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  • Do., 20. Mai 2021, 12:58 Uhr
    WALDFRIEDHOF: Bestehendes Grabangebot wird erweitert / Eröffnung für Mitte September geplant

    Memoriam-Garten als Ort der Trauer, Begegnung und Erinnerung

    Bürgermeister Gottfried Störmer sowie alle Beteiligen freuen sich, dass der Memoriam-Garten auf dem Waldfriedhof Gestalt annimmt. Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM – Seit Menschengedenken sind Gräber Orte der Zwiesprache mit den Toten und der Erinnerung an diese, aber gleichzeitig auch ein Ort der Begegnung. Sie sind darüber hinaus auch individuell Ausdruck der Wertschätzung für unsere Toten. Gepflegte Friedhöfe spenden Trost, helfen in Phasen der Trauer und begleiten Freunde, Verwandte und Bekannte. Doch vielerlei Einflüsse wie Zeitmangel oder Ortsferne machen es zuweilen schwierig, ein Grab über lange Zeit zu pflegen. 

    In Lampertheim wird daher das bestehende Grabangebot auf dem Waldfriedhof durch eine besondere Neuerung erweitert – einem Memoriam-Garten. Dieser wurde im Bemühen, Friedhöfe auch gestalterisch den heutigen Ansprüchen anzupassen, gemeinsam durch Friedhofsgärtner und Steinmetze entwickelt. Hier finden sich verschiedene Grabarten wie Erdwahlgräber, Urnenwahlgräber oder Urnenreihengräber, die in einem Garten kombiniert werden.

    Der Memoriam-Garten auf dem Waldfriedhof entsteht direkt am Hauptweg auf dem neuen Teil des Friedhofes und liegt direkt neben dem Kindergrabfeld. Die Umsetzung der circa 300 Quadratmeter großen Anlage betreut Virginia Stolzenberg von der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hessen gemeinsam mit den lokalen Verantwortlichen – dies sind neben der Friedhofsverwaltung und den Technischen Betriebsdiensten in erster Linie Floristik Schuster sowie die beiden Steinmetzbetriebe Boxheimer Natursteine und Bild- und Steintechnik Keil. 

    Am Donnerstag erfolgte der offizielle Spatenstich – und so soll der Garten einmal aussehen: Ein berankter Bogen bildet den Eingang. Der mit Sitzgelegenheiten ausgestattete Pavillon schützt die Besucher vor Sonne und Regen. Eine große Auswahl an Pflanzen bilden den Rahmen des Gartens – die saisonale Bepflanzung und die ausgewählten Pflanzen sorgen dabei für ein ganzjährig blühendes Bild. Biodiversität und Klimaschutz spielen bei der Auswahl eine große Rolle. „Wir nehmen die Menschen mit in die Zukunft und verwenden ausschließlich Grabsteine, die in Deutschland und Europa gehauen werden. Für den Boden haben wir torffreies Substrat, um die Moore zu schützen. Und die Bepflanzung ist bienenfreundlich und besteht aus heimischen Pflanzen. Wir verzichten bewusst auf Rasen, da hier die Bewässerung zu intensiv wäre”, erläuterte Hans-Jürgen Schuster und verweist darauf, dass sich der Memoriam-Garten auch als Ort für Lesungen und Konzerten eignet, denn „der Tod gehört zum Leben dazu”. Auch die beteiligten Steinmetze freuen sich über die Umsetzung des Projektes. „Der Friedhof erfährt eine Aufwertung. Es entsteht eine Symbiose aus Grabdenkmal und Bepflanzung, die bereits im Vorfeld kreiert werden kann. Und: Das handwerkliche Arbeiten steht hier wieder im Fokus.”

    Wer sich für die Bestattung in einem Memoriam-Garten entscheidet, entscheidet sich für ein Rundum-Sorglos-Paket in einem harmonisch gestalteten Grabfeld. Denn das Bestattungsangebot beinhaltet folgende Leistungen:  Die gärtnerische Grabpflege für die gesamte Nutzungszeit, Instandhaltungen nach gärtnerischen Erfordernisse sowie die Kosten für das Grabmal inklusive der ersten Beschriftung. Die Friedhofsgebühren werden separat von der Stadt Lampertheim lauf aktueller Satzung erhoben. „Die gräberübergreifende Gestaltung und die regelmäßige, einheitliche Pflege der gesamten Anlage spiegeln sich im attraktiven Komplettpreis für die neuen Grabarten wider. Die Verträge können sowohl als Vorsorgevertrag zu Lebzeiten als auch im Trauerfall abgeschlossen werden”, erklärte Virginia Stolzenberg. 

    Bürgermeister Gottfried Störmer freute sich, dass „dieses Projekt jetzt umgesetzt werden kann. Wir nutzen zunächst einen kleinen Bereich des Waldfriedhofes, um zu sehen, wie das Angebot angenommen wird, können den Memoriam-Garten aber erweitern.”  

    Alle Beteiligten waren sich einig, dass es wichtig sei, dem Wunsch vieler Menschen nach modernen Bestattungsformen nachzukommen – dies sei hier der Fall, die Angehörigen müssten sich keine Sorge um die Pflege der Grabstätte machen und dennoch wird der individuelle Charakter einer traditionellen Grabstätte erhalten. 

    Die Eröffnung ist für den Tag des Friedhofs am 18. September geplant. Verträge können bereits vorher abgeschlossen werden, für Interessierte stehen die Friedhofsverwaltung Lampertheim sowie Hans-Jürgen Schuster von Floristik Schuster als Ansprechpartner zur Verfügung. Im Vorfeld der Eröffnung werden zudem entsprechende Informationen an die Bestattungsinstitute – eventuell in Form eines Flyers – weitergegeben. Benjamin Kloos

     

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