Christiane Jäger (links) und Marita Billau (rechts) nahmen die verabschiedeten Vorstandsmitglieder Andrea Strauß, Hildegard Beckenbach und Susanne Herbel in die Mitte. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Im März die Vorstandswahl und im Sommer die Feier mit Ehrungen und Verabschiedung von Vorstandsmitgliedern? „Das gab es ja noch nie“, sagte Marita Billau zu Beginn der Feier. Der Coronapandemie ist diese Entwicklung geschuldet, denn die Landfrauen wollten zu großes Gedränge beim Feiern vermeiden. Im großen Saal der Notkirche waren etwa fünfzig der 150 Mitglieder des Lampertheimer Landfrauenvereins zusammengekommen, um bei Kaffee und Kuchen in heiterer Stimmung die Ehrung langjähriger Mitglieder zu feiern und die drei im März ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder zu verabschieden. Um Mitglied zu werden, muss man nicht landwirtschaftlich tätig sein.
Frische Dahlien in Vasen mit farbigen Schleifen schmückten die Tische und ein Kuchenbüffet mit einem Dutzend Kuchen und Torten, alle vom Teamvorstand selbst gebacken, waren die Zutaten für einen stimmungsvollen Nachmittag. Als Sprecherin des Teamvorstandes, die mit den drei ehemaligen Vorstandsmitgliedern lange Jahre zusammengearbeitet hat, blickte Marita Billau in ihrer Rede mit Freude auf diese gemeinsamen Jahre im Vorstand zurück. Andrea Strauß wurde im Dezember 1992 in den Vorstand gewählt, Susanne Herbel vier Jahre später. Vieles war anders damals: Als Hauptvoraussetzung für den Vorstand musste man Theater spielen, mittlerweile gibt die Theatergruppe nicht mehr. In vielen Workshops wurde zu Ostern und zu Weihnachten gebastelt, Töpfern, Nähen, Konditorabende, auch Gymnastik und Fahrradtouren standen auf dem Programm. Marita Billau berichtete von Kräppelnachmittagen mit eigenen Vorträgen, von großen Faschingsveranstaltungen und großen Erntedankfesten – und noch viel mehr haben die beiden Vorstandsmitglieder mitorganisiert. Die drei großen Vereinsjubiläen wurden gefeiert, das 40-Jährige mit einer Modenschau, 50 Jahre mit Begrüßungsdialog und das 60-jährige Jubiläum 2016 mit Trommelauftritt und Theater-AG. Wäre nicht die Coronapandemie gekommen, hätten die Mitglieder noch ihre Freude an den Mehrtagesfahrten, als deren Urheberinnen die beiden gelten. Für diese schöne gemeinsame Zeit dankte Margit Billau den beiden ehemaligen Vorstandsmitgliedern. Ein Rückblick auf zehn gemeinsame Jahre mit Hildegard Beckenbach schloss Marita Billau an, die wie Christiane Jäger und Monika Wegerle im Dezember 2012 in den Landfrauen-Vorstand gewählt wurde. „Zehn wertvolle Jahre“, wie Marita Billau hervorhob. „Du warst immer da, wenn es etwas zu tun gab“. Mit Christa Wetzel habe sie die Vorbereitungen für die erste Spargelwanderung 2012 und die folgenden übernommen. Als Darstellerin in der Theater-AG sei sie begnadet gewesen. Rührig sind die Landfrauen noch immer, sofern sie nicht durch die jeweilige Coronalage ausgebremst werden. Zum Beispiel findet am kommenden Samstag ein Quittenprojekt statt und am 17. September ein gemütlicher Nachmittag mit Ehrungen bei der Bezirksgeneralversammlung mit Vorstandswahlen in Erlenbach. Mitte Oktober wird die Weinlagenwanderung nachgeholt, die im Sommer wegen Hitze abgesagt wurde.
In gemütlicher und heiterer Stimmung waren die Landfrauen zum Ehrungsnachmittag versammelt und hörten, was die Lômbadda Babbler zu sagen hatten. Foto: Hannelore Nowacki
Mit dem Applaus und unter dem Eindruck der vielen schönen Erinnerungen ließen sich Tränen der Rührung kaum vermeiden, schnell war ein Päckchen Taschentücher zur Hand. Einen Blumenstrauß und als Geschenk ein Samtsäckchen mit Spargeltalern überreichte Marita Billau den Ehemaligen. Vor den Ehrungen der langjährigen Mitglieder hatten die Lômbadda Babbler ihren mundartlichen Auftritt, die einen ein loser Verbund von Menschen gleichen Interesses, die anderen ein Verein ebenfalls mit bodenständigem Verhältnis zum Lampertheimer Dialekt. Den Kontakt zu Kalle Horstfeld hatte Ulla Jenner aufgenommen, der Auszüge aus dem Programm ankündigte. Marita Billau sprach von Plänen für eine gemeinsame Veranstaltung und Ruth Hartmann von den Landfrauen ist schon Lômbadda Babblerin geworden. Die erzählten Geschichten, Anekdoten und Ergebnisse philosophischen Nachdenkens, die dann folgten, boten vielfach Anlass zu Heiterkeitsausbrüchen. Franz Korb endete nach Betrachtungen zum Gendern und anderen Reizthemen mit dem Ausspruch: „Eh ich mich uffreg, ist es mir lieber egal“. Helmut Hummel brachte eine Spargelgeschichte mit, gefolgt von Kalle Horstfeldmit einer weiteren Pointe. Auf Anekdoten des Ehepaars Tiefel folgte Ruth Hartmann mit ihrem witzigen Vortrag über die Unterschiede einer Bauersfrau von früher gegenüber der heutigen Landfrau. Die Lampertheimer Gerichte und Spezialitäten nahm sich Heinz „Clever“ Eichenauer vor, doch nichts kommt an seine geliebte „Lômbadda Kadoffelbrieh“ ran. Hannelore Nowacki
Information
Verabschiedet wurden die ausgeschiedenen Mitglieder des Teamvorstandes Hildegard Beckenbach, Susanne Herbel und Andrea Strauß.
Ehrung langjähriger Mitglieder:25 Jahre im Jahr 2020: Birgit Haas, Iris Henkelmann, Susanne Herbel, Rosel Oberfeld und Anntheres Schmidt. 25 Jahre im Jahr 2021: Irene Schout, Karin Seidel und Annette Steffan-Peppler. 40 Jahre Mitgliedschaft im Jahr 2020: Traudel Hilsheimer und Margit Schmidt. 2021: Inge Kärcher und Christa Kirchenschläger. 2022: Hilde Ehret, Margarete Kirchenschläger, Erika Müller und Gerda Schwarz. 50 Jahre Mitgliedschaft im Jahr 2020: Johanna Herweck. 2021: Lilli List und Margarete Strauß. 2022: Milly Christmann und Erika Steffan. 60 Jahre Mitgliedschaft im Jahr 2020: Marga Klippel. 2022: Helga Steinmetz.