamen Willen, an einem Strang zu ziehen. Wie die Vertreter der Sport- und Naturschutzverbände, hob der Landrat die Bedeutung des Altrheins als natürlichen Erholungsraum und touristische Attraktion hervor. Als Sportstätte für die auf dem Altrhein aktiven Wassersportvereine sei das Gewässer unverzichtbar. Regatten, Meisterschaften und das Training erfordern einen gesunden Altrhein ohne Algen und Wasserlinsen, mit einem ausreichenden Wasserstand. Schon seien Spitzensportler abgewandert und der Freizeitsport sei häufig nicht mehr möglich. Dieter Melchior, der für den BUND Bergstraße sprach, sieht schon jetzt die reiche Vogelwelt auf dem Rückzug, wie Zählungen ergeben hätten. Der Rückgang der Bruterfolge auch des Haubentauchers sei durch den schlechten Zustand des Altrheins verursacht. Allerdings sei der Altrhein selbst kein Naturschutzgebiet, sondern eine Bundeswasserstraße. Mit dem Ergebnis der Aussprache vom Freitag und den vorliegenden fachlichen Stellungnahmen von Vereinen und Verbänden wird die Initiative wie bereits abgesprochen, an den Bergsträßer Bundestagabgeordneten und Staatsekretär im Bundesfinanzministerium Dr. Michael Meister (CDU) herantreten, der mit Entscheidern bei der hessischen Landesregierung ein Gespräch zur Problemlösung vereinbaren will. Hannelore Nowacki

    Die Rettung des Altrheins vor der endgültigen Verlandung ist von großem Interesse für viele Bürger, die betroffenen Vereine wie auch die Sport- und Naturschutzverbände, wie die Resonanz bei der Informationsveranstaltung zeigte. Foto: Hannelore Nowacki

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