Einkehrtage der Frauengemeinschaften Maria Verkündigung und St. Andreas mit Vortrag, Mitgliederehrung und Gottesdienst
„Meine Familie und Ich“
Anke Schwalbenhofer (l.), Dekanatsreferentin auf Gießen, hielt einen interessanten Vortrag "Meine Familie und ich - Amoris Laetitia" im Rahmen der Einkehrtage, organisiert von Brigite Hartnagel, Vorsitzende der Frauengemeinschaft Maria Verkündigung (r.). Foto: Sigrid Samson
LAMPERTHEIM – Einen interessanten und zum Nachdenken anregenden Vortrag zum Thema Familie hielt Anke Schwalbenhofer, Dekanatsreferentin aus Gießen im Rahmen der diesjährigen Einkehrtage der beiden katholischen Frauengemeinschaften Maria Verkündigung und St. Andreas Lampertheim. Am Samstagnachmittag versammelten sich zahlreiche Interessentinnen im Jugendheim Maria Verkündigung in der Hagenstraße.
Initiiert wurde der Vortrag durch Brigitte Hartnagel, Vorsitzende der Frauengemeinschaft Maria Verkündigung. Anke Schwalbenhofer referierte über das Thema „Meine Familie und Ich“ auf der Grundlage des Schreibens „Amoris Laetitiae“ von Papst Franziskus. Aufgrund ihrer familiären Verbindung zu Lampertheim konnte sie zu diesem Vortrag gewonnen werden.
Hartnagel begrüßte auch Pfarrer Patrick Fleckenstein und Gabriele Gutschalk, Vorsitzende der Frauengemeinschaft St. Andreas. Mit den Fragen „Wie war es, als Sie 7 Jahre alt waren? Wer gehörte zu Ihrer Familie? Wie war das für Sie und wie ist man miteinander umgegangen?“ lud die Referentin zu Beginn ihres Vortrags zu einem Gedankenausflug ein, bei dem jeder für sich kurz nachdenken konnte. Erinnerungen an die eigenen Familienerfahrungen wurden hervorgerufen. „Vielleicht war die Familie geprägt von Armut, Flucht oder Kriegsgefangenschaft – diese Themen waren in vielen Familien damals präsent“ so Schwalbenhofer. Anschließend ließ sie die Teilnehmer gedanklich weiterreisen in die Zeit, als sie 30 Jahre alt waren, und danach, wie sich das Miteinander in der heutigen Zeit gestaltet und was sich im Laufe der Zeit verändert hat.
Mit dem Thema Familie hatte sich Papst Franziskus vor vielen Jahren beschäftigt. Nach, einer schriftlichen Befragung in den Jahren 2014 und 2015 unterzeichnete der Papst im Jahr 2016 das Schreiben „Amoris Laetitia“ - das bedeutet: „Die Freude der Liebe“. Dieses Schreiben von Papst Franziskus, das von der Liebe in der christlichen Familie handelt, bezieht sich auf die Beratungen und Ergebnisse der ordentlichen Bischofssynode (Bischofsversammlung) und gibt viele Antworten auf Fragen, die vorher oft strittig waren.
Die Referentin verlas den Brief des Apostels Paulus an die Korinther (Kapitel 13, Vers 4 bis 7). „Die Liebe ist langmütig“ bedeute unter anderem, dass die Christen ihre Erwartungen auf ein realistisches Maß bringen sollten und dass nicht alles perfekt sein müsse. „Die Liebe ist gütig“ zeige hingegen, dass die Menschen auch aktiv sein und Gutes für andere Mitmenschen tun sollten. Sich darüber zu freuen, dass es anderen Menschen gut geht – ohne Eifersucht und Neid aufkommen zu lassen – sei gemeint mit „die Liebe ereifert sich nicht“. Die Nähe zu der Familie wurde auch vom Papst sehr gelobt, dennoch sei es wichtig, zu akzeptierten, dass jeder seinen eigenen Weg gehen kann, um glücklich zu sein. „Die Liebe prahlt nicht“ sei ein wichtiges Zitat, da gerade das eigene Aufblähen und besserwisserische Verhalten, was grundsätzlich ein Zeichen von Unsicherheit darstellt, in der heutigen Zeit leider sehr verbreitet ist. Dies sollte bei den Christen in der Familie nicht so sein. Auch sei Höflichkeit und Respekt in der Familie wichtig, das heißt, auch mal zu schweigen und die Nähe zu den anderen als Geschenk anzunehmen sowie das Gute in den anderen zu sehen.
Auch das Thema Vergebung wurde beleuchtet: die Liebe trägt das Böse nicht nach. Es geht um die gesunde Verteidigung der eigenen Würde. „Vergebung ist immer möglich, aber nicht immer einfach“ fügte Schwalbenhöfer hinzu. Laut Papst Franziskus fordert die Familiengemeinschaft auch Opferbereitschaft. Die Vergebung Gottes sei hier Vorbild.
Das „Gebet zur Heiligen Familie“ wurde zum Abschluss gemeinsam gebetet.
Ein gemeinsamer Gottesdienst mit Gedenken an die verstorbenen Mitglieder fand am Sonntagnachmittag in der Pfarrkirche Maria Verkündigung statt. Im Anschluss war zur Mitgliederehrung im Jugendheim eingeladen. Für 40-jährige Mitgliedschaft wurde Erna Kill geehrt - Ursula Bernattek, Marianne Fell und Elisabeth Jerie für 25 Jahre. Sie erhielten hierzu eine Urkunde und einen Blumenstrauß überreicht. Mit einem gemütlichen Beisammensein mit Kaffee und Kuchen fanden die diesjährigen Einkehrtage ihren Abschluss.
Am Sonntag, 26. November, von 11 bis 16 Uhr, findet der diesjährige Adventsbasar im Jugendheim statt mit Mittagstisch sowie Kaffee und Kuchen für alle Gäste. Hierzu sind alle interessierten Mitbürger recht herzlich eingeladen. Sigrid Samson