Do., 24. April 2014, 15:09 Uhr
Eine Alternative zur traditionellen Karfreitagsliturgie
„Leid-Gedanken“ zum Karfreitag
BÜRSTADT - Junge Erwachsene der Pfarrgruppe Bürstadt boten dieses Jahr an Karfreitag einen Gottesdienst in St. Michael an, der zeitgleich mit der bekannten Karfreitagsliturgie stattfand, die in der Kirche St. Peter gefeiert wurde. Des Leidens und Sterbens Jesu gedenken, aussagekräftige Texte hören, in Stille seinen eigenen Leiderfahrungen nachspüren und meditativem Gitarrenspiel lauschen - all das waren Elemente, die das Vorbereitungsteam anbieten wollte.
Um 15 Uhr waren die vorderen Kirchenplätze dicht besetzt und als der Lebenslauf von Jesus in zeitgemäßer Form verlesen wurde, kehrte Stille ein.
Die Gottesdienstbesucher bekamen die Möglichkeit, ein Stück des Leidensweges Jesu mitzugehen. Die Jugendlichen hatten dafür einige Dinge mitgebracht, die verdeutlichen sollten, was sich die Stunden vor dem Tod Jesu vor fast 2000 Jahren abgespielt hat.
Ein rotes Tuch wurde auf die Altarstufen gelegt, und Simon Held erklärte: „Jesus war ein rotes Tuch für die, die ihn später töten ließen, weil er Werte weitergab, die nicht den damaligen Regeln entsprachen. Die Dornenkrone setzen sie Jesus auf, um ihn als König der Juden zu verspotten.
Eine Kette wurde als Symbol der Gewalt und der Fesseln niedergelegt. Der Stein als Symbol der Schwere unseres Schicksals, aber auch Symbol für den Stein, der an Ostern weggeräumt war."
Der letzte Gegenstand, der nach vorne gebracht wurde, war das große schwere Holzkreuz. Jasmin Heiderich und Franziska Hofmann trugen das Kreuz nach vorne und stellten es für die Kreuzverehrung bereit.
An die Passion nach Johannes, die verlesen wurde, schlossen sich Fürbitten an, die später mit eigenen Bitten und Wünschen vor das Kreuz gebracht werden konnten.
Für eine Kreuzmeditation wurde dann an alle Gottesdienstbesucher ein Stück Draht ausgeteilt. Im Laufe dieser Besinnung konnten persönliche Leiderfahrungen überdacht werden. Keiner ist perfekt, jeder hat seine Schwachstellen und deshalb wurde mit dem Sitznachbar aus Draht ein Kreuz gestaltet.
„Aus der Begegnung mit dem Nächsten und seiner Schwachheit wächst neue Kraft“, las Christina Schwara und setzte den Schlusspunkt der Meditation.
Danach waren alle eingeladen mit dem gekreuzigten Jesus in Beziehung zu treten.
Mit dem Niederlegen einer Blume verehrten die Gläubigen das Kreuz nicht nur als Zeichen der Niederlage und des Todes, sondern auch als ein Zeichen der Hoffnung.
Die Hoffnung, dass Jesus an Ostern auferstanden ist und neues Leben ermöglicht.
Lukas Beilmann begleitete die Feierstunde mit meditativer Gitarrenmusik.
Angela Rohatsch aus dem Vorbereitungsteam war am Ende überrascht vom großen Zuspruch: „Wir haben nicht damit gerechnet, dass so viele Menschen kommen.
Auch die Firmlinge der Pfarrgruppe waren anwesend. Und damit meine ich nicht nur anwesend im Sinne von einfach da sein. Ich hatte das gute Gefühl, dass sich alle Gottesdienstbesucher, egal ob jung oder älter auf die vorgetragenen Texte eingelassen haben und den einen oder anderen Gedanken mitnahmen in den Alltag.“ zg