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Di., 02. Februar 2021, 15:11 Uhr
LANDWIRTSCHAFT: Kreis Bergstraße ist Teil der „Ökolandbau-Modellregion Süd“ / Alisa Barth als Projektmanagerin vorgestellt
Mehr Bio, aber vor allem Regionales und Saisonales aus Südhessen
Die Landwirtschaft im Kreis Bergstraße soll ein Stück ökologischer werden – doch vor allem regionale und saisonale Produkte gilt es im Rahmen der Nachhaltigkeit zu fördern. Foto: www.pixabay.com
KREIS BERGSTRASSE – Der Kreis Bergstraße ist seit kurzem Teil der „Ökolandbau-Modellregion Süd“. Für die Umsetzung des Modellkonzepts an der Bergstraße hat die Kreisverwaltung mit Alisa Barth nun eine Projektmanagerin eingestellt. Diese wird unter anderem die Koordination aller Belange der Ökomodellregion im Kreis Bergstraße übernehmen und ist dabei die Ansprechpartnerin für alle im Landkreis, die an der Ökolandwirtschaft interessiert sind. Die Ökolandbau Modellregion Süd umschließt einen großen Teil Südhessens und setzt sich seit 2021 aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg, dem Odenwaldkreis, dem Kreis Bergstraße, dem Kreis Groß-Gerau und der Wissenschaftsstadt Darmstadt zusammen. Aktuell leben über eine Million Menschen im Projektgebiet.
Landrat Christian Engelhardt stellte Alisa Barth im Rahmen einer Videokonferenz vor. Mit Blick auf das Projekt der Ökomodellregion Südhessen-Süd brach er zunächst eine Lanze für die Regionalität und die Saisonalität beim Obst- und Gemüse- sowie beim Weinanbau: „Ökolandbau spielt im Kreis in den meisten Bereichen der Landwirtschaft bisher keine so große Rolle. Wir haben vielmehr eine sehr intensive Landwirtschaft, insbesondere aufgrund der Sonderkulturen wie Zwiebeln, Spargel oder Erdbeeren, und dies bei sehr ertragreiche Böden. Dies soll sich nun ein Stück weit ändern, obwohl ich überzeugt bin, dass regional wichtiger ist als Öko. Denn die Frage ist, ob es so ökologisch ist, wenn beispielsweise Birnen in anderen Ländern entsprechend dem Ökosiegel angebaut werden, aber dann um die halbe Welt gefahren werden, anstatt hier vor Ort regional angebaut zu werden.” Daher sei sein größtes Anliegen, „dass wir regionalen und saisonalen Anbau stärken und die Produkte dann verzehren, wenn sie hier vor Ort reif sind. Wir haben über den gesamten Jahresverlauf eine unglaubliche Vielfalt, dank einer sehr guten Landwirtschaft. Gleichwohl sind wir Teil der Ökomodellregion, weil wir alle, die ökologischen Landbau betreiben, fördern wollen. Durch Frau Barth haben wir die Möglichkeit, das Projekt mit einem eigenen Gesicht und eigener Dienstleistung gegenüber der Landwirtschaft und Verbrauchern zu vertreten.”
Alisa Barth, die seit 11. Januar als Projektmanagerin eingestellt ist, hob hervor, was zunächst ihre Hauptaufgabe sei. „Ich freue mich sehr, dass ich hier in der Region arbeiten kann. Wir sind ein fünfköpfiges Team, für jeden Landkreis, der beteiligt ist eine Person. Zunächst geht es für mich darum, uns zu vernetzen. Und wie Landrat Engelhardt richtig gesagt hat, geht es nicht nur darum, den Biolandbau zu fördern, sondern vor allem auch die Regionalität. Dabei ist es uns wichtig, mit den handelnden Personen der Landwirtschaft intensiven Kontakt zu haben und die Konsumenten abzuholen.” Darüber hinaus gäbe es bereits Projekte, „an die wir uns anschließen können – beispielsweise an die Internetplattform www.südhessen-isst-bio.de, die demnächst online gehen wird.” Diese Online-Plattform macht bioregionale Produkte und ihre Erzeuger sichtbar. „Und wirwollen für Nachhaltigkeit begeistern, nicht nur für Bio”, so Alisa Barth weiter. Ein Schritt hierzu sei die Beteiligung an der Video-Youtube-Reihe „Schritte für mehr Bio”, in deren Rahmen Biolandwirte vorgestellt werden. „Wir hoffen, mehr Betriebe dazu bewegen zu können, den Schritt zu wagen und auf Bio umzustellen”, erklärte Alisa Barth abschließend. Benjamin Kloos