Bürgermeisterkandidat Jens Klingler präsentierte Ziele und Vorstellungen / Themen reichen von Sanierung bis Lärmschutz
„Lebensqualität in Neuschloß erhalten und ausbauen"
In angenehmer Atmosphäre stellte Bürgermeisterkandidat Jens Klingler (l.) am Mittwochabend den Bürgern in Neuschloß seine Ideen und Vorstellungen für den Lampertheimer Stadtteil für die kommenden Jahre vor. Foto: Benjamin Kloos
NEUSCHLOSS - „Was erwartet Neuschloß in den kommenden sechs Jahren, wenn Bürgermeisterkandidat Jens Klingler am Sonntag die Wahl gewinnt?" Diese Frage stand am Mittwochabend im Café am Ahornplatz im Mittelpunkt eines Bürgerforums, zu dem der SPD-Kandidat eingeladen hatte. Das Themenfeld der Diskussion reichte von der Sanierung des Sodabuckels über den Lärmschutz und die Schaffung eines Kleinspielfeldes bis zur Bekämpfung des Kanalgeruchs.
„Die größte Herausforderung und das wichtigste Projekt in den kommenden Jahren wird mit Sicherheit die weitere Sanierung des Sodabuckels sein. Hier wurde von Seiten der Stadt bereits Geld freigestellt, insgesamt sind 4,4 Millionen Euro für die Jahre 2014 bis 2016 in den Haushalt eingestellt. Es ist wichtig, dass wir bereits dieses Jahr mit der weiteren Sanierung beginnen. Bezüglich der Umsetzung der Sanierung habe ich das Gefühl, dass wir in guten Händen sind", betonte Jens Klingler gleich zu Beginn des Gesprächs.
Einen weiteren Schwerpunkt sieht der amtierende 1. Bürgermeister der Stadt im Lärmschutz an der L3110, die mitten durch Neuschloß führt. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Eine ähnliche Situation und Diskussion haben wir an der Wormser Straße. Eine angefachte Umgehungsstraße, wie sie dort diskutiert wird, wäre für Neuschloß eine Vision für die Zukunft. Wir haben aber kurzfristig das Problem, dass der Verkehr durch Neuschloß fließt.
Das Regierungspräsidium Darmstadt erstellt derzeit eine Lärmkartierung für Südhessen, die aufzeigt, an welchen Orten Bürger besondern von Lärm betroffen sind. In diesen Zusammenhang hat die SPD bereits vor einem halben Jahr die Bürger in Neuschloß per Brief aufgefordert, ihre Anliegen deutlich zu machen. Denn ich sage ganz klar: Wir wollen eine zeitnahe Entlastung. Hier gibt es viele Möglichkeiten, sei es durch Flüsterasphalt, eine neue und verbesserte Lärmschutzwand, eine 30-Kilometer-Zone oder vielem mehr. Der künftige Bürgermeister Lampertheims muss sich intensiv um dieses Thema kümmern, und dies möchte ich gern tun", warb Klingler um die Stimme am Sonntag.
Ein weiteres Problem, welches den Bürgern in Neuschloß von großer Wichtigkeit ist, ist der in unregelmäßigen Abständen auftretende übel riechende Geruch aus der Kanalisation. „Das Problem ist da, wir sind daran, es zu lösen. Als ersten Schritt haben wir bereits Biofilter angebracht, die Entlastung bringen sollen. Parallel dazu werden wir 3 Millionen Euro in das gesamte Kanalnetz Lampertheims stecken, und untersuchen, wie die hydraulische Situation ist um eventuelle Mängel aufzudecken und zu beheben. Dies geht natürlich nicht von heute auf morgen, wir haben einen Zeitraum von fünf Jahren angesetzt", erläuterte Klingler. Ortsvorsteherin Carola Biehal bestätigte, dass die Biofilter bereits einen positiven, geruchsmindernden Effekt an den Tag gelegt hätten, das aber weitere Schritte nötig seien.
„In den vergangenen Wochen haben wir viele Hausbesuche unternommen, um direkt mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen - natürlich auch in Neuschloß", griff Klingler ein weiteres Thema auf. „Dabei wurde immer wieder die Internetversorgung Lampertheims angesprochen, sowohl von Privatleuten als auch von Freiberuflern. Gemeinsam mit anderen Gemeinden im Ried haben wir dazu auch eine Breitbandstudie in Auftrag gegeben. In dieser steht der Aspekt im Vordergrund, ob wir als Kommunen das Breitbandnetz ausbauen sollen wie dies teilweise im Odenwald geschiet, ob wir den Ausbau gemeinsam mit einem Partner finanzieren oder ob es sogar jemand gibt, der den Ausbau übernimmt. Ich bin guter Dinge, dass wir hier bald eine positive Lösung in Sachen Breitband und somit schnellerer Internetversorgung präsentieren können. "
Neuschloß soll künftig gerade für junge Familien attraktiver werden und bleiben. Dazu tragen nach Ansicht von Jens Klingler zwei Punkte bei: Das Kleinfeldspielfeld, das für 40.000 Euro den Kindern vor Ort ermöglichen soll, zu spielen und sich sportlich zu betätigen, und die Kinderkrippe. „Wir haben in der Stadt den Handlungsbedarf für Neuschloß erkannt. Hier besteht nach dem Wegfall des Geldautomaten dringender Bedarf, etwas zur Neuansiedlung von Familien zu tun. Daher haben wir überlegt, was wir tun können um die Lebensqualität zu erhalten und uns als Standort für die Krippe entschieden. Dies ist der richtige Ort, auch für Pendler, die nach Viernheim fahren oder aus Hüttenfeld kommen", betonte der 1. Stadtrat.
Jens Klingler, der mit einem hellgrünen Hemd Frische und durch seine engagierte Redeweise Optimismus für den Wahlsonntag ausstrahlte, fand lobende Worte für das Schlossfest: „Dieses war überaus gelungen, und ich werde mich im Falle meiner Wahl dafür einsetzen, dass dieses fortgesetzt wird. Besonders der Gottesdienst hat mich persönlich sehr angesprochen, aber auch die anderen Programmpunkte waren mehr als gelungen und sehenswert."
Weitere Themen der angeregten Diskussion waren die ICE-Trasse, in der derzeit die Entwicklung offen ist, aber aus Sicht Klingers intensiv beobachtet werden muss, und die Anbindung an den ÖPNV. Denn gerade ältere Bürger hätten nur geringe Möglichkeiten, das Gewerbegebiet mit den Einkaufszentren zu erreichen. Jens Klingler machte diesbezüglich Hoffnung, dass durch den Einsatz der kleineren Busse und durch die Neuverhandlung der Vergabe hier eine baldige Verbesserung eintritt.
„Ich freue mich, dass die SPD-Mitglieder noch fest im Wahlkampf engagiert sind, sowohl in Neuschloß als auch in ganz Lampertheim", dankte Klingler abschließend für die Unterstützung. Benjamin Kloos