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Do., 03. August 2017, 14:27 Uhr
Schiffe beobachten, Flöße bauen und Schifferknoten machen
Lehrreiche Ferienspiele rund um den Rhein mit dem Heimatverein Nordheim
Bevor die Ferienkinder mit den ehrenamtlichen Helfern des Vereins für Heimatgeschichte (im Bild: Irmtraud Geiß) zu den Lernstationen ausschwärmten, gab es zu Beginn nach der Begrüßung erste Erklärungen und die Arbeitsmappen. Foto: Hannelore Nowacki
NORDHEIM – Was haben die Schiffe auf dem Rhein wohl geladen? Kann man das mit dem Fernglas erkennen? Reger Güterverkehr auf dem Rhein am Mittwochmorgen gab den zwölf Kindern der Ferienspiele viele Möglichkeiten zur Beobachtung. Hoch über dem Rhein, auf der Terrasse der Gaststätte, war die Aussicht bestens. Mehr Ferngläser als Kinder in der jeweiligen Gruppe lagen bereit, um diese ersten Aufgaben zu lösen. Wie jeden Sommer hatte der Verein für Heimatgeschichte Nordheim für die angemeldeten Ferienkinder ein interessantes Mitmacht-Programm zusammengestellt, diesmal ohne Rheingoldwaschen. Bevor sich die Teilnehmer der Ferienspiele mit den ehrenamtlichen Helfern des Vereins in drei Gruppen aufteilten, begrüßte Vereinsvorsitzender Günter Mössinger die vorwiegend neun- und zehnjährigen Mädchen und Jungen zum dreistündigen Ferienerlebnis am Rhein und dankte Vereinsmitglied Gisela Gibtner für ihre umfangreichen Vorarbeiten. Auf dem Tisch lagen ausgebreitet die dicken Arbeitsmappen in den Farben Rot, Grün und Gelb für jede Gruppe, mit einem Aufgabenblatt obenauf, die Gibtner den Kindern zunächst erklärte. Zwölf Aufgaben waren gestellt, deren Lösung an fünf Lernstationen gelang. Im Fährturm, der Lernstation 5 im ersten Stock, ging es um Berufe auf und am Wasser und die Frage, wie ein Fluss früher genutzt wurde und wie es heute ist. Auch die längsten Flüsse in Deutschland und weltweit lernten die Kinder kennen. Für die jungen Spielzeugfloßerbauer hatte sie aus gerade gewachsenen und sorgfältig zugeschnittenen Ästen Bündel geschnürt, die Günter Mössinger später am Fährturm zum Basteln verteilte. Unter seiner Anleitung konnten dort die Kinder die rätselhaften Buchstaben unten auf dem Aufgabenblatt in eine sinnvolle Reihenfolge bringen – dank der zuvor selbst gebastelten Chiffrierscheibe nach Art der alten Römer, die sogar auf Julius Cäsar zurückgehen soll. Die Dechiffrierung lohnte sich in jedem Fall, denn der Buchstabensalat wurde zum Hinweis auf die duftenden Brezeln und Erfrischungsgetränke, die bei der Verpflegungsstation im Zeltpavillon gleich unten am Fährhausturm bei Rosa und Alfred Nothacker abzuholen waren. Sogar selbstgebackenen Kuchen gab es. Im Fährhausturm, mit weitem Blick in die Landschaft, bewiesen Heinz Lahr und Kurt Althoff, dass es Schifferknoten wie den Kreuzknoten und den Palstek gibt, die wirklich halten. Die Kunst des Knotens probierten Jermaine, Jason und Joel konzentriert und erfolgreich aus und erhielten das verdiente Lob: „Prima, klasse“. Zwischenzeitlich hatte die Sonne eine Pause eingelegt und ein kräftiger Schauer ging nieder. Zum Glück hatten Ursula Diaz, Tochter Anna und Ehemann Mario an den Hochwassermarken am Damm einen Sonnenschirm mitgebracht, der sich auch bei Regen bewährte. An ihrer Lernstation 3 ging es um das Ablesen der Hochwassermarken, die deutlich machten, was hier immer wieder passierte. Aus historischen Berichten konnte Ursula Diaz Anschauungsmaterial zeigen. Ganz schlimm hatte es die Menschen von Groß-Rohrheim bis nach Lampertheim am 17. Februar 1787 getroffen, als der Damm gebrochen war. Später gab es immer wieder Hochwasser, eindrucksvolle Marken weisen auf die Jahre 1882/83, 1919/20, 1983 und 1988 hin. Vereinsvorsitzender Mössinger hatte das freundliche Wesen des Rheins im Blick, als er den jungen Zuhörern sagte: „Der Rhein ist so toll bei uns, etwas Einzigartiges – je mehr man von ihm weiß, desto mehr kann man ihn ins Herz schließen“. Zur Erinnerung an diesen Ferientag konnten die Kinder ihre Bastelarbeiten mit nach Hause nehmen und erhielten zwei lehrreiche Broschüren – zur Vielfalt an der Wasserstraße ein „Malheft für große und kleine Forscher“ und eine Schifffahrtsfibel zur „Wasser- und Schifffahrtsschule für das Rheinstromgebiet“. Hannelore Nowacki
Der Blick durchs Fernglas zu den Schiffen, über die Nordheimer Sandbank hinweg, machte die Kinder neugierig. Welche Schiffe fahren auf dem Rhein, was haben sie geladen, auch das war bei den Ferienspielen zu erkunden. Foto: Hannelore Nowacki