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Do., 25. März 2021, 18:28 Uhr
KAMPF GEGEN CORONA: Kreisspitze informiert über Auswirkungen im Kreis und Impfgeschehen / Lockdown bis 18. April verlängert
Mehr Testmöglichkeiten und bessere Auslastung des Impfzentrums
Im Impfzentrum Bensheim werden immer wieder Termine nicht wahrgenommen – durch „Überbuchungen” soll nun eine optimale Auslastung erreicht werden. Archivfoto: Eva Wiegand
KREIS BERGSTRASSE – Nachdem Bund und Länder am Montag die Verlängerung des Corona-Lockdown bis zum 18. April beschlossen haben und die Landesregierung am Dienstag die entsprechende Umsetzungfür Hessen erläuterte, bezog am Donnerstag die Kreisspitze zu diesem Thema Stellung und informierte zudem über die aktuelle Situation rund um die Impfungen im Kreis.
Landrat Christian Engelhardt erläuterte zunächst, dass das Land Hessen vor allem auf weitergehende Schritte verzichtet hat. „Richtig viel hat sich nicht geändert, die wesentlichste Änderung ist, dass die Möglichkeit des Click&Meet weggefallen ist. Neu ist, dass die Möglichkeit aufgenommen wurde, dass sich Modellprojekte bilden können, die man beim Land Hessen als Bewerbung einbringen kann.” Positiv sieht Landrat Engelhardt, dass geplant ist, dass künftig Personen, die einen aktuellen Test vorweisen, beispielsweise einkaufen gehen können – äußert hier aber gleichzeitig auch deutliche Kritik: „Diese Möglichkeit hätte man sofort mit dem Click&Meet verknüpfen können, ohne hier neue Einschränkungen machen zu müssen. Denn es gibt mittlerweile genügend Testmöglichkeiten, die ständig erweitert werden. Es wäre ein richtiger Schritt, diese Möglichkeit so zu modifizieren, dass die, die einen negativen Test haben, hier weiter die bestehenden Angebote nutzen können. Deswegen habe ich auch ganz aktiv Vertreter des Einzelhandels aufgefordert, mit ihren Gemeinden Konzepte auszuarbeiten, die wir als Kreis gerne unterstützen.”
Auch im gesamten Kreis Bergstraße gibt es immer mehr Testmöglichkeiten, unter anderem wird auch in Bürstadt in der Rathausstraße 2 ein Testzentrum aufgebaut, in dem ab dem 1. April Tests möglich sein werden – aktuelle Informationen zu den Testmöglichkeiten gibt es unter www.kreis-bergstrasse.de
Entscheidendes Instrument zur Bekämpfung der Krise bleibt aus Sicht von Landrat Engelhardt die Impfung, mehr als 34.000 Menschen im Kreis sind jetzt geimpft. „Wir haben an den ersten beiden Tagen im Impfzentrum in dieser Woche jedoch relativ viele Menschen gehabt, die ihren Termin haben verstreichen lassen. Dies sind circa 20 Prozent, bei mehr als 800 geplanten Impfterminen am Tag ist das eine ganze Menge. Wir haben daher am Mittwoch damit begonnen, unsere Termine zu überbuchen und hoffen, dass wir uns damit einer optimalen Auslastung des Impfzentrums nähern”, so Landrat Engelhardt. Das dezentrale Impfen laufe sehr gut, in der kommenden Woche beginnen hierbei die Zweitimpfungen. Zudem startet jetzt ein Pilotprojekt, in dessen Rahmen sich Arztpraxen melden können, um vor Ort zu impfen. Zehn Praxen aus dem Kreis möchten dies gerne machen, jede Praxis erhält 60 Impfdosen, wobei die Praxen ihre Patienten selbst informieren.
„Es ist sinnvoll, sich regelmäßig testen zu lassen: Man trägt dazu bei, das Infektionsketten unterbrochen werden können. Von daher wäre es wichtig und gut, wenn man Menschen mit negativem Test mehr Möglichkeiten wie beispielsweise beim Einkaufen einräumen würde”, so Landrat Engelhardt abschließend.
Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz betonte, dass der Inzidenzwert am Donnerstag bei 109,55 liegt, aber am Freitag bereits wieder steigt. Die Schnelltests führen zu mehr Meldungen von Infektionen, „so hatten wir in dieser Woche einen Betrieb, in dem Mitarbeiter getestet wurden, mit mehreren Infektionen. Auch bei den Selbsttests kommt es vermehrt zu Meldungen”, so die Gesundheitsdezernentin. Sorgen mache aktuell die Situation rund um die stationäre Behandlungen: „Wir haben zunehmend Menschen, die sich in stationäre Behandlung begeben müssen. Aktuell sind dies 43, mit leichtem Aufwärtstrend. Auffallend ist, dass das Durchschnittsalter weiter sinkt und bei Personen unter 60 Jahren die britische Mutation eine große Rolle spielt”, erläuterte Diana Stolz. Ab der letzten Februarwoche haben Mutationen im Kreis die Überhand genommen, in der Kalenderwoche 10 hatten bereits 62 Prozent aller Infizierten eine Mutationsvariante. „Was wir uns derzeit genau anschauen ist die südafrikanische Mutation, hier haben wir eine relativ hohe Zahl.”
Das Durchschnittsalter aller Infizierten sinkt weiter, bei der Altersgruppe über 70 sind es nur noch 7,5 Prozent aller am Infektionsgeschehen Beteiligten. Die Altersgruppe der 41- bis 60-Jährigen und der 0- bis 15-Jährigen steigt, bei den Kindern und Jugendlichen besonders die Altersgruppe der 6- 9-Jährigen.
Aktuell sind 14 Schulen im Kreis betroffen, mit jeweils zwischen einer und fünf betroffenen Personen, sowie 12 Kindertagesstätten. Hier gibt es in allen bis auf eine Kita nur eine betroffene Person, bei einer Kita sind dies drei. Positiv ist, dass erneut keine Pflegeeinrichtung betroffen ist. Aber: „Wir haben derzeit mehrere Cluster in einzelnen Betrieben, diese hängt vor allem mit britischer Mutation zusammen, die wesentlich ansteckender ist”, mahnte Diana Stolz.
Der Kreisbeigeordnete Karsten Krug erläuterte, dass es mit Stand von Donnerstag in drei Gemeinschaftsunterkünften Indexfälle gibt, die auch Familien betreffen – in einem Fall acht Personen einer zwölfköpfigen Familie.
Landesweite Maßnahmen im Zuge der Lockdown-Verlängerung
Der Corona-Lockdown in Hessen wird bis 18. April verlängert. Geplante Öffnungen wurden zurückgenommen, in einigen Bereichen gelten die Regeln jedoch wie bisher.Die Schulen in Hessen bleiben bis zu den Osterferien geöffnet - nach der seit 22. Februar bestehenden Regelung. Gleiches gilt für die Kindertageseinrichtungen. Private Zusammenkünfte bleiben auf den eigenen Haushalt und einen weiteren Hausstand, jedoch maximal fünf Personen beschränkt. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt.
Der Einzelhandel muss ab Montag zurück zum „Click & Collect". Es darf somit kein Einkaufen mit Terminen mehr geben, wie es bisher mit „Click & Meet" der Fall war. Der Grundbedarf soll aber weiterhin gedeckt sein. Das bedeutet: Supermärkte, Drogerien, Friseure, Gartenmärkte und Co. bleiben geöffnet. Benjamin Kloos