SPD eröffnet Wahlkampf mit Kandidatenliste und Programm für alle Generationen
Marius Schmidt auf Listenplatz 1
Die SPD eröffnete den Kommunalwahlkampf. Die Spitzenkandidaten Jens Klingler (von links), Carola Biehal, Marius Schmidt und Brigitte Stass treten nach eigenem Bekunden als Team an – mit Marius Schmidt auf Platz 1. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Der Kommunalwahlkampf ist eröffnet – die Spitze des Ortsvereins der SPD machte dies mit einem Pressegespräch am Freitag öffentlich. Kandidatenliste und Wahlprogramm werden den Mitgliedern nach den Sommerferien Anfang September zur Abstimmung vorgelegt, auf der Homepage der Partei sollen Liste und Programm Mitte August veröffentlicht werden. Von einer Überraschung sprach Ortsvereinsvorsitzender Jens Klingler, als er Marius Schmidt als Spitzenkandidat auf Listenplatz 1 vorstellte. Der 23-jährige Politikstudent, der nach dem Bachelor nun auf dem Weg zum Masterabschluss ist, hatte bereits als Stadtverordneter seit nun fast fünf Jahren Gelegenheit, sein Profil zu entwickeln und kommunalpolitische Erfahrung zu vertiefen. Aber auch die anderen Kandidaten auf den ersten zehn Plätzen können mit ihrer sogar jahrzehntelangen Erfahrung als Stadtverordnete aufwarten. Als Team trete man an, waren sich die Spitzenkandidaten einig. Wie kann die Wahlbeteiligung erhöht werden und wie können die jungen Wähler zur Kommunalwahl motiviert werden? Diese Fragen hatte sich die Führungsspitze gestellt und hofft, dass die Kandidatenauswahl dazu beiträgt. Insgesamt stellen sich 44 Kandidaten auf der SPD-Liste für die Stadtverordnetenversammlung zur Wahl, die am 6. März 2016 stattfinden wird. Vor allem unter den ersten zehn Kandidaten wurde auf eine gute Mischung der Altersgruppen und Ortsteile geachtet, außerdem sind Männer und Frauen im Wechsel aufgelistet – Klingler sprach vom „Reißverschlussverfahren“. Wie Brigitte Stass einräumte, seien leider zu wenige Frauen in der Politik vertreten, so dass dieses Reißverschlussverfahren bei den weiteren Listenplätzen nicht vollständig weitergeführt werden konnte. Nach Marius Schmidt ist Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass auf Platz 2 der Liste, gefolgt vom Ersten Stadtrat Jens Klingler auf Platz 3. Weiter sind Fraktionsmitglied Christiane Krotz und der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Fritz Götz vorgeschlagen, die Stadtverordneten Carola Biehal (Ortsvorsteherin von Neuschloß), Karl-Heinz Berg (Ortsvorsteher von Hüttenfeld) sowie Bärbel Kronauer, Joachim Stumpf und Lydia Winter. „Wir werden gut vorbereitet sein, wir wollen Lampertheim gestalten und stärkste Fraktion werden“, kündigte Klingler an und betonte, dass die SPD die aktivste Partei in Lampertheim sei. Klingler wirbt für seine Partei: „Wir kümmern uns um die Belange der Bürger und stellen uns der Diskussion, wir sind ehrliche Politiker“. Schmidt fasste die Erfolge der letzten fünf Jahre aus Sicht der SPD in Lampertheim zusammen und stellte die Kernpunkte des vorgeschlagenen Kommunalwahlprogramms vor. Gute Ideen sollen fortgeschrieben und neue Akzente gesetzt werden. Obwohl es Einnahmeausfälle bei der Gewerbesteuer gegeben habe und beispielsweise die Schulumlage an den Kreis Bergstraße angehoben worden sei, konnte der Haushalt konsolidiert werden, jedoch nicht auf Kosten der Lebensqualität, wie Schmidt hervorhob. Weiterhin gebe es die VHS, das Schwimmbad, die Musikschule, die Stadtbücherei, die Seniorenbegegnungsstätte und einen guten öffentlichen Personennahverkehr. Gemeinsam mit dem Koalitionspartner seien Spielräume kreativ genutzt worden, mit dem Bau von Radwegen, Kreiseln, Siedlungsgebieten und weiteren Projekten sei die Infrastruktur gestärkt worden. Themen wie die Bürgerbeteiligung seien vorangetrieben worden. Anregungen von Bürgern seien in das Wahlprogramm aufgenommen worden. „Wir hören zu“, betonte Schmidt. Als Kernpunkte im Wahlprogramm nannte Schmidt Trends wie den demografischen Wandel und die Digitalisierung und die Gestaltung der Energiewende, dies und anderes bei weiterhin knappen Kassen. An Projekten wie der B 47 wolle die SPD dran bleiben, auch bei der B 44 Flagge zeigen. Die Innenstadtentwicklung soll durch einen runden Tisch und die Nutzung von Förderprogrammen vorangebracht werden. Unter dem Motto „wir wollen Wohnraum für alle“ will die SPD den Mietwohnungsbau angehen. Als Teil der Metropolregion komme Lampertheim eine besondere Bedeutung zu. Das Bekenntnis: „Ja, wir wollen das Gleisdreieck abschnittsweise bebauen, aber nicht zubauen“. Freiwillige Leistungen der Stadt Lampertheim im Bereich Ehrenamt, Kultur, Freizeit und Vereine will die SPD beibehalten. Das Thema Flüchtlinge wolle die SPD in Absprache mit den anderen Parteien im Stadtparlament aus dem Wahlkampf heraushalten, erklärte Stadtverordnetenvorsteherin Stass. „Menschlichkeit hat keine Parteifarben“, verdeutlichte Schmidt. An der dezentralen Unterbringung wolle man festhalten, um die Menschen anständig zu integrieren, brauche man die hauptamtliche Betreuung, denn die Ehrenamtlichen stoßen an ihre Grenzen. Ortsvorsteherin Biehal meinte: „Wir brauchen Lösungen, wir haben keine andere Wahl“. Hannelore Nowacki