50 Jahre Jugendfeuerwehr – lebendige Tradition für das Gemeinwesen
„Macht weiter so“
Zur Jubiläumsfeier kamen die Gründer der Groß-Rohrheimer Jugendfeuer, die auch als Jugendwarte und Ausbilder aktiv waren, weitere ehemalige Jugendwarte und der amtierende Jugendwart Nico Schwarick (Jennifer Heß war beruflich verhindert). Im Bild: Matthias Heß (von links), Emil Heß, Reinhard Schneider, Helmuth Bingel, Michael Embach, Werner Donnerstag und Nico Schwarick. Foto: Hannelore Nowacki
GROSS-ROHRHEIM – Vor 50 Jahren wurde in Groß-Rohrheim die Jugendfeuerwehr gegründet. Aus diesem besonderen Anlass fand die jährliche Winterwanderung des Löschbezirks 4 mit allen neunzehn Jugendfeuerwehren in Groß-Rohrheim statt. Vom Feuerwehrgerätehaus in der Jahnstraße starteten die etwa 200 Jugendlichen und 40 Betreuer um 9 Uhr morgens zum fünf Kilometer langen Rundkurs bis zum Damm und Neuloch über die Schule zurück. Bei fünf Spielen waren Aufgaben zu lösen wie Feuerwehrknoten machen und Stiefelwettschießen. Außerdem musste ein Fragebogen durchgearbeitet werden. Die hungrigen Gäste bekamen danach in der Fahrzeughalle ihr Mittagessen. Die Fahrzeuge waren draußen geparkt, damit in der Fahrzeughalle Tische und Bänke aufgestellt werden konnten. Schon seit fünf Uhr früh hätten die Einsatzkräfte mit den Vorbereitungen begonnen, berichtete Pressesprecher Mark Heitmann. Sabrina Kern, Bezirksjugendfeuerwehrwartin des Löschbezirks 4, wertete den Wettbewerb während der Mittagspause aus und stellte die Sieger fest. Für die Sieger und Ehrengäste hatten die Gastgeber schön verpackte Geschenke vorbereitet – Glasschalen, die sie in der Glaskreativwerkstatt selbst gestaltet hatten. Nach dem Mittagessen eröffnete Jugendwart Nico Schwarick die kleine Feier zum 50-jährigen Bestehen der Groß-Rohrheimer Jugendfeuerwehr. Helmuth Bingel, Gründer der Jugendfeuerwehr, führte sein Publikum durch die erfolgreiche fünfzigjährige Geschichte, die am 17. Oktober 1967 mit Unterstützung von Friedhelm Faatz und Reinhard Schneider begann. Von vielen schönen Erinnerungen berichtete der 83-jährige ehemalige Jugendwart und Ortsbrandmeister (1962 bis 1970), von Ausflügen ins Hallenbad nach Worms, von mehrtägigen Fahrten und Freizeiten, von unvergesslichen Erlebnissen. Elf Jugendliche waren eingetreten. Die Ausbilder Faatz und Schneider waren mit ihrer Ausbildung schon innerhalb eines Jahres sehr erfolgreich – sechs Jugendliche schafften beim Kreisjugendzeltlager die Leistungsspange. Immer gebe es Höhen und Tiefen im Verein, schloss Bingel seine Rede, doch stets seien Kameraden bereit gewesen, sich bei Tag und Nacht für die Einwohner einzusetzen. Bürgermeister Rainer Bersch dankte der Wehrführung für die ausgezeichnete Zusammenarbeit und sprach allen Verantwortlichen seinen Dank aus. Wettbewerbe wie die Winterwanderung stärken das Wir-Gefühl und machen Spaß, seien aber auch eine Übung für den Ernstfall. Dazu gab Bürgermeister Bersch den jungen Leuten fünf Denkanstöße aus „fünfmal gebündelter Lebenserfahrung“ mit auf den Weg: „Nicht aufeinander losgehen, sondern aufeinander zugehen. Verlässlichkeit schafft Vertrauen. Individualität respektieren, Fähigkeiten integrieren, Tatendrang regulieren. Leistung braucht kein Lob, aber Lob fördert Leistung. Hilfe ist besser als Häme“. Bersch machte in seiner Festrede deutlich, dass den breit gefächerten Einsatzbereich der Feuerwehr nur mit Idealismus, Verlässlichkeit, Fachkompetenz und „einer gehörigen Portion Einsatzfreude“ zu leisten seien. Der Grundstein für diese Werte werde „hier in der Jugendfeuerwehr“ gelegt. Von Tradition könne die Feuerwehr nicht leben. „Was frühere Generationen positiv bewirkt und bewegt haben, muss erhalten, ausgebaut und fortgeführt werden“, betonte Bersch, „in jeder Generation wachsen Idealisten nach, die Verantwortung übernehmen und Pflichten erfüllen, Probleme analysieren und Ziele realisieren – solche Vorbilder braucht unser Land“.
Sieger bei der Winterwanderung war die Jugendfeuerwehr Lampertheim (rechts), den zweiten Platz belegte die Bobstädter Jugendfeuerwehr (links), die Jugendfeuerwehr aus Hambach (Mitte) wurde Dritter. Im Bild hinten: Bezirksjugendfeuerwehrwartin Sabrina Kern und Kreisjugendfeuerwehrwart Lutz Machleid. Foto: Hannelore Nowacki
Kreisjugendfeuerwehrwart Lutz Machleid überbrachte zum Jubiläum der Groß-Rohrheimer Jugendfeuerwehr die Glückwünsche und Ehrenurkunde des Kreisfeuerwehrverbandes, verbunden mit dem Lob: „Macht weiter so“. Den Teilnehmern der Winterwanderung sagte Machleid: „Gewonnen hat jeder, der mitgemacht hat“. Bezirksjugendfeuerwehrwartin Kern rief die Teilnehmer und Sieger auf die Bühne. In ihrer Ansprache machte sie deutlich, dass sich die Gruppen bei der Winterwanderung an die Regeln halten müssten, die sie ihnen zuvor mitgeteilt hatte. Bei einem Spiel habe regelwidrig ein Erwachsener teilgenommen, daher werde die Punktzahl nicht gewertet. Drei Hochglanzpokale standen für die Sieger bereit, zusätzlich erhielt die erstplatzierte Lampertheimer Jugendfeuerwehr den Wanderpokal. Den zweiten Platz hatte die Jugendfeuerwehr aus Bobstadt errungen, auf den dritten Platz kam die Hambacher Jugendfeuerwehr. Hannelore Nowacki
Information
Die Groß-Rohrheimer Jugendfeuerwehr zählt aktuell sechs Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren. Bei den Löschzwergen im Alter von 4 bis 10 Jahren machen 30 Kinder mit.
Jugendwarte und Betreuer in den letzten 50 Jahren: Helmuth Bingel, Friedhelm Faatz, Reinhard Schneider, Emil Heß, Oliver Schweiger, Ralf Lindenstruth, Stefan Stumpf, Michael Embach, Andreas Huber, Werner Donnerstag, Rainer Schollmaier, Karin Matiasch, Michael Embach, Patrick Embach, Marcel Keim, Matthias Heß, Nico Schwarick und Jennifer Heß.