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  • Mi., 01. Juni 2016, 13:55 Uhr
    GALA e.V. informierte über aktuelle hausärztliche Situation / Kooperation mit Krankenhäusern geplant

    „Medizinische Versorgung in Lampertheim weiter gewährleistet”

    LAMPERTHEIM – Für Lampertheim ist die medizinische Versorgung sowohl im Hausarzt- als auch im Facharztbereich in den kommenden Jahren gewährleistet – dies ist das positive Fazit eines Pressegespräches bei GALA e.V., dem Gesundheitsnetz der Ärzteschaft Lampertheims, am Dienstag.

    Dies gilt auch nach der Schließung der Praxis des Internisten Dr. Dieter Will in der Kernstadt aus Altersgründen. „Bedauerlicherweise hatte sich kein Nachfolger gefunden, trotz moderner Praxisräume. Dies ist eigentlich nicht nachvollziehbar”, erläuterte Dr. Andreas Förster, hatte aber eine gute Nachricht mit dabei: „Wir haben uns daher kurzfristig zusammengesetzt und beschlossen, alle Patienten von Dr. Will aufzunehmen – diese können sich einen neuen Hausarzt in Lampertheim suchen und werden dort aufgenommen.”

    Eine deutliche Entspannung gebe es in Hofheim zu vermelden: Dort war nach dem unerwarteten Tod von Dr. Guido Wehlen vor zwei Jahren die Praxis immer wieder durch ältere Kollegen mit vorübergehender Erlaubnis aufrecht erhalten worden. Zum 1. Juli ändert sich dieser Status nun: Denn dann wird eine Viernheimer Großpraxis die Praxis in Hofheim als Außenstelle übernehmen – dabei wird jeden Tag einer der Viernheimer Ärzte vor Ort sein und somit die medizinische Versorgung gewährleisten.

    Den Grund für die schwierige Suche für Nachfolger sehen Dr. Walter Seelinger und Dr. Förster in dem sich wandelnden Lebensbild junger Ärzte: Mittlerweile sinkt die Bereitschaft, sich mit einer eigenen Praxis niederzulassen, vielmehr gehe die Tendenz dazu, ein Angestelltenverhältnis zu suchen – mit klar geregelten Arbeitszeiten und freien Wochenenden mit mehr Raum für Freizeit und Familie. „Dieses Problem haben wir auch vor unserer Haustür”, betonte Dr. Seelinger. „Hier müssen wir Akzente setzen.” Daher hat GALA eine Kooperation mit dem Kreiskrankenhaus und der Vitos-Klinik in Heppenheim ins Leben gerufen, um im Rahmen eines Weiterbildungsverbundes die Situation zu verbessern. Im Rahmen dieses Bündnisses soll garantiert werden, dass „junge Menschen wissen, dass sie in fünf Jahren die Ausbildung zum Facharzt ohne Zeitverlust absolvieren können. Denn hier gibt es häufig Probleme mit der Verzahnung der einzelne Ausbildungsschritte”, erläuterte Dr. Seelinger. „Hierzu verpflichten sich die Krankenhäuser, Stellen für Kollegen, die Hausarzt werden wollen, zu schaffen.” Im Rahmen der Ausbildung zum Facharzt müssen die angehenden Ärzte 1,5 Jahre stationär im Krankenhaus sowie zwei Jahre in einer Praxis arbeiten. Die weiteren 1,5 Jahre werden im Rahmen von Modulen gestaltet, in unterschiedlichen Bereichen wie etwa der Gynäkologie, der Kinderheilkunde oder der Chirurgie, entweder im Krankenhaus oder bei einem Facharzt.

    „Dies sind positive Entwicklungen für die Patienten in Lampertheim und im Ried. Auch wenn die Einzelpraxen sicher in der Zukunft aussterben, der Trend wird mehr zu Medizinischen Versorgungszentren gehen, besonders in den Städten”, blicken Dr. Förster und Dr. Seelinger voraus. Benjamin Kloos

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