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  • Do., 30. August 2018, 17:56 Uhr
    Kostenlose Seniorenberatung in Bürstadt, Biblis und Groß-Rohrheim stark gefragt

    Mehr Aufgaben als der Stellenumfang hergibt

    Bürgermeisterin Barbara Schader und Seniorenberaterin Beate Weidner-Werle stellten gemeinsam die Jahresstatistik 2017 und den umfangreichen Tätigkeitsbereich der Seniorenberatung Bürstadt vor, die auch für die Beratung älterer Menschen in Biblis und Groß-Rohrheim zuständig ist. Für das Foto bevorzugten sie die „Therapiebank“ in der alla hopp!-Anlage, eine Trainingsstation besonders für Senioren zur Förderung der Mobilität und Selbständigkeit bis ins hohe Alter. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Das Zahlenwerk der Jahresstatistik 2017 zeigt, wie groß der Bedarf nach Seniorenberatung in Bürstadt, Biblis und Groß-Rohrheim seit 2016 angestiegen ist: Die Zahl der Klienten stieg von 90 auf 161 an, damit einhergehend ist die Zahl der auf Klienten bezogenen Kontakte von 282 auf 637 gestiegen. Zahlen sind das eine, die persönlichen Schicksale die andere Seite, von denen Diplom-Sozialpädagogin Beate Weidner-Werle als Seniorenberaterin für alle drei Kommunen einschließlich aller Ortsteile bei ihrer Arbeit erfährt. Mit den Klienten und deren Angehörigen arbeitet sie an individuellen Lösungen. Die Beratungsquote der Beratungsstelle für ältere Menschen und ihren Angehörigen mit Blick auf die Pflege, stationäre und ambulante Pflege, Kurzzeit- und Verhinderungspflege und auch teilstationäre Tages- und Nachtpflege betrug 2017 34,8 Prozent. Beratungen und Informationen mit dem Ziel, dass die Senioren zu Hause leben und versorgt werden, hatten mit 61,9 Prozent einen besonders hohen Anteil. Themenbereiche wie Hinweise zur ambulanten Pflege, Wohnberatung zum barrierefreien Umgestalten der Wohnung oder Wohnungswechsel und Haushaltshilfen kamen bei den Beratungen zur Sprache, es ging aber auch um soziale Kontakte, Vorsorgemaßnahmen oder psychosoziale Beratung. Die Selbsthilfe und Selbsthilfekräfte zu Hause sollen mit Hilfe der Beratung ausgebaut werden. Mit 44,1 Prozent sind sozialrechtliche Themen bei der Beratung sehr häufig gefragt. Auch Menschen mit Migrationshintergrund (11,8 Prozent) und ausländische Mitbürger (4,9 Prozent) nehmen die Beratung in Anspruch, wie die Statistik belegt. Gemeinsam mit Bürgermeisterin Barbara Schader stellte Diplom-Sozialpädagogin Beate Weidner-Werle die Statistik über den Arbeitsbereich der Seniorenberaterin im Rahmen eines Pressegesprächs am Mittwoch im Sitzungszimmer des Rathauses vor. Bürgermeisterin Schader teilte mit, dass die Beratungsstelle von der Stadt Bürstadt mit 8.500 Euro jährlich bezuschusst werde, weitere finanzielle Unterstützung komme von Biblis und Groß-Rohrheim, vom Kreis Bergstraße sowie zu zehn Prozent von der Caritas Darmstadt. Schader wies darauf hin, dass die Beratung kostenlos, unabhängig, überkonfessionell ist. „Die Einrichtung dieser Stelle war richtig“, sagte Schader, es sei eine Beruhigung auch für zugezogene junge Menschen, dass es eine gute Struktur der Altenhilfe und der Möglichkeit zur Teilhabe gebe und ein Baustein für das Projekt „soziale, gesunde Stadt“.

    Zunehmend komme die Seniorenberatung jedoch zeitlich gesehen an ihre Grenzen, machte  Weidner-Werle deutlich, da sie eine 50-Prozent-Stelle habe. Mittlerweile sei die Seniorenberatung bekannt durch die Öffentlichkeitsarbeit der Kooperationspartner, die sie als Referentin eingeladen hatten, dazu komme die Empfehlung von Freunden und Nachbarn. Auch über das Internet finden viele Angehörige über die Homepage des Caritasverbandes Darmstadt zum Beratungsangebot der Seniorenberatungsstelle, die  ihr Büro in Bürstadt in der Rathausstraße 6 hat. „Auf dem Anrufbeantworter finde ich immer Nachrichten vor“, erklärte Weidner-Werle, denn häufig sei sie bei Hausbesuchen unterwegs. Vorträge und die aktive Netzwerkarbeit mit Gremien wie dem Arbeitskreis Seniorenberatung Kreis Bergstraße, dem Arbeitskreis Wohnberatung Hessen in Frankfurt und dem Arbeitskreis Beratungs- und Koordinierungsstellen/Pflegestützpunkte und der Seniorenberatungsstellen des Caritasverbandes im Bistum Mainz sowie die Supervisionstreffen mit den Mitarbeitern des ehrenamtlichen Besuchsdienstes der Katholischen Pfarrgemeinde St. Michael gehören zu ihrer Tätigkeit. Angedacht sei, nach Möglichkeit den Besuchsdienst auch in Biblis und Groß-Rohrheim anbieten zu können. Eine Anregung an die Politik sprach Seniorenberaterin Weidner-Werle aus: Von politischer Seite sei wegen der bereits überschrittenen Kapazitätsgrenze zu prüfen, ob die Seniorenberatung für Bürstadt, Biblis und Groß-Rohrheim eine Erweiterung erfährt. Hannelore Nowacki

    Information

    Seniorenberaterin Beate Weidner-Werle ist erreichbar in Bürstadt, Rathausstraße 6. Termine nach telefonischer Vereinbarung. Telefon: 06206/988970. Telefax: 06206/988966. E-Mail: b.weidner-werle@caritas-bergstrasse.de.

     

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