Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » „Maßnahme dient der Verbesserung der Abflussleistung"
Fr., 29. August 2014, 10:41 Uhr
Ausbaggerung der Rinne in Hofheim / Unangenehme Folge für Anwohner: Schlammgrube grenzt direkt an Wohngebiet
„Maßnahme dient der Verbesserung der Abflussleistung"
Voll Schlamm, voll Unrat und übelriechend: Die mittlerweile durch einen Bauzaun gesicherte Grube ist für die Anwohner ein echtes Ärgernis. Foto: Benjamin Kloos
HOFHEIM - Eine wahre Mammutaufgabe liegt im Moment vor dem Wasserverband Bürstadt: Um die Entwässerung rund um Hofheim zu garantieren, muss das weitläufige Grabensystem instand gehalten werden. So auch der Bereich der Rinne im süd-/südwestlichen Bereich Hofheims. Eine Fachfirma baggert diese aktuell aus, eine riesige Menge Schlamm mit allerlei illegal in der Rinne entsorgten Unrates tritt zu Tage und häuft sich an der Uferböschung auf.
„Die Maßnahme dient grundsätzlich dazu die Abflussleistung der Rinne wesentlich zu verbessern. An den Stellen, wo derzeit gebaggert wird, war das Grabenbett durch Sedimentablagerungen deutlich verengt. Die Aktion liegt in besonderem Interesse der Landwirtschaft (Entwässerung der Feldflur), aber auch Einleitungen von Oberflächenentwässerungen und Regenwasserüberläufen des Kanalnetzes können durch die Aufweitung des Gewässerprofils wieder besser abfließen. Zuletzt war eine solche Maßnahme vor ca. 30 Jahren an gleicher Stelle durchgeführt worden. Die Sohlräumung war somit überfällig", betont der Geschäftsführer des zuständigen Wasserverbandes Bürstadt, Micha Jost.
Unmut bei Anwohnern
Für Unmut bei den Anwohnern der Straße „Am Sportplatz" sorgt in diesem Zusammenhang eine schmutzige, übel riechende Brühe direkt vor ihrer Haustür - denn um den Schlamm, der aus dem Bach ausgebaggert wurde, zu entsorgen, hat die zuständige Firma ein großes Loch ausgehoben und diesen hinein gekippt. Mitsamt dem Unrat, der sich darin befindet. Alte Fahrräder, Milchkannen, Felgen und vieles mehr wurde durch die Fachfirma, die für die Ausbaggerung zuständig ist, mit in die Grube geworfen. Für die Anwohner unerklärlich: Die Grube reicht bis an die Häuser heran, so wurde auch der Zaun eines angrenzenden Grundstückes eingedrückt und der Schlamm floss in den gepflegten Garten. „Ein ganz besonderer Dünger für unsere Pflanzen", schüttelt die Besitzerin nur den Kopf.
Micha Jost versucht, die Gemüter zu beruhigen: „In dem Bereich der Wohnhäuser standen wir vor der Wahl, vor Ort eine Lösung zu finden oder mit schlammtriefenden und verdreckten LKW´s durch Hofheim zu fahren. Wir haben uns nach Abwägung der möglichen Beeinträchtigungen für eine Lösung vor Ort entschieden. Nach ausreichender Abtrocknung des Aushubmaterials wird entschieden, ob wir den Boden abtransportieren oder ob das Material verbleiben kann. Die Wiese wird später auch wieder als solche angelegt werden. Mit den Geschädigten haben wir bereits gesprochen. Hier geht es im Grunde um Kleinigkeiten wie das beschädigte Zaunelement, die wir regulieren werden. Der Mitarbeiter des Wasserverbandes, Peter Bär, steht seit Beginn der Maßnahme in engem Kontakt mit den Bürgern vor Ort. Seit Mittwoch ist die Maßnahme übrigens an dieser Stelle abgeschlossen, nun wird nördlich der Brücke weitergearbeitet."
Unangenehm: Der Schlamm bahnte sich den Weg in einen angrenzenden Garten. Foto: Benjamin Kloos
Keine Gefährdung für Gesundheit und Umwelt
Ein Gesundheitsrisiko für die Anwohner sieht Micha Jost nicht: „Der Schlamm wurde zuvor an mehreren Stellen auf seine Schadstoffgehalte hin untersucht und darf sogar auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht werden. Die entsprechenden Grenzwerte werden deutlich unterschritten. Das Volumen des Aushubs wird sich nach der Austrocknung sehr deutlich reduzieren - auf ca.10- 20% des Ausgangsvolumens. Die enthaltenen Sperrmüllteile werden wir natürlich getrennt entsorgen. Dass frisch ausgebaggertes Sedimentmaterial natürlich nicht gerade dekorativ aussieht, versteht sich von selbst. Diesen negativen optischen Eindruck können wir leider nicht kaschieren und hat natürlich auch nicht gerade zu Begeisterungsstürmen der Anwohnerschaft geführt. Das ist verständlich und nachvollziehbar."
Eine weitere Befürchtung der Anwohner war, dass die Grube nicht genügend abgesichert sei und somit eine Gefahr für spielende Kinder darstelle - und das, obwohl viele Kinder, aber auch Besucher der Vereinsgaststätte des FV Hofheim diesen Weg nutzen. Seit Mittwochabend ist eben diese Gefahr durch einen Bauzaun gebannt, allerdings bleibt die Frage offen, wieso dies erst so spät geschah. Benjamin Kloos