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  • Di., 23. November 2021, 09:10 Uhr
    STADTVERORDNETENVERSAMMLUNG BÜRSTADT: Gegenwind bei zwei Bebauungsplänen 

    Mehrheit für Nachverdichtung und in die Höhe bauen 

    Mainstraße 13-17 - die alten Gebäude sind schon abgerissen, ein Mehrfamilienhaus soll dort entstehen. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Zu fortgeschrittener Zeit debattierten die Stadtverordneten ausführlich über zwei Bebauungspläne: Punkt 8 auf der Tagesordnung betraf die 5. Änderung des Bebauungsplans „In den acht Morgen“, anschließend unter Punkt 9 ging es um den Bebauungsplan „Mainstraße 13-17“. Nach Abwägung der Stellungnahmen und Satzungsbeschluss stand die erneute Beratung und Beschlussfassung auf der Tagesordnung. Die zahlreichen Zuschauer hatten bis dahin ausgeharrt, was den Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung Franz Siegl vermuten ließ, dass die Bürger vor allem an diesen beiden Themen interessiert waren. Silke Renz (Grüne) bemängelte, dass nur ein Dach zur Begrünung und 1,5 Stellplätze pro Wohnung vorgesehen seien: „So funktioniert das nicht mit dem Umweltschutz“. Der Ausschuss für Bau und Stadtentwicklung sollte noch einmal über die Möglichkeiten für den Klimaschutz beraten. Jürgen Eberle (CDU) betonte, dass auf über 10 Hektar Sozialwohnungen durch die Bürstädter Baugenossenschaft und Wohnungen für betreutes Wohnen durch die Caritas entstehen werden und in der Mainstraße ein Mehrfamilienhaus mit neuer Sparkassen-Filiale. Auch Eberle regte an, die Stellplatzsatzung mit Blick auf die E-Mobilität und Fahrräder zu überdenken. Einen weiteren Verzug durch eine Klima-Arbeitsgruppe wie vom Grünen-Fraktionsvorsitzenden Uwe Koch vorgeschlagen, um einen neuen Bebauungsplan zu erstellen, würde ein Jahr dauern und sei für die Bauherren  nicht zumutbar. Bürgermeisterin Barbara Schader gab zu bedenken, dass eine Verschiebung auch eine neue Offenlegung bedeuten würde, aber es gebe Handlungsdruck, weil die DRK-Rettungswache bald fertig sei. Uwe Metzner wandte ein, dass es nicht richtig sei, sozialen Wohnungsbau gegen Umweltschutz auszuspielen und sprach sich für die erneute Behandlung im Fachausschuss aus. SPD-Fraktionsvorsitzender Lothar Ohl hob die soziale Verantwortung hervor, die Baupläne seien schon in der Endbearbeitung. Eberle nahm dieses Argument dankbar an, es gehe darum, in der Innenstadt ein Zeichen für soziale Projekte zu setzen. Mit den Stimmen von CDU und SPD erhielt der Bebauungsplan In den acht Morgen grünes Licht. Dass das Gelände in der Mainstraße aufgewertet wird, fand Silke Renz (Grüne) gut, kritisierte jedoch heftig, dass die Einwände von privater Seite durch acht Bürger nicht berücksichtigt worden seien. Dies sei ein schlimmes Beispiel mit Blick auf Bürgerbeteiligung. Verwundert habe sie, dass ein qualifizierter Bebauungsplan aufgestellt wird, ein einfacher hätte ausgereicht. In seiner  Rede wies Michael Heidrich (CDU) auf Nachverdichtung, Revitalisierung, innerstädtische Belebung, sozialen Wohnungsbau und Stärkung des Wirtschaftsstandortes als Kernthemen der Stadtentwicklung hin, über die man sich eigentlich fraktionsübergreifend einig sei und im Wahlkampf proklamiert habe. Alles sei im Ausschuss ausführlich besprochen worden. Eine Vielzahl an Bedenken sei von Bürgen und von den Fraktionen gekommen, hier mahnte Heidrich ein offenes und ehrliches Miteinander an. Am Ende der Entscheidungsfindung stehe bestenfalls ein Kompromiss, den die politische Mehrheit mittragen könne. Ähnlich sah das Chantal Stockmann (FDP). Die maximale Gebäudehöhe von 17 Metern füge sich in die Umgebung ein, betonte Heidrich, die Sparkasse werde gehalten und erhöhe die Attraktivität der Innenstadt und von Bürstadt als Mittelzentrum. Außerdem sei eine Rettungszufahrt zwischen Mainstraße und Köpfelgasse geplant. Eine Tiefgarage entschärfe das Parkplatzproblem. „Den 17-Meter-Klotz lassen wir nicht zu“, entgegnete Erhard Renz (Grüne). Für die Freien Wähler sprach sich Holger Halkenhäuser für die Innenverdichtung aus, sieht aber das Problem bei der Stellplatzsatzung. FW-Fraktionsvorsitzender Torsten Pfeil forderte, die Bürger ernst zu nehmen, den Bebauungsplan nochmal zu überarbeiten und die Einwände dabei zu berücksichtigen.  Mehrheitlich durch CDU und SPD wurde der unveränderte Beschluss für die Mainstraße 13-17 angenommen, bei elf Gegenstimmen und einer Enthaltung.  Hannelore Nowacki

     

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