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Mo., 05. August 2019, 10:29 Uhr
Volksbühne feierte 40 Jahre Mundart-Theater mit Schauspielern und Team
Loambadda Mundaad mit Heiterkeit auf der Erfolgswelle
Das Duo „Inkognito“ mit Ricky van Eldik und Gerd Hannewald (rechts) sorgte bei der Feier für schwungvolle Bewegung. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – „Alle mal zur Bühne schauen“. Diese nette Aufforderung mit freundlicher Einfärbung in Lampertheimer Mundart richtete Klaus Jenner nicht an das Publikum der Volksbühne zur Vorführung eines Schwanks – diesmal feierten die aktiven Laienschauspieler und das Bühnenteam gemeinsam ein besonderes Jubiläum im großen Saal der Notkirche. „40 Ja Mundaad“ stand auf dem Programm für einen langen Freitagabend voller Genüsse. Dazu gehörte die lebendige Lampertheimer Mundart am Mikrofon und an den Tischen ebenso wie die kulinarische Vielfalt des feinen Büffets und die schwungvolle Livemusik im Stil kalifornischer Lebenslust der 70er und 80er Jahre von Gerd Hannewald am Keyboard und Gitarrist Ricky van Eldik als Duo „Inkognito“, die zum ausgiebigen Tanzen einlud. Klaus Jenner, 1. Vereinsvorsitzender der Volksbühne 1926, verschaffte sich mühelos Gehör im lebhaften Stimmenmeer, denn seine Ansage betraf zunächst das Büffet und die kochenden und backenden Akteure, die in Gemeinschaftsarbeit die italienische Vorspeisenauswahl, Salate und Desserts gezaubert hatten, wie auch die Organisation der Selbstbedienung. Zum Rollbraten gab es Rosmarinkartöffelchen, wobei Mundartautor und Schauschbeela Peter Bischof auch die hohe Kunst des Rollbratens beherrscht. Bekannt ist Bischof auch als derjenige, der alte Stücke gekonnt „uff haid modifidziad“ und Handlungen ganz wunderbar in Lampertheimer Mundart „verworschdelt“. In seiner Ansprache gab er die vergnügliche Richtung des Festes vor: „Heit aobend wolle mir Aktive feiern“ – jeder dürfe so babble wie er es gelernt habe, auch auf Hochdeutsch. Die Sache mit der Bärrstädter Mundart wollte Jenner nicht weiter vertiefen, der Lacherfolg ließ nicht auf sich warten. Ein großes Dankeschön sagte er den Teammitgliedern, die geholfen haben, dass „wir so erfolgreich sind“, auch den Partnern, Familien und Freunden dankte er, „die so lange allein zuhause gewesen waren“. Der Lukasgemeinde dankte er für die Räumlichkeiten, die die evangelische Kirchengemeinde der Volksbühne seit 40 Jahren zur Verfügung stelle. Seinen „Dank an unser treues Publikum“ verband Jenner mit dem Hinweis, dass sich viele schon nachts beim Kartenvorverkauf anstellen, „um die beschde Karte zu kriege“.Auch den „Jungen“ im Volksbühnenteam dankte er, die die Arbeit „der Alten“ fortführen, damit diese beim 100-jährigen Jubiläum 2026 abtreten könnten. Jenners Botschaft an die Fans im Land: „Unser Volksbiehn ist guud, die müsst ihr euch mal angucke“.Gelegenheit dazu ist mit Beginn der Theatersaison im November. Peter Bischof hatte noch kein Wort gesagt, da brandete schon Applaus auf. Was er dann in seiner Lampertheimer Muttersprache und Mundart zu sagen hatte, gefiel seinem Publikum. Jede Region habe ihre eigene Art, aber die Mundart in Lampertheim sei sanfter als die in Bürstadt. Seit 40 Jahren halte die Volksbühne „unseren Lampertheimer Dialekt“ hoch und pflege ihn, doch damals den Dialekt als Lehrfach in der Schule einzuführen, sei nicht gelungen. Die Antwort auf die Frage „wie sind wir in der Volksbiehn uff die Mundaad gekumme“ ist ganz einfach. „Da war eigentlich unser Publikum schuld“, sagte Bischof. Seit dem ersten Stück in Lampertheimer Mundart 1979 sei der Saal immer ausverkauft gewesen. „Wir haben gemerkt – wir können ebbes bewege“. Gelungen sei dies ganz harmonisch dank der Bühnenmannschaft, „ohne sie wär’n wir bei weitem nicht so weit wie wir sind“. Seine Mundaad-Rede beendete Bischof mit dem Hinweis: „Wir sind da zu feiern, net zu labern“. Das Feiern machte allen sichtlich Spaß, die Tanzfläche füllte sich und die Tischunterhaltungen nahmen Fahrt auf. Im Service inbegriffen waren Sekt und Winzerwein, Obstler und anderes feines Wasser. Und weil alle gerne feiern, war auf der Bühne kein Schwoangk geboten, sondern der lustige Mundart-Sketch „In Kiwwl Schbeiß“ mit zwei Schauspielern. Frank Griesheimer und Sven Soldan rührten humorvoll einen Kübel Speis (Mörtel) an. In seiner Präsentation ließ Schauschbeela und 2. Vorsitzender Michael Tschirner die Erfolgswelle von 40 Jahren Mundart-Theater Revue passieren. Schließlich spielten zum allgemeinen Vergnügen alle im Saal Theater – eine Improvisation von Klaus Jenner, der den Regisseur spielte. Zum Kern der Aktiven in der Volksbühne gehören neben den Schauspielern, das Technikteam und „Biehnebild“, die Frisuan und Massge, die Souffleusen und viele mehr. Hannelore Nowacki