Do., 12. Mai 2016, 10:46 Uhr
Internationaler Tag gegen Homophobie und Transphobie am 17. Mai
Mehr Respekt und Anerkennung – Regenbogenfahne wird vor dem Stadthaus gehisst
LAMPERTHEIM - Seit 2005 findet jedes Jahr am 17. Mai der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie statt. Was bedeutet Homophobie und Transphobie?
Homophobie wird oft als irrationale, weil sachlich durch nichts zu begründende Angst vor homosexuellen Menschen und ihren Lebensweisen definiert. Bei Homophobie handelt es sich jedoch nicht um eine Phobie (Angst). Die ihr innewohnende Psychodynamik ist eine andere. Während Menschen mit Phobien die angstauslösenden Situationen strikt zu vermeiden versuchen, suchen homophobe Menschen Homosexuelle und deren Lebenswelten oft gezielt auf, um ihnen aggressiv zu begegnen. Homophobie ist also keine Angst, sondern eine feindselige aggressive Haltung gegenüber Lesben und Schwule. Homophobie fasst die verschiedenen Formen von sozialer Ausgrenzung, Diskriminierung, Nichtwahrnehmung und Gewalt zusammen, mit denen Menschen oftmals auf Grund ihrer homosexuellen Lebensweise konfrontiert sind. Transphobie bezeichnet eine soziale Aversion oder Feindseligkeit, durch die Menschen, die in ihrer Geschlechtsidentität oder in ihrem geschlechtlichen Auftreten von der Norm abweichen oder die nicht eindeutig in das binäre System "Mann und Frau" einzuordnen sind, attackiert, beschimpft, herabgewürdigt oder benachteiligt werden. An diesem Tag, der weltweit als „International Day Against Homophobia“ (IDAHO) bekannt ist, geht es also darum mehr Respekt und Anerkennung für Lesben und Schwule einzufordern und ihnen die gleichen Rechte wie heterosexuellen Menschen zu gewähren. Das Datum wurde zur Erinnerung an den 17. Mai 1990 gewählt, den Tag an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschloss, Homosexualität aus ihren Diagnoseschlüssel zu streichen. In der Schreibweise dieses Datums ergeben sich zufällig Parallelen zum Paragraphen 175 des deutschen Strafgesetzbuches (§ 175 dStGB), der vom 1. Januar 1872 (Inkrafttreten des Reichsstrafgesetzbuches) bis zum 11. Juni 1994 existierte. Auch die Stadt Lampertheim möchte die Forderungen dieses Tages unterstützen und wird mit der Regenbogenfahne, die am 17. Mai vor dem Stadthaus in der Römerstraße wehen wird, auf diesen Tag aufmerksam machen. zg