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  • Do., 07. August 2014, 10:15 Uhr
    Bürgermeister Störmer: „Humanitäre Verpflichtung zu helfen“ / Vorbildliches ehrenamtliches Engagement

    Mehr Asylbewerber, mehr Sammelunterbringung

    LAMPERTHEIM – Die Krisen und Kriege in Afrika und im Nahen Osten haben Auswirkungen bis in den Kreis Bergstraße und in Lampertheim. Beim monatlichen Magistratsgespräch mit der Presse teilte Bürgermeister Gottfried Störmer am Mittwoch mit, dass bis Ende des Jahres fast 170 Flüchtlinge aus den Krisengebieten in Lampertheim untergebracht werden müssen. Fünfzig Flüchtlinge habe der Kreis Bergstraße bislang zugewiesen. „Das hat alle unsere Planungen beim Kreis und bei uns über den Haufen geworfen“, sagte Störmer. Der Kreis Bergstraße erhalte seine Zuweisungen von der  Gießener Auffangstelle, die wegen des Flüchtlingszustroms bereits Zeltlager errichte. „Der Kreis steht unter Druck“, erläuterte Störmer. Bisher kamen kleine Gruppen von fünf bis acht Personen in Lampertheim an, nun werden Gruppen von 20 bis 25 Menschen zugewiesen. Obwohl er nach wie vor davon überzeugt sei, dass kleinere Wohneinheiten für die Integration sinnvoll seien, „müssen wir uns notgedrungen von der Kleingruppenunterkunft  lösen und Lagerstätten einrichten“. Störmer berichtete von Überlegungen, leerstehende Gewerbeobjekte durch Umbaumaßnahmen geeignet zu machen, Containerlager einzurichten und auch einfache Fertighäuser nach dem Modell Mitte der neunziger Jahre zu erstellen. In der konkreten Planung befinde sich das ehemalige Quoka-Gebäude in der Otto-Hahn-Straße.

    Gespräche laufen mit dem Kreis Bergstraße über provisorische Lager in der Florianstraße und Oberlacher Straße, auch mit einem Unternehmer, der Asylbewerberheime betreibt, gebe es Gespräche. Störmer geht davon aus, dass mit einem Rückbau dieser Einrichtungen nicht vor Ablauf von fünf Jahren zu rechnen sei: „Die Krisenherde lösen sich nicht von heute auf morgen in Luft auf“. Erfreulich viel Unterstützung komme von den Kirchengemeinden in Lampertheim und von den Ortsvorstehern. Das große ehrenamtliche Engagement würdigte Störmer als vorbildlich, dazu gehören auch die ehrenamtlich durchgeführten Sprachkurse. Wohnraum zur Verfügung zu stellen, Hilfe und die freiwillige Betreuung sieht Störmer auch zukünftig als „unsere humanitäre Verpflichtung“ an. Gefragt sind dabei auch die Kirchengemeinden. Der Kreis Bergstraße sei in der Betreuung bereits an seine Kapazitätsgrenze gelangt. Die Aufgaben sind gesetzlich geregelt: Die Kommune muss die Unterkunft zur Verfügung stellen und erhält dafür vom Kreis 7 Euro für Raum und Ausstattung mit Bett, Schrank, Tisch und Stuhl. Der Kreis kommt für die Verpflegungskosten, die medizinische Versorgung und anderes auf.

    Hannelore Nowacki

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