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Di., 26. Mai 2015, 10:21 Uhr
2. Ökumenischer Familiengottesdienst zum Pfingstmontag ein voller Erfolg
Martin-Luther-Gemeinde und Mariä Verkündigung feierten zusammen
Was ist wichtig? Viele Gottesdienstbesucher schrieben auf, wie sie sich Kirche vorstellen. Die Kinder brachten ihre Malaufgaben zum Aufhängen zu Pfarrer Ralf Kröger. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Pfarrer Ralf Kröger hieß die Gottesdienstbesucher bei strahlendem Sonnenschein willkommen – die „katholischen Geschwister“ der Gemeinde Mariä Verkündigung wie die „evangelischen Mitchristen“ seiner Martin-Luther-Gemeinde. Im Garten hinter der Martin-Luther-Kirche hatten sich die Tischreihen gefüllt, ja - immer mehr Stühle mussten herbeigeholt werden, um allen Besuchern einen Sitzplatz zu bieten. Gemeinsam mit seinem katholischen Amtskollegen Pfarrer Erhard Schmitt gestaltete Pfarrer Kröger diesen 2. Ökumenischen Gottesdienst am Pfingstmontag, der dank des guten Wetters im Freien stattfinden konnte – so wie im letzten Jahr im Pfarrgarten von Mariä Verkündigung. Der evangelische Posaunenchor unter der Leitung von Andrew Connor begleitete den Familiengottesdienst musikalisch. Text und Noten der sechs gemeinsam gesungenen Lieder waren am Eingang an die Hand gegeben worden, zusammen mit einem Blatt, das später noch eine besondere Verwendung fand. So viele Menschen bei einem Gottesdienst, das fand Pfarrer Kröger wunderbar. „Wozu haben wir eine so große Kirche“, fragte er in die Runde, denn noch am Vortag sei es zum Verzweifeln gewesen. Mit dem Wunsch „alle mögen an Geist und Leib gesättigt werden“ wies Pfarrer Kröger auf den geselligen Teil des Tages hin, denn im Anschluss wurde aufgetischt – zum Prager Schinken gab es Salate und Baguette. „Dann, lieber Erhard, legen wir los“ sagte der evangelische Pfarrer zu seinem katholischen Kollegen. Pfarrer Erhard regte an, als Christen immer wieder aufzubrechen, wohin Gott einen sendet, immer wieder gebe es etwas zu erleben: „Schön, wenn wir gemeinsam unterwegs sind, gemeinsam entdecken, was wichtig ist im Glauben, dann können wir Ökumene erleben“. Was werden wir heute erleben? Sind Sie auch neugierig? Diese Fragen von Pfarrer Schmitt leiteten über zum weiteren Geschehen. Die Kinder waren nun aufgerufen, mit Buntstiften und Papier Farbe in die Kirche zu bringen. Hingebungsvoll machten sich einige Kinder daran, Buchstaben auszumalen. Später bekamen die Erwachsenen die Aufgabe, auf die ausgeteilten Blätter mit dem farbigen Klecks aufzuschreiben, wie sie ihre Kirche sehen.
Pfarrer Erhard Schmitt hielt den ökumenischen Gottesdienst gemeinsam mit seinem Amtskollegen Ralf Kröger im Garten der Martin-Luther-Gemeinde. Foto: Hannelore Nowacki
Alle diese Blätter wurden dann mit Wäscheklammern an die aufgespannte Leine geheftet oder fanden zum Anschauen und Lesen auf dem Rasen darunter Platz. Auch in der zuvor erzählten Geschichte war ein Seil von Bedeutung. Pfarrer Kröger berichtete von fleißigen Engeln, die Gott bei der Schöpfung hilfreich zur Hand gingen, dabei jedoch immer wieder in Streit gerieten und dabei die merkwürdigsten Dinge anstellten. Zum Glück konnte Gott stets rechtzeitig eingreifen. Das kam besonders dem Menschen zugute, der am Schluss in unterschiedlichen Farben geschaffen war, aber Gott sei Dank – nicht in Lila. Gott hatte viele Ideen, wusste Pfarrer Kröger zu berichten, die zeichnete Gott auf ein Blatt Papier und klemmte es mit Wäscheklammern an ein Seil. Engel zogen das Seil zum ersten Raum, in dem den Tieren Töne zugeteilt wurden. Da blubberte, sirrte und summte es nun oder es kam ein Brüllen, Bellen, Zwitschern und Muhen heraus. Das alles mischten die Engel kräftig. Im Raum der Farben konnten sich die Engel nicht einigen, deshalb bemalten die einen das Zebra weiß, die anderen schwarz. Als Gott die Papageien und tropischen Schmetterlinge erblickte, wusste er, dass die Engel an diesem Tag viel Zeit hatten. Einen Lieblingsentwurf hatte Gott, das war der Mensch. „Keine Streifen“ war sein Wunsch für den Raum der Farben. Am Ende musste er selbst Ordnung schaffen. Die Engel staunten: Ein Mensch kam zur Tür herein, dann ein anderer, bald war der Saal voller Menschen. Alle sahen sie anders aus und Gott erklärte: „Es gibt keine beste Farbe für einen Menschen“. Und: „Alle werden in gleicher Weise von mir geliebt“. In gemeinsamer Lesung hörten die Gottesdienstbesucher, was auf den abgegebenen Blättern geschrieben wurde. Da stand zum Beispiel nur ein Wort – „Ökumene“ oder „Essen und Trinken teilen“, „Veranstaltungen wie heute“ und „gegenseitige Achtung und Verstehen“. „Das alles klingt so, als ob wir viel mehr zusammen machen müssten“, schlussfolgerte Pfarrer Kröger. Der Gottesdienst mit der heiteren Note endete mit dem gemeinsamen Segen und Applaus. Essen und Trinken in geselliger Runde war nun angesagt. Hannelore Nowacki