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  • Di., 15. Juli 2014, 09:20 Uhr
    Gottesdienst in der Domkirche statt in weiter Flur – Pfarrer Hesse-Keil verabschiedet

    Liebe und Freiheit, Weite und Geborgenheit

    Pfarrer Mario Hesse-Keil bei seiner letzten Predigt in der evangelischen Lukasgemeinde am vergangenen Sonntag. Das Wetter hatte den geplanten Feldgottesdienst unter freiem Himmel in der Bonnaue ins Wasser fallen lassen. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM  – Der Himmel hatte seine Schleusen geöffnet, aus grauen Wolken war am Sonntagmorgen ergiebiger Regen gefallen. Doch dieses Wetter kam für den alljährlichen Feldgottesdienst unter freiem Himmel in der schönen Bonnaue ganz ungelegen. So musste der  Gottesdienst in der Domkirche gefeiert werden, doch mit vielen Besuchern. In diesem letzten Gottesdienst mit Pfarrer Mario Hesse-Keil nahm die Lukasgemeinde von ihm Abschied. Dekan Karl Hans Geil nahm die förmliche Entpflichtung vor und gab ihm den Segen mit auf den Weg, der Pfarrer Hesse-Keil zu seiner neuen Aufgabe als Seelsorger in die Vitos-Klinik in Heppenheim führt. Der Evangelische Posaunenchor unter der Leitung von Jan Henneberger begleitete den Gottesdienst musikalisch und der MGV 1840 mit seinem Männerchor und dem gemischten Chor, dirigiert von Elisabeth Seidl, füllte die Domkirche mit vollem Stimmenklang aus.

    Lieder, Lesung und Predigt rankten sich um die Schönheit der Natur, die Freiheit und die Liebe, eine Komposition, die Pfarrer Hesse-Keil offenbar mit Bedacht gewählt hatte. „Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit“ begann das erste gemeinsam mit der Gemeinde gesungene Lied. Um ein weiteres Lied, entstanden im geschichtsträchtigen Jahr 1968, ging es in seiner Predigt, in die Pfarrer Hesse-Keil viel Persönliches einfließen ließ. „Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer, frei sind wir, da zu wohnen und zu gehen“, sagen die ersten Verse. „Mal Weite, mal Geborgenheit“ sind Gefühle, die Pfarrer Hesse-Keil beschreibt, die er empfindet, wenn er Landschaften wie die Bonnaue erlebt. „Sinnbild für Gottes Wille“ sei diese Natur. „Dieses Lied bringt uns auf die Spur, wie beides zusammengeht, die Freiheit und die Liebe“. Freiheit meine in diesem Lied auch Zukunft zu gestalten, eine Vorstellung, die erst mit der französischen Revolution aufgekommen sei. Einseitige Freiheit habe ihren Schatten, gab Pfarrer Hesse-Keil zu bedenken, es komme darauf an, „sich selber ernst zu nehmen und die Bedürfnisse der anderen im Blick haben“.

    In seinen Abschiedsworten zur Entpflichtung beschrieb Dekan Geil eindrucksvoll die prägenden Eigenschaften, die er und die Gemeinde an Pfarrer Hesse-Keil über acht Jahre hinweg während seines Wirkens in der Lukasgemeinde kennengelernt haben. In seinem Werdegang sei es immer um Seelsorge und Zuwendung zu Menschen mit Lasten und Problemen gegangen. „Auch in der Gruppe der ökumenischen Pfarrer warst du immer ein Besonderer“, stellte der Dekan fest. „Auf dich konnte man sich immer verlassen, stets hast du längerfristig geplant und gehandelt, sorgfältig bedacht: „Du bist ein Mensch, dem Tiefgang wichtig ist“. Durch Weiterbildung und Qualifizierung habe sich Pfarrer Hesse-Keil auf seine neue Aufgabe in der psychiatrischen Klinik vorbereitet. Ein Jahr lang habe er dort bereits in Vertretung seine neue Aufgabe ausprobiert, erläuterte Pfarrer Hesse-Keil der Gemeinde in seinem Abschiedswort, bevor Dekan Geil den Segen erteilte. Im Anschluss waren alle zum Imbiss eingeladen, den die Jungbauern im Gemeindezentrum, im Saal der Notkirche, vorbereitet hatten.

    Hannelore Nowacki



    Sonst schmeckt es den Gottesdienstbesuchern unter freiem Himmel, diesmal luden die Jungbauern zum traditionellen Imbiss in das Gemeindezentrum ein. Foto: Hannelore Nowacki

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