
LAMPERTHEIM – Wie kann ich einen Angehörigen sicher und gut zu Hause pflegen? Welche Unterstützung bietet die Pflegeversicherung? Und wie gelingt Pflege, ohne die eigene Gesundheit aus dem Blick zu verlieren? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich die Teilnehmenden des Pflegekurses der Diakoniestation Lampertheim, der im Monat September in Zusammenarbeit mit der Barmer-Pflegekasse stattfand. Der kostenlose Kurs vermittelte grundlegende Kenntnisse rund um die häusliche Pflege und verband theoretische Inhalte mit zahlreichen praktischen Übungen. Erfahrene Referentinnen und Referenten informierten über unterschiedliche Aspekte der Pflege und standen den Teilnehmenden für Fragen aus dem eigenen Pflegealltag zur Verfügung. Auf dem Programm standen unter anderem die Pflegeversicherung, Krankenbeobachtung und Körperpflege sowie Informationen zu Krankheitsbildern, die insbesondere im höheren Lebensalter auftreten können. Auch die Themen Demenz und Inkontinenz wurden ausführlich behandelt. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt lag auf der Selbstfürsorge pflegender Angehöriger. Ebenso wurde Raum für den Umgang mit den sensiblen Themen Tod und Sterben geschaffen.
Besonders wichtig war die praktische Umsetzung des vermittelten Wissens. Die Teilnehmenden konnten verschiedene Pflegesituationen selbst ausprobieren und dadurch mehr Sicherheit für den Alltag gewinnen. Dazu unterstützten die Kolleginnen der Pflege, die tagtäglich in der Häuslichkeit unterwegs sind. Geübt wurden beispielsweise die korrekte Seitenlagerung zur Vermeidung von Druckstellen sowie das rückenschonende Umsetzen vom Rollstuhl ins Bett. Darüber hinaus konnten verschiedene Pflegehilfsmittel kennengelernt und deren Einsatz praktisch erprobt werden.
„Unser Ziel ist es, Angehörigen nicht nur theoretisches Wissen mitzugeben, sondern ihnen auch ganz konkrete Sicherheit für die tägliche Pflege zu vermitteln“, erklären Björn Burwitz und Katrin Martin, die Kursleitung. „Viele Angehörige übernehmen die Pflege sehr plötzlich und stehen zunächst vor einer Vielzahl von Fragen. Ein Pflegekurs kann dabei helfen, Unsicherheiten abzubauen und die eigene Handlungssicherheit zu stärken.“ Die Rückmeldungen der Teilnehmenden zum abgeschlossenen Kurs waren durchweg positiv. Für die Diakoniestation ist dies eine wichtige Bestätigung, das Angebot auch künftig fortzuführen.
Nicht jeder pflegende Angehörige hat die Möglichkeit, an einem mehrwöchigen Pflegekurs teilzunehmen. Zudem gibt es Situationen, in denen ganz individuelle Fragen oder konkrete Pflegesituationen im eigenen Zuhause im Mittelpunkt stehen. Hier bietet die Diakoniestation Lampertheim individuelle Schulungen in der Häuslichkeit an. Nach vorheriger Terminvereinbarung können Pflegesituationen direkt vor Ort besprochen und praktische Handgriffe gemeinsam eingeübt werden. Eine solche Schulung kann auch ergänzend zu einem Pflegekurs sinnvoll sein. Bei Vorliegen eines Pflegegrades ist die Schulung in der Regel kostenfrei; die Kosten können von der Pflegekasse übernommen werden.
Neben den Pflegekursen bietet die Diakoniestation Lampertheim auch künftig Informationsveranstaltungen zu einzelnen Themen an. Geplant sind unter anderem Veranstaltungen zu den Themen „Pflegegrad beantragen“, „Was ist mit Oma los? – Demente Menschen verstehen“ sowie „Recht in der Pflege“. Auch die kommenden Änderungen der Pflegeversicherung werden aufgegriffen und verständlich vermittelt. Die neuen Termine werden auf der Homepage der Diakoniestation Lampertheim veröffentlicht und über die örtliche Presse bekannt gegeben. Weitere Informationen und Anmeldungen zu individuellen Schulungen in der Häuslichkeit sowie zu den kommenden Angeboten: Diakoniestation Lampertheim, Telefon 06206/90970, E-Mail: info@diakoniestation-lampertheim.de; Internet: www.diakoniestation-lampertheim.de zg
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