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Mo., 09. Mai 2016, 16:26 Uhr
Die Stadt Lampertheim feierte die 50-Jährigen mit Empfang im Stadthaus
Meilenstein im Leben – Zeit an neue Ziele zu denken
Gruppenbild vom Balkon des Magistratsraums mit den 50-Jährigen in Feierstimmung. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Beim Wein kennt man die besonders guten Jahrgänge. Starke Jahrgänge gab es in den 1960er Jahren, als in Deutschland noch viele Kinder das Licht der Welt erblickten. Beim Empfang der Stadt Lampertheim für die Jahrgänge 1965/1966 am Samstagnachmittag zeigte sich, dass diese Jahrgänge wohl auch viel fröhliches Temperament mitbekommen haben müssen. Der große Sitzungssaal im Stadthaus war mit guter Stimmung prall gefüllt, die Lautstärke der lebhaften Gespräche erreichte Gipfelpunkte, gegen die das Mikrofon des Bürgermeisters vollkommen machtlos war. Um sich für seine Begrüßungsrede Gehör zu verschaffen, brauchte Bürgermeister Gottfried Störmer ein wenig mehr Geduld, denn die meisten Gäste hatten vor lauter Freude am Wiedersehen und Kennenlernen seine ersten Worte durchs Mikrofon gar nicht wahrgenommen. Der Bürgermeister nahm es mit Humor. Angeschrieben hatte der Fachbereich 40 für Bildung, Kultur und Ehrenamt etwa 500 Einwohner im Alter von 50 Jahren, 250 meldeten sich für den traditionellen Sektempfang mit kleinem Imbiss an, eine beachtliche Anzahl. Anwesend waren neben Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass auch Hans Schlatter vom Magistrat und Vertreter von Parteien. Bürgermeister Störmer hatte für die Gäste interessante Informationen zusammengetragen, die in einer Bilderschau im unbunten Format der damaligen Zeit diese Jahre auf großer Leinwand illustrierten. Auch die Zugezogenen hieß Störmer willkommen, hoffend, dass sie in Lampertheim ihre Heimat gefunden haben. Den Geburtenrückgang bezifferte Störmer eindrucksvoll mit damals 2,45 Geburten pro Frau, während heute nur 1,43 Geburten pro Frau gezählt werden. Bewegende Ereignisse erwähnte Störmer wie das entscheidende Tor bei der Fußballweltmeisterschaft 1966, das Deutschland den Titel kostete. Die Bands Pink Floyd und die Scorpions wurden gegründet, die Beatles starteten ihre Deutschlandtournee. Auch Schlimmes war geschehen wie das schwere Zugunglück im Lampertheimer Bahnhof mit zwei Toten und über fünfzig Verletzten. Ein Raunen ging durch den Saal, als Bürgermeister Störmer von den damaligen Benzinpreisen sprach – umgerechnet in Euro waren es erfreuliche 30 Cent (oder rund 60 Pfennig) pro Liter. Die meisten könnten zu ihrem 50. Geburtstag, einem Meilenstein im Leben, eine positive Bilanz ziehen, vermutete Störmer, im Frieden aufgewachsen, hätten sie mit Engagement und Fleiß, viele auch im Ehrenamt, viel für Land und Stadt geleistet. „Sie sind in dem idealen Alter, Sie haben Erfahrung, Sie haben Wissen“, meinte Bürgermeister Störmer. Familie und Beruf seien auf den Weg gebracht, man könne daran denken, sich beispielsweise in Parteien oder Bürgerinitiativen einzubringen. Störmers Appell: „Bringen Sie es ein“. Im Kreis der Gäste hatte er einige gesehen, die sich schon seit einiger Zeit engagieren. Eine nachträgliche Geburtstagsüberraschung für Bürgermeister Störmer hatte Karin Darmstädter vom privaten Organisationskomitee zur Vorbereitung des Jahrgangstreffens geplant – sie trat ans Mikrofon und ließ alle Gäste zusammen zur Gratulation „Happy Birthday“ singen. Im neunköpfigen Organisationskomitee war sie zusammen mit Heike Bentz die treibende Kraft, wie sie im Gespräch berichtete. Sie hatten intensiv recherchiert und noch weitere 50-Jährige ausfindig gemacht. Nach dem Empfang der Stadt Lampertheim gingen sie zur nächsten Feier nur ein paar Schritte weiter zum großen Saal im Gasthaus „Zum Schwanen“, wo sie eine tolle Party mit 270 Teilnehmern organisiert hatten. Aus München, Berlin, Düsseldorf, Sonthofen, Frankfurt, Bochum, Brühl und anderen Städten reisten sie an. Ein unvergessliches Erlebnis sollte es werden – und wurde es, wie Heike Bentz am folgenden Montag mitteilte. Hannelore Nowacki
Bürgermeister Gottfried Störmer nahm es gelassen, als die fröhliche Gesellschaft der 50-Jährigen ihm nicht sofort Gehör schenkte. Foto: Hannelore Nowacki