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  • Fr., 02. Dezember 2022, 10:39 Uhr
    AUSSTELLUNG: Eröffnung am 8. Dezember in der „Rhein-Main-Neckar-Galerie“ im Foyer des Landratsamtes 

    „Lebenspfade. Polnische Spuren in RheinMain“

    KREIS BERGSTRASSE – Der Freundschaftsverein Brücke-Most e.V. lädt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Polen-Institut Darmstadt am Donnerstag, 8. Dezember, um 18.30 Uhr zu der Ausstellungseröffnung „Lebenspfade. Polnische Spuren in RheinMain“ ein. Veranstaltungsort ist die „Rhein-Main-Neckar-Galerie“ im Foyer des Landratsamtes des Kreis Bergstraße, Graben 15, in Heppenheim. 

    Die vom Deutschen Polen-Institut erarbeitete Wanderausstellung präsentiert in mehr als fünfzig Porträts ausgewählter Personen und ihre Biografien. Dokumente, Exponate und Interviewsequenzen lassen die Bedeutung der polnischen Einwanderung in RheinMain deutlich werden.

    So viele Menschen, so viele Geschichten: Seit mehr als einem Jahrhundert prägen eingewanderte Menschen aus Polen die Region RheinMain. Das gilt auch für den Kreis Bergstraße. Mehr als 5.000 Polnischstämmige leben im Kreisgebiet, 150.000 sind es in RheinMain zwischen Wiesbaden und Hanau, Heppenheim und Bad Nauheim. Damit sind sie nach Einwander*innen aus der Türkei die zweitgrößte Migrantengruppe. Sie prägen die deutsche Gesellschaft sehr viel stärker als gemeinhin bekannt. Gleichwohl weist Peter Oliver Loew, der Direktor des Deutschen Polen-Instituts, in dem Begleitbuch zur Ausstellung darauf hin, dass sie oft die „Unsichtbaren“ genannt werden. Es ist das Verdienst des Deutschen Polen-Instituts sich auf Spurensuche in RheinMain begeben zu haben. Die Ausstellung „Lebenspfade“ gibt diesen Menschen Gesichter und erzählt ihre Geschichten. Dies ermöglicht dem Betrachter sowohl einen Blick in die Geschichte zu werfen als auch auf Selbstverständnis und Tradition der heutigen Einwander*innen und ihrer Kinder. Themen der Ausstellung sind u.a. die Polenbegeisterung im Vormärz, die Verfolgung polnischer Juden in der NS-Zeit und vielfältige „Lebenspfade“ in Wissenschaft, Kultur oder Sport.  

    Das heute längst abgerissene Hotel „Darmstädter Hof“ in Lindenfels war zwischen 1964 und 1979 Schauplatz der sogenannten „Lindenfelser Gespräche“. Dort trafen sich Deutsche, emigrierte Polen aus vielen Staaten der Welt und ausgewiesene internationale Polenkenner zu dem ersten deutsch-polnischen Gesprächskreis nach dem Zweiten Weltkrieg. Bemerkenswert auch deswegen, weil alle Teilnehmer beider Sprachen mächtig waren, was damals für deutsch-polnische Begegnungen etwas völlig Neues war.

    Wer genau hinsieht, findet heute weitere Spuren polnischer Einwander*innen im Kreis Bergstraße. Z.B die deutsche Nachbarin, vor Jahrzehnten als Aussiedlerin zugezogen, ein gut sortiertes Spezialitätengeschäft mit internationaler Kundschaft in Bensheim, das beliebte Café im Lautertal und nicht zuletzt die Kinder der Einwander*innen, die in Bensheim, Bürstadt und Lampertheim die polnische Sprache erlernen. Allmählich treten Menschen aus Polen aus dem Schatten heraus, werden für die deutsche Gesellschaft sichtbar: Als ein wichtiger Bestandteil der deutschen Gegenwart, die sie schon seit Jahrzehnten mitprägen.

    Dauer und Öffnungszeiten der Ausstellung: Donnerstag, 8. Dezember 2022 bis Donnerstag, 12. Januar 2023. Der Zugang richtet sich nach den Öffnungszeiten des Landratsamtes: Montags bis mittwochs von 8 bis 15.30 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr. zg

     

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