Aufruf der BILA an alle Lampertheimer Bürgerinnen und Bürger / BILA-Infostände auf dem Schillerplatz am 15. und 29. Juli
„Melden, wem’s zu laut ist“
Die Lärmsituation in Lampertheim mit Stand von 2015. Foto: oh
LAMPERTHEIM – Wer sich an die Lärm Situation an der Bahnlinie in Lampertheim gewöhnt hat, braucht diese Zeilen nicht weiter zu lesen. Gemeint sind jene lärmbetroffenen Lampertheimer, die den Schienenlärm weder am Tag noch in der Nacht wahrnehmen. Allerdings scheinen viele nicht zu wissen, dass Lärm auch unterbewusste den Organismus beeinflussen und schädigen kann. Nicht zuletzt bekommt der eine oder andere Mitbürger blutdrucksenkende Mittel verschrieben, ohne genau zu wissen, warum er sie eigentlich benötigt.
Einwohner mit dem Gewöhnungseffekt werden auch die dramatisch zunehmenden Güterzugzahlen verkraften. Statt der heute im Schnitt 72 Güterzüge sollen nach Bahnprognosen ab der Fertigstellung der Neubaustrecke 160 und mehr Güterzüge auf der Riedbahn fahren. Alle andern Bürgerinnen und Bürger in Lampertheim, die sich sehr wohl durch den Bahnlärm belästigt fühlen, haben jetzt die Gelegenheit sich zu äußern.
Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat mit der Aufstellung eines Lärmaktionsplanes für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes begonnen. Die erste Phase findet vom 30. Juni bis 25. August in Form einer sogenannten „Öffentlichkeitsbeteiligung” statt. Das EBA hat dazu einen Fragebogen vorbereitet, der direkt im Internet auszufüllen ist, oder über die Internetplattform www.laermaktionsplanung-schiene.de herunterzuladen ist, oder postalisch über das EBA (Redaktion Lärmaktionsplanung, Postfach 601230, 14412 Potsdam) angefordert werden kann. Der Fragebogen kann ausgefüllt per E-Mail oder Briefpost an das EBA zurückgesendet werden. Alternativ können Fragebögen bei der Stadt Lampertheim im Bürgerbüro abgeholt und dort auch wieder abgegeben werden.
Die BILA ruft alle Lampertheimer Bürgerinnen und Bürger auf, ihrer persönlichen Bahnlärm-Betroffenheit durch die Teilnahme an der Befragung Ausdruck zu verleihen! Diese Gelegenheit sollte auf jeden Fall genutzt werden, um die Forderungen der BILA und der Stadt Lampertheim nach mehr Lärmschutz zu unterstützen. Am 15. und 29. Juli werden hierzu BILA-Infostände auf dem Schillerplatz eingerichtet.
Bei der Aufstellung der Umgebungslärmkartierung an Schienenwegen aus dem Jahr 2015 wurde bereits eine hohe Betroffenheit Lampertheims festgestellt. So sind nach Angaben des EBA in Lampertheim trotz vorhandenem Lärmschutz aus den 80er Jahren 7600 Personen vom Schienenlärm betroffen. Bei der Ermittlung der Lärmbetroffenen wurde die Belastung ganzjährig über 24 Stunden berücksichtigt.
Der Lärmaktionsplan, so das EBA, sei ein umweltpolitisches Planungsinstrument, um die Lärmbelastung langfristig zu senken. Indes könnten aus Lärmaktionsplänen keine Rechtsansprüche zur Durchsetzung von Maßnahmen abgeleitet werden. Gesetzliche Grundlage für die Lärmaktionsplanung ist das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) mit Bezug auf die Umgebungslärmrichtlinie. zg