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  • Mi., 11. März 2015, 22:45 Uhr
    Bäume zu fällen hilft dabei, neuen Wald zu schaffen

    Mehr Licht im Wald

    Neue Vielfalt: Junge Bäume wachsen unter alten Buchen. Foto: J.Eder


    LAMPERTHEIM - Mit Beginn des Frühjahrs ist die Holzeinschlagssaison im Wald beendet. So mancher Waldbesucher hat vielleicht die gefällten Bäume am Wegesrand mit Wehmut betrachtet, eventuell sogar entdeckt, dass ein bestimmter Baum, den er liebgewonnen hatte, da er den täglichen Spazierweg säumte, auf einmal nicht mehr da war. Doch Bäume zu fällen hilft dabei, neuen Wald zu schaffen! Wie kann das sein?

    Wie jedes Lebewesen brauchen auch Bäume Licht um sich zu entwickeln. Haben Sie schon mal mitten in einem dichten alten Buchenbestand gestanden und versucht dort eine sonnige Stelle zu finden? Wenn nicht,  versuchen Sie es doch einmal, Sie werden nicht viel Glück haben.

    Etwa alle drei bis fünf Jahre tragen Buchen Früchte, die so genannten Bucheckern. Man nennt dies eine „Mast“. Während die Wildschweine sich über die nahrhaften Bucheckern freuen und sich einen ordentlichen Winterspeck anfressen, bleiben in der Regel doch so viele im Laub zurück, dass daraus kleine Buchenkeimlinge entstehen können. Ist der Bestand jedoch sehr dicht - forstlich nennt man das „vollbestockt“ -, ist es zu kalt und zu schattig für die kleinen Pflanzen, um zu überleben. Es kann sich keine „Naturverjüngung“ einstellen. So nennt der Förster es, wenn sich aus den Früchten der Altbäume die nächste Generation Wald entwickelt – ganz ohne Zutun des Menschen.

    Die Lampertheimer Förster sind Profis in der Waldpflege. Sie haben dafür viele Jahre studiert und geübt. Dadurch sind sie in der Lage, Licht und Schatten im Wald so zu steuern, dass sich die neue Generation Wald entwickeln kann, trotz allem aber noch Reste des Altbestandes als schützender Schirm über der Naturverjüngung erhalten bleiben. Dafür zeichnet der Förster die Bestände aus und überlegt, welche Bäume entnommen werden, um den jungen Bäumen genug Licht zu geben und welche lieber noch stehen bleiben. Immer stehen bleiben müssen natürlich unsere Habitatbäume! Das sind Bäume mit Nestern, Horsten oder Höhlen, die Tieren als Wohnraum dienen. Denn ein Förster ist auch dazu ausgebildet, Bäume mit besonderem Naturschutzwert zu erkennen und zu erhalten.

    Die große Frage: Wird zu viel genutzt? Nein! Dafür sorgt eine Vielzahl von Steuerungsinstrumenten. Neben dem Sachverstand des Försters, der bestimmt nicht seinen eigenen Arbeitsplatz vernichten will, gibt es Instrumente der Planung und Kontrolle, die sicherstellen, dass nicht mehr genutzt wird als nachwächst. Dieses Nachhaltigkeitsprinzip ist heute in aller Munde. Forstleute wenden es seit 300 Jahren an. Ein wichtiges „Nachhaltigkeitsinstrument“ ist hierbei die „Forsteinrichtung“, die alle Waldbestände in Hessen erfasst, auswertet, einen nachhaltigen Hiebssatz festsetzt und dabei auch die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie die Erholungsfunktion berücksichtigt. Die erst kürzlich veröffentlichten Ergebnisse der Bundeswaldinventur sprechen für sich: Hessen ist das waldreichste Bundesland. Die Holzvorräte erhöhen sich stetig und auch der Vorrat an alten Buchen steigt an.

    Natürlich vermarktet HESSEN-FORST das geschlagene Holz bestmöglich und ermöglicht so die Bereitstellung eines umweltfreundlichen Rohstoffes. HESSEN-FORST ist marktwirtschaftlich orientiert, ist sich seiner besonderen Verantwortung für die Belange der Erholungssuchenden und des Naturschutzes aber immer bewusst.  So fließt auch ein beachtlicher Teil der Holzeinnahmen wieder zurück in den Wald und kommt den Bürgerinnen und Bürgern zugute: Wege werden ausgebessert, Lehrpfade aufgebaut, waldpädagogische Veranstaltungen angeboten und Naturschutzmaßnahmen umgesetzt.

    Das HESSEN-FORST-Motto „Verpflichtung für Generationen“ ist für die Forstleute am Forstamt Lampertheim keine leere Phrase sondern bestimmt unser tägliches Handeln und macht die Freude am eigenen Beruf aus! zg

     

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