Do., 11. Mai 2017, 14:57 Uhr
Ausstellung „Farbe-Form-Fläche“ in der „Galerie Haus am Römer“ bis zum 16. August
Malerin Anouk Bourrat-Moll präsentiert 34 Bilder

Die Werke von Anouk Bourrat-Moll (im Bild mit Gabi Wesp vom Fachbereich 40) sind im „Haus am Römer“ in der Domgasse 2 bis zum 16. August zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen: Montags bis freitags von 7.30 bis 12 Uhr, außer mittwochs auch nachmittags: Montags und dienstags von14 bis 16 Uhr, donnerstags bis 17.30 Uhr. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Kräftige, leuchtende Farbkompositionen, zarte Aquarelltöne und strukturierte Flächen mit geometrischen Formen, von denen manche einen Hauch von Gold zeigen, gehören zum abwechslungsreichen Werk von Anouk Bourrat-Moll. Ihre Bilder steigen im Grad der Komplexität auch räumlich auf, die leichten, spontanen, auch lockeren Aquarelle finden sich zu Beginn des Aufstiegs. Kunstgenuss ist beim Treppensteigen im „Haus am Römer“ in der Domgasse 2 angesagt. Natürlich kann man auch den Fahrstuhl nach oben besteigen und dann gemütlich beim Heruntergehen die 34 Bilder auf sich wirken lassen, die vhs-Dozentin und Künstlerin Anouk Bourrat-Moll dort bis zum 16. August ausstellt. Zur Vernissage am Mittwochabend waren alle Freunde der Bildkultur, Kursteilnehmer der Volkshochschule (VHS), Freunde und Bekannte der Künstlerin eingeladen. Das „Duo Bejambá“ mit Cathrin Ambach an der Querflöte und Gitarrist Benjamin Grundmann begleitete die Vernissage musikalisch. In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich 40 Kultur, Bildung und Ehrenamt unter der Leitung von Rolf Hecher, mit Unterstützung der Volkshochschule Lampertheim, ist es die 57. Ausstellung im Rahmen der Reihe „Bildkultur“, die seit Ende letzten Jahres nicht mehr Stadthaus stattfindet und deshalb jetzt „Bildkultur in der Galerie Haus am Römer“ heißt. Für die Künstlerin Bourrat-Moll ist es die erste Ausstellung an dieser Stelle, aber nicht die erste in Lampertheim. Im Pressegespräch vor der Vernissage erzählte sie vom Entstehen ihrer Werke, die aus vielen Quellen inspiriert sind. Ihre Zeit in Mexiko habe sie zu den kräftigeren, bunten Farben geführt. Drei Jahre unterrichtete sie an einer freien mexikanischen Universität. Den Blick über die Grenzen hinaus hat die 1958 in Mainz geborene Künstlerin von ihrer deutschen Mutter und ihrem französischen Vater mitbekommen, mit ihren drei Schwestern ist sie in beiden Ländern aufgewachsen. Gerne gezeichnet und gemalt habe sie schon als Kind, berichtete Bourrat-Moll. Ihre Studienzeit begann an der Bodensee-Kunstschule in inspirierender Landschaft. 1979 ging sie nach Mannheim an die Fachhochschule für Gestaltung. Nachdem sie ihr Diplom hatte, war sie freischaffend im Bereich Kommunikationsdesign tätig. Nach ihrer Lehrtätigkeit in Mexiko und weiteren drei Jahren freischaffender Tätigkeit ist sie seit neun Jahren im Schuldienst. An der Lampertheimer Volkshochschule unterrichtet Bourrat-Moll seit 1996. Neben ihrer pädagogischen Arbeit sei ihre eigene künstlerische Entwicklung in all den Jahren von zentraler Bedeutung gewesen. Viele Bilder habe sie verkauft, auch Auftragsarbeiten führe sie gerne aus, einige Bilder behält sie – an denen besondere Erinnerungen hängen. Während sie bei der Aquarelltechnik spontane Einfälle in der Pinselführung und Farbgebung, auch den Zufall zulässt, gestaltet sie Kompositionen mit geometrischen Formen und Buchstaben stärker am Winkel orientiert, lässt sich aber auch auf das Spiel mit freien Landschaften, ornamentalen und floralen Formen ein. Eine Idee und ein Konzept zur Blattaufteilung habe sie auch bei spontaner Gestaltung zuvor im Kopf. Im Spannungsfeld zwischen ihrer strukturierten Methode und der Arbeit mit dem Zufall bringt die Künstlerin ihr Können ein, eine selbst gewählte Herausforderung, der sie mit Begeisterung begegnet. Mischtechniken wendet sie an, manchmal trägt sie sogar 42 Farbschichten aufs Papier auf, macht Entdeckungen bei Experimenten. Auch das geschieht bei ihrer Gleichung „Form und Fläche gleich Linie plus Farbe gleich Fläche“: „Manchmal geht die Fantasie mit mir durch“. Hannelore Nowacki