
SÜDHESSEN – Seit mehr als zwei Jahren kämpfen Hessen und die betroffenen Landkreise und kreisfreien Städte in Südhessen gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP). Nach der erfolgreichen ersten Teilrückstufung von Sperrzonen im Frühjahr 2026 richtet sich der Blick nun auf die nächsten Schritte. Das Hessische Landwirtschaftsministerium (HMLU) hat deshalb gemeinsam mit dem Landkreis Groß-Gerau bei einer weiteren Dialogveranstaltung über die aktuelle ASP-Lage, die laufenden Maßnahmen und den nächsten Rückstufungsantrag informiert. Am 14. Oktober kamen in Groß-Gerau etwa 250 Bürgerinnen und Bürger, vor allem aus Landwirtschaft und Jägerschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter der Veterinärbehörden zum persönlichen Austausch im Landratsamt Groß-Gerau zusammen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Staatssekretär Michael Ruhl, Leiter des ASP-Führungsstabs im HMLU. „Wir haben in den vergangenen Monaten einen wichtigen Schritt geschafft: Im Frühjahr konnten große Teile des bisherigen Kerngebiets Beta zurückgestuft werden. Jetzt wollen wir gemeinsam den nächsten Schritt gehen. Dafür müssen die Voraussetzungen weiter konsequent erfüllt und die Maßnahmen vor Ort fortgeführt werden“, erklärte Ruhl. Der letzte positive ASP-Fund liegt bereits mehr als zwei Monate zurück. Dieser wurde am 31. Juli im Landkreis Darmstadt-Dieburg registriert. Der erste gemeinsame Antrag von Hessen und Rheinland-Pfalz auf Teilrückstufung der Sperrzonen war im Frühjahr von den EU-Mitgliedstaaten gebilligt worden. Damit konnten Restriktionen für Teile des Rheingau-Taunus-Kreises sowie angrenzende Flächen in weiteren hessischen Kreisen aufgehoben werden. Der Hochtaunuskreis fiel dank des Erfolges vollständig aus den Sperrzonen heraus.
Nächster Rückstufungsantrag in Vorbereitung
Bei der Veranstaltung informierten die Experten des HMLU und des Landkreises über den aktuellen Stand der Vorbereitungen für den nächsten Rückstufungsantrag. Dieser soll am 26. Oktober 2026 beim Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat eingereicht werden. Im weiteren Verfahren könnte sich anschließend im November die Europäische Kommission mit dem Antrag befassen. Für eine weitere Rückstufung ist insbesondere eine konsequente Fortführung der Maßnahmen zur Überwachung und Bekämpfung der ASP entscheidend. Dazu gehören die Suche nach Fallwild, die Überwachung des Wildschweinbestands und die weitere Reduzierung der Schwarzwildpopulation. „Unser Ziel ist, dass weitere Gebiete wieder ohne die bisherigen Einschränkungen auskommen können. Dafür kommt es jetzt auf die fortgesetzte Unterstützung aller Beteiligter an. Jede erfolgreiche Bejagung und jeder konsequent umgesetzte Such- und Überwachungsmaßnahme hilft dabei, die Voraussetzungen für die nächste Rückstufung zu schaffen“, so Ruhl.
Jägerschaft bleibt wichtiger Partner
Der Staatssekretär richtete deshalb erneut einen Appell an die private Jägerschaft, sich auch in den kommenden Wochen und Monaten aktiv an der ASP-Bekämpfung zu beteiligen. Insbesondere die anstehenden Drückjagden sowie die Einsätze der Mobilen Entnahme Teams (MET) der Berufsjäger seien wichtige Bausteine der gemeinsamen Strategie. „Ich weiß, was die Jägerinnen und Jäger in den vergangenen zwei Jahren geleistet haben – vielfach zusätzlich zu ihrem normalen ehrenamtlichen Engagement. Dafür gilt mein ausdrücklicher Dank. Genauso gilt unser Dank den Veterinärbehörden und den Landwirten, die mit großem Einsatz dazu beitragen, dass wir bei der Bekämpfung der ASP vorankommen“, betonte Ruhl. Die Dialogveranstaltungen des HMLU finden seit Beginn des ASP-Ausbruchs regelmäßig gemeinsam mit den betroffenen Landkreisen statt. Neben Informationen zur aktuellen Seuchenlage stehen dabei insbesondere Fragen aus der Landwirtschaft und Jägerschaft sowie der direkte Austausch mit den Menschen vor Ort im Mittelpunkt. Seit dem ersten bestätigten ASP-Fall am 15. Juni 2024 wurden hessenweit mehr als 7.000 Wildschweine bzw. Wildschweinkadaver beprobt. Davon wurden 2.340 positiv auf ASP getestet. Die Fälle konzentrieren sich ausschließlich auf Südhessen. zg
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